Mehr mentale Power!Diese fünf Gewohnheiten bremsen euer Gehirn – so stoppt ihr sie

Gestresste Geschäftsfrau mit dem Kopf in den Händen am Schreibtisch im Büro
Wir erklären, welche Alltagsroutinen Konzentration und Planung bremsen (Symbolbild)
KOTO - stock.adobe.com

Zu wenig Schlaf, das tägliche Glas Alkohol oder ständiges Aufschieben.
Einige harmlose Routinen können Konzentration, Gedächtnis und Urteilsvermögen schwächen. Studien legen nahe, dass sogar unsere innere Haltung und unser Umfeld die geistige Fitness beeinflussen. Die gute Nachricht: Ihr könnt sofort gegensteuern.

Diese Alltagsfallen bremsen euch

Wo liegt schon wieder der Schlüssel? Warum könnt ihr euch auf diese eine Aufgabe einfach nicht konzentrieren? Und weshalb fällt selbst eine kleine Entscheidung plötzlich so schwer? Nicht immer steckt dahinter ein großes Problem. Häufig sind es unscheinbare Gewohnheiten, die unserem Kopf das Leben schwer machen. Sie rauben Aufmerksamkeit, stören den Schlaf oder sorgen dafür, dass wir wichtige Aufgaben immer weiter vor uns herschieben.

Das Wort „dümmer“ ist dabei natürlich zugespitzt: Keine der folgenden Routinen lässt euren IQ über Nacht verschwinden. Sie kann aber beeinflussen, wie aufmerksam ihr arbeitet, wie gut ihr Informationen verarbeitet und ob ihr einen Plan tatsächlich in die Tat umsetzt.

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1. Der Satz „Das kann ich nicht“ setzt euch selbst Grenzen

Ihr habt etwas noch nie gekonnt – also werdet ihr es auch niemals lernen? Genau dieser Gedanke kann euch ausbremsen. Psychologen sprechen bei einer solchen Haltung von einem „Fixed Mindset“, also der Vorstellung, dass Fähigkeiten und Intelligenz weitgehend feststehen.

Das Gegenstück nennt sich „Growth Mindset“. Dahinter steckt nicht der naive Glaube, dass jeder Mensch alles erreichen kann. Es geht vielmehr darum, Fähigkeiten nicht als unveränderlich zu betrachten.

So stoppt ihr die Denkfalle: Hängt an den Satz „Ich kann das nicht“ ein kleines Wort: „noch“. Aus „Ich kann keine Präsentationen halten“ wird „Ich kann noch keine sicheren Präsentationen halten“. Danach legt ihr einen konkreten Lernschritt fest. Nicht: „Ich muss besser werden.“ Sondern: „Heute übe ich zehn Minuten lang den Einstieg.“

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2. Zu wenig Schlaf summiert sich schneller als ihr denkt

Eine kurze Nacht lässt sich mit Kaffee überstehen? Vielleicht fühlt es sich so an. Euer Gehirn kann die fehlende Erholung trotzdem nicht einfach wegdiskutieren. Die Schlafforscher Hans Van Dongen, Greg Maislin, Janet Mullington und David Dinges ließen 48 gesunde Erwachsene zwei Wochen lang unterschiedlich lange schlafen. Wer pro Nacht nur vier oder sechs Stunden bekam, zeigte zunehmend stärkere Einbußen bei Aufmerksamkeit und geistiger Leistung. Die Defizite summierten sich von Tag zu Tag. Die Untersuchung erschien 2003 im Fachjournal Sleep, wie Smart Up News zusammenfasst.

Für Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren empfehlen Fachgesellschaften in der Regel mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Wie viel Erholung ein Mensch tatsächlich benötigt, kann allerdings individuell unterschiedlich sein. Und: Eine schlechte Nacht ist kein Weltuntergang. Kritisch wird es, wenn fünf oder sechs Stunden dauerhaft zur Normalität werden.

So schützt ihr euren Schlaf: Beginnt nicht erst beim Zubettgehen. Rechnet von eurer Aufstehzeit mindestens sieben Stunden zurück und behandelt diesen Zeitpunkt wie einen festen Termin. Stellt euch abends einen Schlaf-Wecker, legt das Handy außer Reichweite und erledigt Organisatorisches nicht mehr im Bett.

