Sicher baden im UrlaubGefährliche Tiere im Mittelmeer – diese Lebewesen sollten Urlauber kennen

Von türkisblauem Wasser und weißen Sandstrände solltet ihr euch nicht täuschen lassen.
Von türkisblauem Wasser und weißen Sandstränden solltet ihr euch nicht täuschen lassen.
Fokke Baarssen/stock.adobe.com

Türkisblaues Wasser, traumhafte Strände – und versteckte Gefahren!
Jedes Jahr zieht es Millionen Urlauber ans Mittelmeer. Doch zwischen Sand, Felsen und Seegras leben auch Tiere, die schmerzhafte Begegnungen verursachen und den Urlaub ganz schön vermiesen können. Die gute Nachricht: Wer weiß, worauf er achten muss, kann das Risiko mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen deutlich verringern.

Haie: Die größte Gefahr existiert in unseren Köpfen

Haie? Daran denken viele Menschen zuerst, wenn es um Gefahren im Meer geht. Denn kaum ein Meerestier sorgt für so viel Aufmerksamkeit wie der Hai. Tatsächlich leben zwar mehrere Dutzend Haiarten im Mittelmeer, für Badegäste spielen sie jedoch praktisch keine Rolle.

Denn die meisten Arten halten sich weit vor der Küste oder in größeren Tiefen auf. Angriffe auf Menschen sind äußerst selten. Das Risiko, beim Baden von einem Hai verletzt zu werden, ist deutlich geringer als von einem Petermännchen gestochen oder einer Feuerqualle genesselt zu werden.

Lese-Tipp: Quallen, Fische und sogar Haie? DAS sind die bedrohlichsten Meerestiere der Balearen!

Petermännchen – die größte Gefahr liegt oft direkt unter den Füßen

Petermännchen sind Meister der Tarnung!
Petermännchen sind Meister der Tarnung!
picture alliance / imageBROKER/Rolf von Riedmatten | imageBROKER/Rolf von Riedmatten

Das Petermännchen gehört laut ADAC zu den gefährlichsten Gifttieren Europas. Wegen seines starken Giftes wird es sogar „Kreuzotter des Meeres“ genannt. Die Fische leben im gesamten Mittelmeer und können Urlaubern vor allem in der Hauptreisezeit gefährlich werden.

Der Grund: Wie die Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW erklärt, suchen Petermännchen vor allem zur Laichzeit im Frühjahr und Sommer flache Gewässer auf. Dort graben sie sich so tief in Sand und Schlamm ein, „dass nur die Augen sichtbar sind”. Für Urlauber, die sich im Meer erfrischen wollen, sind sie dadurch nahezu unsichtbar – dabei können Stiche des Petermännchen nach Angaben des ADAC im Extremfall sogar lebensbedrohlich sein.

Experten raten daher, beim Baden im Meer Badeschuhe zu tragen und Taucher sollten Abstand halten, da Petermännchen angreifen und stechen können, wenn sie sich bedroht fühlen.

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Feuerquallen können schmerzhafte Stiche verursachen

Einzelne Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) schwimmt im tiefblauen Wasser an der Costa Brava in Spanien.
Einzelne Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) schwimmt im tiefblauen Wasser an der Costa Brava in Spanien.
picture alliance / imageBROKER | Rolf von Riedmatten

Die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) ist laut Deutsche Stiftung Meeresschutz die bedeutendste Feuerqualle im Mittelmeer. Sie gehört zu den Quallenarten, die für Menschen gefährlich werden können. Ihre Tentakel und auch der Schirm sind mit Tausenden Nesselzellen besetzt, die bei Hautkontakt schmerzhafte Stiche auslösen. Das Gift, das dabei übertragen wird, sei zwar in der Regel nicht lebensbedrohlich, könne aber starke Hautreizungen und Schmerzen verursachen, die mitunter bis zu zwei Wochen anhalten.

Neben der Leuchtqualle gehören laut ADAC auch die folgenden Nesseltiere zu den bedeutendsten im Mittelmeer: Die Lungenqualle (Rhizostoma pulmo) und die Portugiesische Galeere (Physalia physalis). Erstere gehört laut Ab in den Urlaub zwar zu den größten Quallenarten des Mittelmeers, doch für Menschen sei sie harmlos. Die Galeere ist streng genommen gar keine Qualle, besitzt aber ebenfalls Nesselzellen, wie der ADAC erklärt. Und diese können schmerzhafte Verletzungen verursachen. Einzelne Sichtungen gab es unter anderem vor der Südostküste Spaniens, rund um die Balearen sowie vor Malta.

