Urlaub, Lacher, TennisspielDie größten Politiker-Patzer! Von A wie Armin Laschet bis R wie Rudolf Scharping

Armin Laschet lacht
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lacht. Foto: Marius Becker/dpa
deutsche presse agentur

Tennis statt Krisenmanagement?
Wie viel Freizeit darf sich ein Regierungschef mitten im Stromausfall gönnen? Kürzlich spielte Berlins Bürgermeister Kai Wegner Tennis, während tausende Berliner bibberten. Immer wieder unterliefen Politikern ähnliche Patzer!

Tennisspielen geht auch ohne Strom, oder Herr Wegner?

Berliner Senat informiert zur aktuelle Lagen nach Anschlag auf das Berliner Stromnetz
Kurz nach Beginn des Stromausfalls, spielt Kai Wegner Tennis.
IMAGO/Chris Emil Janßen

Im Südwesten Berlins fließt mehrere Tage nach dem Brandanschlag wieder Strom. Lief beim Krisenmanagement alles glatt? Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister, muss sich fragen lassen, ob er am ersten Tag des großflächigen Stromausfalls die Lage ernst genug genommen hat. Denn wie am Mittwoch herauskam, hatte der CDU-Politiker mehrere Stunden nach Beginn des Stromausfalls Samstagmittag eine Stunde lang auf dem Tennisplatz verbracht. Am Sonntag noch hatte er auf eine Journalistenfrage zum Tagesablauf am Samstag das Tennisspiel nicht erwähnt. Schon kommt Kritik auf – und manche Erinnerung an andere Fälle, in denen das Verhalten von Politikern in Krisenlagen für Ärger sorgte!

Lese-Tipp: Während des Mega-Stromausfalls ging Berlins Regierender Bürgermeister Tennis spielen

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Sendung vom 05.01.2026
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Im Video: Während Berlin bibberte, spielte Wegner eine Partie Tennis!

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Armin Laschet lacht im Flutgebiet

Mehr als 140 Menschen sind bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz ums Leben gekommen, Tausende haben ihr Zuhause verloren, etliche werden immer noch vermisst. Umso verstörender ist das Verhalten von Armin Laschet bei einem Pressetermin in Erftstadt. Der Kanzlerkandidat der CDU hatte dort am Samstag eine Unterkunft für durch das Hochwasser wohnungslos gewordene Menschen besucht. In einem Statement vor den Kameras hatte Laschet selbst das Hochwasser noch als "Jahrhundertkatastrophe" bezeichnet.
Während Steinmeiers Rede feixt Armin Laschet im Hintergrund.
RTL.de, Turbo-Team, RTL Interactive

Der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) besuchte im Juli 2021 das Hochwassergebiet in Erftstadt. Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor Fernsehkameras den zahlreichen Opfern der verheerenden Katastrophe sein Mitgefühl aussprach, war im Hintergrund zu sehen, wie Laschet im Gespräch mit anderen lachte. Die Szene kostete ihn viele Sympathien. Zwei Monate später verlor die Union die Bundestagswahl.

Lese-Tipp: Laschet rast durch Innenstadt – so erklärt er die Temposünde

Anne Spiegel macht bald nach der Flut Urlaub

Spiegel war 2022 als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. (Archivfoto)
Spiegel war 2022 als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. (Archivfoto)
Annette Riedl/dpa

Im Zusammenhang mit der Ahrtal-Flutkatastrophe trat die Grünen-Politikerin Anne Spiegel im April 2022 als Bundesfamilienministerin zurück. Zuvor war sie als rheinland-pfälzische Landesumweltministerin für den Hochwasserschutz zuständig gewesen – und zehn Tage nach der Flut zu einem vierwöchigen Familienurlaub nach Frankreich aufgebrochen. Die Kritik daran führte letztlich zu ihrem Rücktritt von dem neuen Amt.

Lese-Tipp: Nach dem Rücktritt: Welche Optionen hat Anne Spiegel jetzt noch?

Christine Lambrecht und das Foto ihres Sohnes

German Defence Minister Christine Lambrecht sits in a helicopter as she arrives for the presentation of the Marder armored personnel carrier at the 'Erzgebirgskaserne' barracks in Marienberg, eastern Germany, Thursday, Jan. 12, 2023. The German government says Berlin aims to supply around 40 Marder armored personnel carriers to Ukraine in this year's first quarter. (AP Photo/Michael Sohn)
Ex-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte ihren Sohn im Hubschrauber mitgenommen.
Michael Sohn, picture alliance, Picture Alliance

Nach monatelanger Kritik an ihrer Amtsführung trat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) im Januar 2023 von ihrem Amt zurück. Negativ ausgelegt wurde ihr unter anderem ein Foto, das ihren Sohn bei der Mitreise im von ihr genutzten Bundeswehrhubschrauber zeigt. Zudem irritierte sie mit einer Neujahrsbotschaft auf Instagram, in der sie, begleitet von Silvesterfeuerwerk, über den Ukraine-Krieg sprach.

Lese-Tipp: Ein Fettnäpfchen nach dem anderen: Über diese Fehltritte stürzte Christine Lambrecht

Rudolf Scharping lässt sich im Swimmingpool fotografieren

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping SPD im Gespraech mit Offiziersanwaerterin Alexandra R
Wegen der Mallorca-Affäre ist Scharping 2002 entlassen worden.
imago/photothek

Ein Vorgänger Lambrechts, Rudolf Scharping (SPD), stolperte über Homestory-Fotos, die ihn mit seiner neuen Lebensgefährtin im Swimmingpool auf Mallorca zeigten. Die Bunte veröffentlichte die Bilder zu einer Zeit, in der die Regierung über die Entsendung deutscher Soldaten nach Mazedonien entscheiden musste. Von da an wurde Scharping in der Öffentlichkeit besonders kritisch beäugt. Die Mallorca-Affäre war einer von mehreren Gründen für Scharpings Entlassung im Juli 2002.

Dietmar Woidke überlegt es sich noch mal anders

Entwicklung SPD/BSW-Koalition in Brandenburg
Er sagt schlussendlich den geplanten Urlaub ab.
Christophe Gateau/dpa

Neu entschieden hat sich am Mittwoch der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke nach dem Bruch der Koalition seiner SPD mit dem BSW. Er wollte eigentlich trotz der Regierungskrise Urlaub machen. Die Grünen fanden das in dieser Situation unmöglich. Woidke reagierte und sagte den geplanten Urlaub ab. (anr)

Verwendete Quelle: dpa