Und der Konzern muss sparenVW zahlt Ex-Chef Millionen – obwohl er seit drei Jahren weg ist

Ex-Chef Herbert Diess verdient fürs Nichtstun mehr als der aktuelle Boss Oliver Blume.
Ex-Chef Herbert Diess verdient fürs Nichtstun mehr als der aktuelle Boss Oliver Blume.
IMAGO/Sven Simon

Volkswagen muss sparen, Arbeitsplätze abbauen, doch ganz oben fließen weiter Millionen.
Während der Autobauer Stellen streicht und der Gewinn einbricht, kassiert ausgerechnet ein Mann große Mengen Geld, der nicht mehr mitarbeitet: Ex-VW-Chef Herbert Diess. Die Enthüllung sorgt jetzt für große Irritationen.

Bestverdiener im Konzern – obwohl er längst weg ist

Der Schock bei Volkswagen sitzt tief. Erst am Dienstag (10. März) verkündet der Konzern eine Hiobsbotschaft: Der Gewinn ist fast um die Hälfte eingebrochen, zehntausende Stellen sollen gestrichen werden. Doch ausgerechnet im Krisenjahr verdient ein ehemaliger Chef am meisten.

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Wie aus dem aktuellen Vergütungsbericht hervorgeht, erhält Ex-VW-Chef Herbert Diess im Jahr 2025 mehr als neun Millionen Euro. Das sind rund 1,5 Millionen Euro mehr, als der aktuelle Vorstandschef Oliver Blume kassiert. Das Brisante: Diess musste seinen Posten bereits 2022 räumen.

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Vertrag lief trotz Abschied weiter

Volkswagen erklärt die Zahlung auf RTL-Anfrage so: „Hr. Diess hat bis zum Auslaufen seines Vertrages mit dem 24. Oktober 2025 die Bezüge eines Vorstandsvorsitzenden nach den geltenden Vergütungsregularien erhalten.” Der 67-Jährige verließ Volkswagen zwar schon 2022, rechtlich gültig war sein Vertrag aber noch bis Oktober 2025. Er lief nach seinem Abgang also einfach weiter.

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Arbeitsrechtler Jens Klinkert erklärt im RTL-Interview: „Man muss bei Vertragsbeginn in den Vertrag hineinschreiben, dass unter gewissen Voraussetzungen die Befristung beendet wird, entweder durch eine Abfindungszahlung oder durch eine Reduzierung des Gehaltes, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse ändern. Ist so was vorher im Vertrag nicht geregelt, kann nachträglich eine solche Klausel nicht mehr eingefügt werden.“

Sparprogramm und Jobabbau sorgen für Unmut

Gerade jetzt sorgt das für Ärger. Denn Volkswagen steckt mitten im Sparprogramm. Bis 2030 sollen konzernweit rund 50.000 Stellen in Deutschland gestrichen werden. Gleichzeitig brach der Nettogewinn um 44 Prozent ein. Die aktuellen Herausforderungen bleiben enorm. „Die Zölle werden wahrscheinlich nicht so schnell verschwinden und die geopolitischen Spannungen und die anhaltenden Unsicherheiten werden den globalen Handel weiter beeinträchtigen”, sagt VW-Manager Thomas Schäfer auf der jährlichen Medienkonferenz.

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Immerhin: Die Millionenphase ist jetzt vorbei. Seit Oktober 2025 ist Herbert Diess offiziell im Ruhestand. Für dieses Jahr muss Volkswagen also kein Vorstandschef-Gehalt mehr an den ehemaligen Boss überweisen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Handelsblatt