Einzelne Regionen schon ganz klar in der 200er-Zone

Angst vor Delta-Herbst: Ist Spanien bald wieder Hochinzidenzgebiet?

Noch sind die Touristen am Strand von Arenal in Palma de Mallorca gut gelaunt.
Noch sind die Touristen am Strand von Arenal in Palma de Mallorca gut gelaunt.
© picture alliance, dpa, Clara Margais

08. Juli 2021 - 15:01 Uhr

Ausgerechnet im liebsten Urlaubsland der Deutschen

Ab in die Sonne, ab in den Urlaub, olé España! Wenn es um längere Reisen geht, ist das Land im Süden Europas nach wie vor ganz klar das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen. Doch auch dort macht sich im zweiten Corona-Sommer ausgerechnet die hochansteckende Delta-Variante so breit, dass das Urlaubsziel bald zum Hochinzidenz-Gebiet erklärt werden könnte. Versaut uns das den Spanien-Urlaub?

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Delta-Variante und nicht ausreichend hohe Impfquoten

Vielerorts in Europa profitieren die Menschen schon von vielen Lockerungen aufgrund von niedrigen Inzidenzen und wachsenden Impfraten. Auch in Sachen Urlaub geht jede Menge. Nach dem kalten Winter und Frühjahr und Monaten der Restriktionen sind viele Menschen überglücklich, wieder in Urlaub machen zu können. Doch noch ist die Pandemie nicht vorbei - die Delta-Variante und noch nicht ausreichend hohe Impfquoten sorgen nach wie vor für eine angespannte Lage. Ausgerechnet im Lieblingsreiseziel der Deutschen schnellen die Inzidenzen jetzt nach oben: Mit 190 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner im 7-Tage-Schnitt bewegt sich das Land rasant auf die 200er-Grenze zu.

Lese-Tipp: Sommerurlaub 2021 – welche Regeln gelten aktuell in welchem Land?

Politik geht nicht von Quarantänepflicht-Wiedereinführung aus

Bundesaußenminister Heiko Maas hält die spanische Corona-Lage am Montag noch trotz steigender Infektionszahlen nicht für besorgniserregend. "Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können", sagte er bei einem Besuch in der Hauptstadt Madrid. Er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe. (ija)

Lese-Tipp: Sprengt die Delta-Variante auch unseren Urlaub in Spanien, Frankreich & Co?

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

IM VIDEO: Inzidenz über 100 - macht Mallorca wegen der Briten dicht? (3.7.2021)

Mallorca: Von 19 auf 173 in 30 Tagen

Wenn aber die 7-Tage-Inzidenz ein Mehrfaches des deutschen Wertes beträgt oder regelmäßig über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt, sieht die bestehende Definition der deutschen Coronavirus-Einreiseverordnung vor, dass ein Land zum Hochinzidenzgebiet erklärt wird. Einzelne Regionen sind schon seit mehreren Tagen klar über einer Inzidenz von 200. Besonders hoch ist sie derzeit mit 398 in Katalonien, vor sechs Tagen waren es noch 233 Fällen. Die Region Navarra zählt aktuell fast 298 Fälle, am 2. Juli waren es nur 61. In Kastilien und León kletterte der Wert im gleichen Zeitraum von rund 114 auf knapp 283. Kantabrien legte von etwa 156 auf 245 zu. Und auch auf den Balearen, zu denen Mallorca gehört, stieg die 7-Tage-Inzidenz innerhalb von sechs Tagen von 94 auf 173. Vor einem Monat betrug sie noch 19.

LESE-TIPP: Ein paar Stunden zu spät aus Portugal weg! Frau muss in 14-tägige Quarantäne

Inzidenzen steigen, schwere Verläufe und Todesfälle rückläufig

Natürlich müssen zu den Inzidenzwerten mit steigenden Impfquoten auch andere Werte hinzugezogen werden, um die Gesamtlage korrekt zu erfassen. Wie in Großbritannien zeigt sich nämlich auch in Spanien folgendes Bild: Die Neuansteckungen finden vor allem bei den Jüngeren statt, besonders stark ist der Anstieg bei den 12- bis 29-Jährigen. Bei den älteren Spaniern ab 40 Jahren und Kindern unter 12 Jahren steigen sie aber kaum an. Der Grund: Viele über 50-Jährige sind geimpft. Aktuell sind 41,2 Prozent der Spanier vollständig geimpft, 56,9 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten. Das zeigt sich auch in den Verläufen, Hospitalisierungsraten und Todesfällen, die trotz schnell steigender Fallzahlen weiter rückläufig sind.

LESE-TIPP: Welche Länder akzeptieren keine Kreuzimpfungen bei Einreise?

Angst vor heißem Herbst in Kitas und Schulen

Doch in Deutschland und in anderen Ländern besteht und wächst die Sorge, dass eine neue Infektionswelle im Herbst in Kitas und Schulen bei Kindern und Jugendlichen zu großen Problemen führt. Die seit bereits seit Wochen emotional geführte Diskussion um die Impfung von Kindern zeugt davon. Deswegen geht der Blick hier nach wie vor auf die Neuinfektionen und die 7-Tage-Inzidenz. Und die können auch in Deutschland dann niedrig gehalten werden, wenn erwachsene Touristen das Virus nicht als Urlaubsmitbringsel im Gepäck haben. Ein kontinuierlicher Inzidenz-Wert über 200 würde es deswegen wohl nötig machen, Spanien wieder zum Hochinzidenzgebiet zu erklären - mit den entsprechenden Folgen für die Touristen. (ntv/ija)

AUDIO NOW Podcast Empfehlung zum Thema Corona

10 Fakten zur Corona-Impfung

Viele Menschen haben sie schon, für alle anderen rückt sie immer mehr in greifbare Nähe: die Corona-Impfung. Aber noch sind viele Fragen offen und täglich kommen neue hinzu. Wann kann ich mir einen Termin machen? An wen kann ich mich für einen Impftermin wenden? Darf ich mir meinen Wirkstoff selbst aussuchen und muss ich nach der Impfung die AHA-Regeln beachten? Sollte ich mich impfen lassen, obwohl ich schon Corona hatte? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier in unserer Web-Story.

TVNOW-Doku "Kinder in der Corona-Krise"

Das Coronavirus hält die Welt seit mehr als einem Jahr in Atem und ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Wie geht es unseren Kindern in der Pandemie und wie wirken sich z. B. Lockdown-Beschränkungen auf sie aus? In der TVNOW Dokumentation "Kinder in der Corona-Krise" erzählen Kinder und Jugendliche, was ihre größten Herausforderungen sind.

Auch interessant