"Sorry" nach unwürdigem Gelächter in Hochwassergebiet

Laschet: Lach-Auftritt während Steinmeier-Rede "tut mir leid"

01. August 2021 - 20:05 Uhr

Laschet lacht, auch Steinmeier witzelt

Am Rande von Bundespräsident Steinmeiers Rede im vom Unwetter gebeutelten Erftstadt sorgte NRW-Ministerpräsident Laschet für Irritationen. Während Frank-Walter Steinmeier den Opfern der Hochwasserkastrophe unkomplizierte Hilfe zusprach, brach Armin Laschet im Hintergrund in Gelächter aus. Offenbar war im Gespräch mit Landrat Franck Rock (CDU) ein Witz gefallen. Laschet bedauert den Eindruck, der in der Situation entstanden sei - auf Twitter schrieb er, es täte ihm leid. Viele Menschen fragen sich dennoch: Was ist an einer Flutkatastrophe so lustig?

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Laschet bittet bei Twitter um Entschuldigung

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei. "Dies war unpassend und es tut mir leid", twitterte Laschet am Samstagabend. "Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben."

Harte Kritik am CDU-Kanzlerkandidaten

Bei Twitter hatte es harsche Kritik an dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten gegeben. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schrieb: "Ich bin wirklich sprachlos." SPD-Parteivize Kevin Kühnert twitterte: "Eine Frage des Charakters." Der Pianist Igor Levit kritisierte "würdeloses Verhalten". Der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, sprach von "Pietätlosigkeit" gegenüber den Opfern.

Steinmeier und Laschet hatten in Erftstadt, wo in den vergangenen Tagen zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren, mit Helfern und Feuerwehrleuten gesprochen. In einer kurzen Rede nach dem Treffen hatte der Bundespräsident sein Mitgefühl mit den Opfern der Flutkatastrophe zum Ausdruck gebracht und gesagt: "Ihr Schicksal zerreißt uns das Herz." Die Empörung konzentrierte sich zunächst nur auf Armin Laschet. Doch auch der Bundespräsident hatte beim Statement seines Politik-Kollegen im Hintergrund gewitzelt.

Trotz Laschets Bitte um Entschuldigung reißen Kritik und Häme am CDU-Kanzlerkandidaten nicht ab. Unter dem Hashtag #Laschetlacht sammelten sich etliche Beiträge. Der Tenor ist eindeutig: ein solch respektloses Verhalten gegenüber allen Opfern der Flutkatastrophe sei eines Bundeskanzlers nicht würdig.

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RTL-Politikchef Nikolas Blome: Kichern in der Katastrophe - voll daneben!

Wer sich fragt, ob Laschets Lachen etwas mit seiner Kanzlerkandidatur machen könnte, der sollte sich die Frage stellen, ob so etwas auch Angela Merkel unterlaufen wäre – findet RTL-Politikchef Nikolaus Blome.

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Die Pannen-Woche des Armin Laschet

Der CDU-Kanzlerkandidat hatte erst wenige Tage zuvor für einen Riesen-Shitstorm im Netz gesorgt. In einem Fernsehinterview zur Hochwasserlage wollte sich Laschet als Macher inszenieren – doch das ging gehörig daneben: Der NRW-Ministerpräsident zeigte sich dünnhäutig, vergriff sich im Ton – der Shitstorm in den Sozialen Medien folgte postwendend. (kra)