Unmut über Bundeswehr-ReformNeue Wehrpflicht-Regeln sorgen für Schülerproteste in Norddeutschland

epi_1006474036_RTL_NORD HAN REG_FNG22325-1_WehrStreik.jpeg
Auch in Hannover gingen die Schüler am Donnerstag auf die Straße.
von Henrike Laing

Nein zur Wehrpflicht!
In vielen Teilen Norddeutschlands sind Jugendliche heute auf die Straße gegangen und haben gegen das neu verabschiedete Wehrdienstgesetz demonstriert, so unter anderem in Kiel, Flensburg, Bremen und Hannover. Sie reagieren damit unter anderem auf die verpflichtende Musterung junger Männer zum Wehrdienst.

Demos in vielen norddeutschen Städten

Statt die Schulbank zu drücken, stehen am Donnerstagvormittag (5. März) junge Menschen in ganz Deutschland mit Schildern auf der Straße. Der Grund für das Schule „schwänzen”: Die Jugendlichen demonstrieren gegen das neue Wehrdienstgesetz der Bundesregierung. Die deutschlandweite Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht” rief zum zweiten Streiktag auf. In Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein kamen dazu Schüler in zahlreichen Städten zusammen. In Hamburg wird nicht offiziell gestreikt, da die Schüler dort Ferien haben.

Video-Tipp: Nörgeln die Norddeutschen zu viel an der Wehrpflicht?

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Bundestag verabschiedet neue Reform

Hintergrund des Ganzen: Der Bundestag hat am 5. Dezember 2025 eine Reform des Wehrdienstes vereinbart. Diese sieht vor, dass alle Männer, die ab dem Jahrgang 2008 geboren sind und 18 Jahre alt werden, einen Fragebogen zu ihrer Bereitschaft für den Wehrdienst ausfüllen und an einer Untersuchung teilnehmen müssen. Wenn sich nicht genug Freiwillige melden, soll der Wehrdienst wieder verpflichtend werden. Dann wird per Los entschieden, wer eingezogen wird.

Lese-Tipp: Militär-Experte: Mehr Akzeptanz könnte die Bundeswehr stärken

Schulpflicht gilt auch bei Demos!

Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium weist am Donnerstag darauf hin, dass Demonstrationen kein Grund sind, den Unterricht zu versäumen. Unentschuldigte Fehlzeiten würden im Zeugnis ausgewiesen werden. Darüber hinaus erklärt Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU): „Demokratisches Engagement junger Menschen ist wichtig und verdient Anerkennung. Wer sich einbringt, Verantwortung übernimmt und seine Meinung vertritt, lebt Demokratie. Gleichzeitig gilt: Schule ist ein verbindlicher Lernort und die Schulpflicht gilt für alle.”

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, Bundesministerium der Verteidigung, dpa