Das Tückische: Einen vollständigen Schutz vor Quallen gibt es nicht. Der ADAC empfiehlt Urlaubern deshalb, sich vorab über die Situation am Badeort zu informieren und Warnschilder an Stränden zu beachten. Außerdem solltet ihr lebende, tote oder angespülte Quallen sowie abgerissene Tentakel niemals berühren, da deren Nesselzellen weiterhin aktiv sein können.

Video-Tipp: 22-Jährige von Portugiesischer Galeere schwer verletzt

Seeigel – die häufigste Verletzung ist oft auch die unterschätzteste

Seeigel sind zwar nicht giftig, sie können aber trotzdem große Beschwerden verursachen!
Seeigel sind zwar nicht giftig, sie können aber trotzdem große Beschwerden verursachen!
picture alliance / imageBROKER | Rolf von Riedmatten

Sie sehen harmlos aus, können den Urlaub aber schnell verderben. Seeigel gehören zu den häufigsten Ursachen für Verletzungen an felsigen Mittelmeerküsten. Laut ADAC sind die meisten Arten zwar nicht giftig, ihre Stacheln können dennoch erhebliche Beschwerden verursachen.

Wer auf einen Seeigel tritt, muss demnach mit starken Schmerzen, Blutungen, Schwellungen und Rötungen rechnen. Häufig brechen die feinen Stacheln in der Haut ab und lassen sich nur schwer entfernen. Zusätzlich enthalte die Haut der Stacheln Stoffe, die Entzündungen fördern und die Schmerzen verstärken können.

Der ADAC empfiehlt deshalb, an felsigen Stränden Badeschuhe mit fester Sohle zu tragen. Eingedrungene Stacheln sollten möglichst vollständig entfernt werden. Treten starke Beschwerden oder allergische Reaktionen auf, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Feuerwurm – der giftige Borstenwurm breitet sich aus

Ein bunter Borstenwurm kriecht über den mit Algen bewachsenen Meeresboden.
Ein bunter Borstenwurm kriecht über den mit Algen bewachsenen Meeresboden.
picture alliance / imageBROKER | Rolf von Riedmatten

Wer beim Schnorcheln einen rotbraunen, borstenbesetzten Wurm entdeckt, sollte besser Abstand halten. Der Feuerwurm (Hermodice carunculata) breitet sich im Mittelmeer seit einigen Jahren immer weiter aus, wie unter anderem der ADAC berichtet.

Besonders an den Küsten Kampaniens, Kalabriens, Siziliens und Apuliens soll die Population demnach deutlich anwachsen und Fischer holen die Tiere inzwischen immer häufiger mit ihren Netzen aus dem Wasser. Fachleute vermuten, dass die steigenden Wassertemperaturen ihre Ausbreitung begünstigen.

Der Feuerwurm lebt auf sandigen und felsigen Meeresböden, zwischen Seegras und Korallen und er kann bis zu 30 Zentimeter lang werden. Auffällig und gleichzeitig gefährlich sind seine zahlreichen weißen Borsten. Laut ADAC enthalten sie Giftstoffe, die bei Berührung brennende Schmerzen, starken Juckreiz, Taubheitsgefühle und allergische Reaktionen hervorrufen können. Deshalb gilt: Auch wenn der Feuerwurm harmlos wirkt, sollte er niemals angefasst werden.

Rotfeuerfisch – wunderschön, aber besser nicht berühren

Rotfeuerfische leben eigentlich im Infischen Ozean, seit Jahren breiten sie sich aber auch im Mittelmeer aus.
Rotfeuerfische leben eigentlich im Infischen Ozean, seit Jahren breiten sie sich aber auch im Mittelmeer aus.
picture alliance / imageBROKER | Reinhard Dirscherl

Mit seinen rot-weiß gestreiften Flossen gehört der Rotfeuerfisch zu den auffälligsten Bewohnern des Mittelmeers. Doch hinter seinem exotischen Aussehen verbirgt sich ein Problem – für die Natur und für Menschen.