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3. Das Feierabendglas wird schnell zum Automatismus

Der Arbeitstag ist geschafft, jetzt gibt es ein Glas Wein oder Bier. Problematisch ist dabei nicht nur die Menge. Auch die feste Verknüpfung kann zur Falle werden: Feierabend bedeutet automatisch Alkohol. Dass der Konsum alkoholischer Getränke nicht gesundheitsförderlich ist, ist bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht inzwischen noch weiter: Sie sieht keine potenziell gesundheitsfördernde und sichere Alkoholmenge und empfiehlt, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Wer dennoch trinkt, sollte vor allem hohe Mengen vermeiden.

So durchbrecht ihr die Routine: Beobachtet eine Woche lang, wann ihr aus Gewohnheit zum Glas greift. Ist es Entspannung, Langeweile oder ein festes Ritual? Tauscht anschließend nicht nur das Getränk aus, sondern auch den Ablauf. Erst eine Runde spazieren gehen, dann bewusst eine alkoholfreie Alternative öffnen. Je weniger automatisch die Entscheidung fällt, desto leichter könnt ihr euren Konsum hinterfragen.

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4. Aufschieben beginnt oft schon vor dem ersten Handgriff

Die Steuererklärung machen, den Schrank ausmisten oder endlich diese unangenehme Mail schreiben: Je größer und unklarer eine Aufgabe wirkt, desto leichter schieben wir sie weg.

So kommt ihr ins Handeln: Plant nicht sofort die gesamte Aufgabe. Legt nur die erste sichtbare Handlung fest. Nicht: „Wohnung aufräumen.“ Sondern: „Alle leeren Gläser in die Küche bringen.“ Nicht: „Bericht schreiben.“ Sondern: „Dokument öffnen und drei Stichpunkte notieren.“ Stellt danach einen Timer auf zehn Minuten. Nach Ablauf dürft ihr aufhören. Häufig ist nicht die eigentliche Arbeit das größte Hindernis, sondern der Moment des Anfangens.

5. Ein dauerhaft negatives Umfeld färbt auf euch ab

Stimmungen entstehen nicht im luftleeren Raum. Die Menschen, mit denen wir viel Zeit verbringen, beeinflussen, wie wir unseren Alltag wahrnehmen. Das bedeutet nicht, dass ihr Freunde in schwierigen Phasen fallen lassen solltet. Es lohnt sich aber, auf die dauerhafte emotionale Balance zu achten.

So prüft ihr euer Umfeld: Fragt euch nach einem Treffen nicht nur, ob es nett war. Achtet auch darauf, wie ihr euch danach fühlt. Ruhiger? Motivierter? Oder regelmäßig erschöpft und klein gemacht? Pflegt bewusst Kontakte, bei denen Unterstützung in beide Richtungen fließt. Und setzt Grenzen, wenn sich Gespräche dauerhaft nur um Abwertung, Streit oder Hoffnungslosigkeit drehen. Grenzen bedeuten nicht, jemanden im Stich zu lassen. Sie verhindern, dass ihr selbst jede emotionale Last übernehmt.

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Ändert nicht alles gleichzeitig

Fünf Gewohnheiten auf einmal loswerden zu wollen, endet schnell bei Gewohnheit Nummer vier: Ihr schiebt das ganze Vorhaben auf. Sucht euch deshalb für die nächsten sieben Tage genau einen Punkt aus. Legt heute eine feste Schlafenszeit fest. Plant einen alkoholfreien Feierabend. Startet eine unangenehme Aufgabe für zehn Minuten. Meldet euch bei einem Menschen, der euch guttut. Oder ersetzt einmal täglich „Das kann ich nicht“ durch „Das kann ich noch nicht“.

Euer Gehirn braucht kein radikales Selbstoptimierungsprogramm. Es braucht vor allem Routinen, die Konzentration, Erholung und klare Entscheidungen nicht unnötig erschweren. (lha)

Verwendete Quellen: Smart Up News