Diese Fakten müssen Sie kennen

Wie schütze ich mein Kind vor Corona?

Aktuell ist Grippesaison. Und für Laien ist es schwer zu entscheiden, ob ihr Kind eine Grippe hat oder an Corona erkrankt ist.
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16. März 2020 - 16:33 Uhr

Viele Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder

Das Coronavirus und wie wir uns am besten davor schützen können, beschäftigt derzeit sehr viele Menschen. Denn die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt weltweit ständig an. Und auch in Deutschland breitet sich das Coronavirus immer weiter aus.

Und damit steigt auch die Angst bei vielen Menschen. Vor allem auch bei Eltern, die ihre Kinder schützen wollen. Doch Panik hilft an dieser Stelle nicht weiter - im Gegenteil. Denn überstürzte Besuche von Arztpraxen und Notfallambulanzen sind jetzt genau das Falsche. Was Sie stattdessen tun sollten, wenn Sie einen konkreten Corona-Verdacht haben, erklären wir Ihnen hier.

Hier wichtige Fakten, die Eltern kennen sollten, um ihre Kinder, aber auch sich selbst und andere zu schützen.

Sind Kinder besonders gefährdet, sich mit dem Coronavirus anzustecken?

Vorweg erst einmal eine gute Nachricht für alle Eltern:  "Kinder gehören nicht zur bekannten Risikogruppe für eine Coronavirusinfektion", erklärt RTL-Medizinexperte Christoph Specht. Die Auswertung der bislang bekannten Fälle deutet darauf hin, dass Kinder kaum gefährdet sind. Zur gefährdeten Gruppe zählen Vorerkrankte, medizinisches Personal mit viel Patientenkontakt und vor allem ältere Menschen. So steigt die Letalität – also der Anteil erkrankter Person, die daran sterben – mit zunehmendem Alter immer weiter an.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie jederzeit im Live-Ticker +++

Wie schützen Sie Ihr Kind - und sich selbst?

Im Bezug auf Corona gelten die gleichen Hygieneregeln wie bei jeder anderen Infektionskrankheit auch. "Das ist im Grunde das gleiche, was man auch tut, um einer saisonalen Grippe auszuweichen. Also ausreichende Hygiene, nahen Kontakt zu Erkrankten vermeiden, wenn möglich Händeschütteln vermeiden.", so RTL-Medizinexperte Christoph Specht.

Diese Hygienetipps helfen Ihnen und Ihrem Kind, nicht nur die Grippesaison möglichst infektionsfrei zu überstehen.

Der allerwichtigste Tipp: Händewaschen - und zwar richtig. Bei aller Sorge um das Coronavirus betonen Ärzte, dass Händewaschen der effektivste Schutz gegen das Virus ist. Wir haben eine übersichtliche Anleitung für Sie, die Sie gut sichtbar für sich und Ihre Kinder aufhängen können. 

Einfach auf den folgenden Link klicken, das Bild herunterladen und dann ausdrucken.

Richtig Händewaschen - so geht's! (PDF)

​Schnuller und Fläschchen regelmäßig sterilisieren 
Am besten sollten Sie den Schnuller und die Fläschchen täglich waschen, auskochen oder im Vaporisator (Geräte-Vergleich hier) sterilisieren. Die Spülmaschine ist der falsche Ort, den Schnuller zu reinigen. Sie wird nicht heiß genug und beschädigt durch den aggressiven Reiniger das Material. Wenn der Schnuller auf den Boden gefallen ist, sollten Sie darauf verzichten, ihn abzulecken. Erstens besteht eine erhöhte Kariesgefahr und mögliche Infektionskrankheiten könnten so übertragen werden.

Falsche Coronavirus-Panikmache gefährdet alle

Seitdem das Coronavirus in Deutschland angekommen ist, herrscht der Ausnahmezustand in den Arztpraxen. Vor allem Eltern mit Kindern, die Erkältungs- oder Grippe-Symptome aufweisen stürmen die Arztpraxen. Denn die Symptome einer echten Grippe und die einer Coronavirusinfektion gleichen sich. In praktisch allen Fällen stellte sich die Sorge einer Infektion mit dem Corona-Virus bisher zum Glück als unbegründet heraus. Aber das Problem ist, dass die Eltern bei ihrer verständlichen Sorge um ihre Kinder  die Gesundheit der anderen Menschen ausblenden, so der Medizinexperte. Stattdessen sollten besorgte Menschen erst einmal bei der Telefon-Hotline des Gesundheitsreferats anrufen und sich informieren oder in der Arztpraxis anrufen.

Soll ich mein Kind impfen lassen?

Eine Impfung gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es noch nicht, auch wenn mögliche Impfstoffe schon in der Testphase sind. Experten raten aber vor allem älteren und chronisch kranken Menschen, sich trotzdem impfen zu lassen, beziehungsweise ihren Impfstatus zu prüfen - gegen Keuchhusten, Pneumokokken und auch gegen die reguläre Grippe. Warum diese Impfungen auch im Schutz gegen das Coronavirus sinnvoll sind, erfahren Sie hier.

Aber auch für Kinder sind die Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken wichtig - nicht nur wegen des Coronavirus, erklärt RTL-Medizinexperte Christoph Specht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Säuglingen und Kleinkindern eine Schutzimpfung gegen Keuchhusten beziehungsweise Pertussis. Sie gehört zur Grundimmunisiersung, mit der bereits im Säuglingsalter begonnen wird. Denn auch wenn die Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken nicht direkt vor einer Coronavirusinfektion schützen, so ist ein geschwächtes Kind, das unter Umständen schon eine Lungeninfektion hatte, sehr viel gefährdeter für einen schweren Verlauf der Virusinfektion.  

Was Sie zum Thema Impfen und Kinder sonst noch wissen sollten, zeigen wir Ihnen hier.

Grippeimpfung für Kinder - nur bei chronischen Erkrankungen

Viele Eltern fragen sich darüber hinaus, ob es jetzt sinnvoll ist, ihr Kind gegen die "echte" Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Grundsätzlich empfiehlt sich das aber laut Meinung des Gesundheitsexperten nur für chronisch kranke Kinder. Auch in den aktuellen Impfempfehlungen der STIKO heißt es, dass nur die Kinder, die infolge einer Grunderkrankung, wie zum Beispiel Asthma oder Diabetes, besonders gefährdet sind, gegen Grippe geimpft werden sollten.