Steuerlast und Ölmarkt treiben Preise nach obenSchock an der Tankstelle: Benzin kostet mehr als zwei Euro pro Liter

von Emily Massenberg

An der Zapfsäule tut es richtig weh: Für viele Autofahrer ist der Literpreis von rund 2,10 Euro längst kein kleiner Betrag mehr, sondern ein spürbares Loch im Monatsbudget. Von den 2,10 Euro gehen etwa 1,15 Euro an den Staat – über Energie-, CO₂- und Mehrwertsteuer.

Steuern treiben den Preis

Der Liter Super setzt sich wie folgt zusammen:

  • Energiesteuer: 65,45 Cent

  • CO₂-Steuer: 15,7 Cent

  • Mehrwertsteuer: 19 % auf den Brutto-Preis

Die Energiesteuer und die CO₂-Abgabe sind feste Beträge pro Liter, während die Mehrwertsteuer direkt mit dem Benzinpreis steigt. So kassiert der Staat bei jeder Preissteigerung automatisch mehr, ohne dass sich die Grundabgaben ändern.

Im Video: Interview mit Herbert Rabl (Tankstellen-Interessenverband)

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Rohölimporte und globale Einflüsse

Deutschland importiert Rohöl vor allem aus Norwegen, den USA und Kasachstan – nur ein vergleichsweise kleiner Teil kommt aus dem Nahen Osten. Dennoch wirken Konflikte in der Region auf die Preise: Händler befürchten Angebotsengpässe und ziehen die Preise an. Das Bundeskartellamt prüft derzeit mögliche Marktmanipulationen, denn die Spritpreise steigen weiter: Einen Tag nach dem Dieselkraftstoff hat auch die günstigste gängige Benzinsorte Super E10 die Marke von zwei Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnitt überschritten. In der Preisspitze am Morgen lag der Preis bei 2,003 Euro, wie der ADAC mitteilte.