Tote Kinder in Hochhaus

Bericht: Vater soll Tat von Hanau angekündigt haben

13. Mai 2022 - 12:53 Uhr

Der Mord an zwei Kindern am Mittwoch (11. Mai) in Hanau hat ganz Deutschland erschüttert. Nun soll es weitere Details über den mutmaßlichen Täter und den Tathergang geben. Der Mann, bei dem es sich Medienberichten zufolge um den Vater der Kinder handelt, soll seine Tat angeblich angekündigt haben – das behauptet zumindest die "Bild"! Die Polizei spricht nach wie vor lediglich von einem "familiären Hintergrund" und äußert sich nicht dazu in welchem Verhältnis der Tatverdächtige zu den Opfern steht. Nach ihm wird noch immer gefahndet. Das Jugendamt bestätigte auf RTL-Anfrage, dass es "familiäre Probleme" gegeben habe.

Hanau: Vater soll gedroht haben, dass "etwas Schlimmes" passieren würde

Laut dem "Bild"-Bericht, sollen die Eltern seit einiger Zeit getrennt leben. Der Vater hatte der Zeitung zufolge nur in Begleitung des Jugendamtes ein Umgangsrecht mit den Kindern. Das letzte dieser Treffen soll es erst am vergangenen Wochenende (7. Mai / 8. Mai) gegeben haben. Dabei soll er die Tat angekündigt haben. Laut Bild-Informationen habe er damit gedroht, dass "etwas Schlimmes" passieren würde.

Tote Kinder in Hanau: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordverdacht

Machte er seine Drohung dann am Mittwoch wahr? Während die Mutter der Kinder gearbeitet habe, soll er in die Wohnung gekommen sein, heißt es in dem Bericht. Die Polizei bestätigt das bisher nicht. In einer Mitteilung äußerten sich die Ermittler nur dazu, wie genau die Kinder gestorben sind: Zuerst starb offenbar das sieben Jahre alte Mädchen durch "scharfe Gewalteinwirkung gegen den Hals. Bei ihrem vier Jahre älteren Bruder hätten multiple innere Verletzungen zum Tod geführt, die auf einen Sturz aus großer Höhe – in dem Fall vom Balkon – zurückzuführen seien. Die Gründe für den Sturz seien Teil der Ermittlungen, "die wegen des Verdachts des Mordes geführt werden", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

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Jugendamt hatte Hinweise auf Probleme in der Familie

Dem zuständigen Jugendamt in Hanau ist keine Androhung von Morden bekannt, wie die Behörde auf RTL-Anfrage mitteilte. Die Familie der beiden getöteten Kinder sei zum Jahreswechsel 2021/2022 nach Hanau gezogen. Kurz darauf habe das Jugendamt erfahren, dass es "familiäre Probleme" gab. Das Amt sei daraufhin auf die Familie zugegangen, um Hilfe anzubieten, die auch angenommen worden sei. Der Soziale Dienst habe bei Behördengängen und im Alltag unterstützt, so das Jugendamt.

Hinweise auf Gewalt seien bei den Kontakten mit der Familie nicht erkennbar gewesen, so die Behörde. Allerdings habe der Kommunale Soziale Dienst Anfang der Woche die Rückmeldung bekommen, dass sich das familiäre Verhältnis verschlechtert habe. Daraufhin sei entschieden worden, erneut mit der Familie zu sprechen und einzugreifen.

Video zu Hanau: "Gibt erste Anhaltspunkte für familiären Hintergrund"

Junge lag vor dem Haus auf dem Bürgersteig, Schwester tot auf den Balkon

Am Mittwochmorgen hatten Passanten vor dem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt auf dem Boden den schwer verletzten Jungen gefunden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen erlag. Auf dem Balkon der Wohnung im neunten Stock des Hauses wurde seine tote Schwester entdeckt. Zur Frage, wo sich die Mutter der beiden Kinder zu diesem Zeitpunkt aufhielt, äußerten sich die Ermittler zunächst nicht. Bild-Informationen zufolge soll sie sich in eine psychiatrische Klinik begeben haben, nachdem sie vom Tod ihrer beiden Kinder erfuhr.

Auch am Donnerstagnachmittag gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch keine Festnahme. Nach dem Tatverdächtigen wird weiter gefahndet. Zur Identität des Mannes äußerte sich die Sprecherin mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht. (eon, mit dpa)