Wie der Merkur berichtet, breitet sich der ursprünglich aus dem Indischen Ozean stammende Fisch seit Jahren im Mittelmeer aus. Vermutlich gelangte er über den Suezkanal in die Region. Vor allem in der Adria werde er inzwischen immer häufiger gesichtet. Der WWF warnt, dass der invasive Räuber heimische Fischarten verdrängt und das ökologische Gleichgewicht gefährdet.

Aber auch für Badegäste kann er zur Gefahr werden: Nach Angaben der Informationszentrale für Vergiftungen sitzen an Rücken-, Bauch- und Schwanzflossen giftige Stacheln. Ein Stich kann heftige Schmerzen, Schwellungen, Rötungen und Taubheitsgefühle verursachen. In schweren Fällen sind auch Übelkeit, Kreislaufprobleme oder Atembeschwerden möglich. Todesfälle sind jedoch äußerst selten.

Hasenkopf-Kugelfisch – hochgiftig, für Badegäste aber kaum eine Gefahr

Der Hasenkopf-Kugelfisch bereitet Fischern im östlichen Mittelmeer große Sorgen.
Der Hasenkopf-Kugelfisch bereitet Fischern im östlichen Mittelmeer große Sorgen.
picture alliance/dpa | Anne Pollmann

Der Hasenkopf-Kugelfisch gehört zu den invasiven Arten, die sich im Mittelmeer besonders stark ausbreiten. Wie ZDF Heute berichtet, gelangte er vor rund 20 Jahren über den Suezkanal aus dem Indischen Ozean ins Mittelmeer. Vor allem im östlichen Mittelmeer bereite er Wissenschaftlern und Fischern große Sorgen.

Demnach warnen Meeresbiologen vor allem vor seinem Nervengift. Schon bevor die Art das Mittelmeer erreichte, war bekannt, dass sie hochgiftig ist und beim Verzehr sogar tödlich sein kann. Gleichzeitig verfügt der Fisch über kräftige Zähne, mit denen er Fischernetze beschädigt und Fänge zerstört. Viele Fischer klagen deshalb über deutliche wirtschaftliche Einbußen.

Schon im vergangenen Jahr warnten Wissenschaftler: „Diese invasive Art ist für ihr aggressives Verhalten bekannt. Es wurden Fälle von Bissen gemeldet, die erhebliche Verletzungen verursachten.“ Teilweise mussten nach Bissen sogar ganze Finger amputiert werden, so die Wissenschaftler weiter. Wer den Fisch beim Baden oder Schnorcheln entdeckt, sollte ihm also nicht zu nah kommen und ihn keinesfalls verzehren.

Drückerfische – immer öfter wegen Beißattacken in den Schlagzeilen

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Der Drückerfisch verteidigt seine Nester mit Beißattacken.
picture alliance / Zoonar, Wolfgang Poelzer

Ebenfalls immer öfter im Mittelmeerraum anzutreffen ist der Drückerfisch. Laut Fischlexikon.eu lebe er im Bereich von Seegraswiesen und felsigen Untergründen. Doch wegen des Klimawandels und der Erwärmung des Meerwassers wagen sich auch die Drückerfische verstärkt zur Nahrungssuche in seichte Bereiche – und dort können sie Urlaubern ganz schön gefährlich werden!

Denn der Fisch verfügt über kräftige Zähne, mit denen er seine Nester aggressiv verteidigt. Das Problem: Die Fortpflanzungszeit von Drückerfischen ist laut Angel.News im Sommer, also genau dann, wenn viele Urlauber im Meer baden. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Drückerfisch in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten ist, weil Artgenossen Menschen attackiert haben.

Für Menschen ist der Biss eines Drückerfisches zwar nicht lebensgefährlich, aber die Bisswunden können schmerzhaft sein und sie können starke Blutungen zur Folge haben.

Die kleinen Tiere bergen die größte Gefahr

Ihr seht: Es sind nicht die offensichtlichen Riesen, die im Mittelmeer die größte Gefahr für Urlauber darstellen. Oft sind es kleine oder gut getarnte Tiere, auf die Urlauber versehentlich treten oder die sie aus Neugier berühren und die zu verheerenden Verletzungen oder Vergiftungen führen. (mit dpa)

Verwendete Quellen: ADAC, Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW, Deutsche Stiftung Meeresschutz, Merkur, ZDF heute, dpa, Fischlexikon.eu, Angeln.News