Aufsichtsrat stimmt Sanierungsplan zuSparpaket-Hammer bei VW! Bis zu 50.000 Jobs fallen weg

Vieles ist weiterhin ungewiss.
Vor zwei Monaten scheitern die Sparpläne des VW-Vorstands im Aufsichtsrat. Nun gibt es doch grünes Licht für den Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen. Vier VW-Werke in Deutschland stehen nach wie vor auf der Kippe.
Vier Werke bangen weiter
Überraschende Einigung in Wolfsburg: Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sparpaket des Konzernvorstands am Donnerstagabend (3. September) einstimmig zugestimmt. Dabei will der Autobauer in den kommenden Jahren unter anderem weitere 50.000 Stellen streichen. Diese Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, teilte das Unternehmen in Wolfsburg mit.
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Für die Zukunft der VW-Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gibt es aber noch immer keine eindeutigen Pläne, ihre Existenz steht also weiter auf der Kippe. Denn in ihnen könne keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden, erklärte VW. Für diese Werke würden „parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“. Für die europäischen Werke solle bis Ende Juni 2027 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden. Der Aufsichtsrat habe zur Kenntnis genommen, dass Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen in Europa bestünden.
Aufsichtsrat ist sich einig
„Der Zukunftsplan schafft die Voraussetzungen, um den Volkswagen-Konzern und seine Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen“, heißt es in der offiziellen Mitteilung vom Konzern. „Die Umsetzung des Zukunftsplans ist nach Auffassung des Vorstands und des Aufsichtsrats zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns zu erhalten und für die Zukunft nachhaltig zu sichern.“ Der Aufsichtsrat habe nach intensiven und konstruktiven Beratungen dem umfassenden Zukunftsplan 2030 der Volkswagen Group „einstimmig zugestimmt“.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer nannte die mitgeteilten Sparmaßnahmen eine „Light Version“ des ursprünglich in der Presse bekannt gemachten Zukunftsplans. „Die Werkschließungen sind nicht beschlossen, aber auch nicht ausgesetzt. Ein Kompromiss, der besser ist als die quälenden öffentlichen Diskussionen der letzten 24 Monate.“ Jetzt müsse man in den nächsten zehn Monaten über Verbesserungen, Produktpläne und das Aus für die Werke sprechen. „Es kehrt also eine bestimmte Entspannung ein, aber noch lange kein Frieden.“
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Betriebsrat vorerst zufrieden
IG Metall und Konzernbetriebsrat betonten in einer ersten Reaktion, eine Eskalation sei verhindert worden. Der Vorstand müsse jetzt seine Hausaufgaben machen. „Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen war nicht zielführend“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen PKW und der VW-Komponente ist laut Benner und Cavallo vom Tisch. Der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt. „Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt“, betonen Benner und Cavallo. „Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht.“

Vor zwei Monaten waren die Spar- und Zukunftspläne des Vorstands erstmals im Aufsichtsrat behandelt worden und dort am Widerstand der Arbeitnehmer und des Landes gescheitert. Einem Insider zufolge gingen dem Durchbruch intensive Verhandlungen voraus. Das Land Niedersachsen habe in den Gesprächen vermittelt.
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Am Donnerstag habe zunächst das Präsidium des Aufsichtsrats getagt, Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch habe schließlich die eigentlich für Freitag geplante Aufsichtsratssitzung vorgezogen. In der Sache sei der Sanierungsplan sehr nah an dem, was der Vorstand gefordert habe, sagte der Insider. Im Vorfeld hatten mit der Sache vertraute Personen darauf verwiesen, dass bei einem Scheitern des Pakets eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden könnte.
Verwendete Quellen: dsc/rts/dpa
































