"Entschuldigung, junge Frau, weil jetzt ein solcher ein Tag ist, ändert man nicht die Politik"

Kanzlerkandidat Armin Laschet erntet Shitstorm für Fernsehinterview zur Hochwasserlage

Unwetter in Nordrhein-Westfalen: Armin Laschet besucht die besonders betroffene Stadt Hagen.
Unwetter in Nordrhein-Westfalen: Armin Laschet besucht die besonders betroffene Stadt Hagen.
© dpa, Roberto Pfeil, rp kno

19. Juli 2021 - 8:41 Uhr

Shitstorm für CDU-Mann Armin Laschet nach WDR-Interview

Er will sich als Macher in der Krise präsentieren, doch in einem Fernsehinterview zur Hochwasserlage geht das gehörig daneben: NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet vergreift sich im Ton – und der Shitstorm in den Sozialen Medien ist da.

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Nach Armin Laschets Interview: Die Diskussion auf Twitter ist in vollem Gange

Es waren unglaubliche Regenmassen, die aufs Land niederprasselten und Überschwemmungen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß hinterließen. Ministerpräsident Armin Laschet sagte sofort seinen Besuch bei der CSU-Tagung ab und reiste ins Hochwassergebiet. So etwas erwartet man schließlich von einem Ministerpräsidenten in der Krise, und ein anpackender Auftritt eines "Machers" kann Wahlen entscheiden, wie wir spätestens seit Gerhard-Schröders Gummistiefel-Einsatz bei der Elbe-Flut wissen.

Doch das, was dann am Abend passierte, war nicht souverän. Im Gegenteil. Laschet hatte im Laufe des Tages betont, dass "mehr Tempo" im Kampf gegen die Klimakrise notwendig sei. Als ihn WDR-Moderatorin Susanne Wieseler dann nach konkreten Maßnahmen fragte, ob er "tatsächlich neue Erkenntnisse gewonnen (habe), neue Einsichten, ein anderes Bewusstsein durch dieses Jahrhunderthochwasser, das viele Leid" gewonnen habe, wiegelte Laschet zunächst ab und wirkt dann im weiteren Interview-Verlauf immer patziger. Und dann fiel der Satz, der inzwischen in den Social Media-Kanälen, insbesondere auf Twitter für Furore sorgt: "Entschuldigung, junge Frau, weil jetzt ein solcher ein Tag ist, ändert man nicht die Politik."

Ein Satz – zwei Aufreger: Eine gestandene Journalistin im Interview mit "junge Frau" kleinmachen zu wollen, ihr das Wort abzuschneiden – ist das der Tonfall, mit dem man im Jahr 2021 Kanzler werden will/ Kanzler werden kann? Und das zweite: Verschließt Armin Laschet wirklich die Augen vor dem großen Thema Klimawandel? Das ist der Tenor der Debatte und für die Twitter-User ein gefundenes Fressen.

Wieseler selbst kommentierte die Deutung des "Spiegel"-Journalisten Markus Feldenkirchen, dass Laschet einfach nur rheinisch gesprochen und ihren Namen vielleicht wegen der "guten, scharfen Interviewführung" vergessen habe, mit: "Sehe ich auch so - und hoffe, dass es diesen kausalen Zusammenhang gibt."

Der CDU-Chef Laschet wies den Vorwurf zurück: "Der Satz ist nicht gefallen. Er gehört übrigens auch nicht zu meinem Sprachgebrauch, und die Moderatorin hat das ja inzwischen selbst klar gestellt." Was Laschet stattdessen gesagt hatte, ließ er offen.

Wie die Diskussion auf Twitter aussieht? Im folgenden sehen Sie eine Auswahl an Tweets zu diesem Thema.

Armin Laschet trat derweil gleich ins nächste Fettnäpfchen: Während einer Rede von Bundespräsident Steinmeier im Hochwassergebiet konnte sich Armin Laschet das Lachen nicht verkneifen. (eku)

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