Studie alarmiert SchlafforscherDiese drei Schlafmuster können dem Gehirn schaden

Frau schläft im Bett.
Gesunder Schlaf ist so wichtig (Symbolbild)
picture alliance / PantherMedia | Viktor Cap

Verursacht schlechter Schlaf Veränderungen im Gehirn?
Gesunder Schlaf ist wichtig, weil der Körper dabei wichtige Reparatur- und Regenerationsprozesse leistet. Doch welche Auswirkungen kann es auf uns haben, wenn wir nicht gesund schlafen? Eine neue Studie zeigt messbare Auffälligkeiten im Gehirn, wenn wir zu wenig schlafen, häufige Nickerchen machen oder unter langen Wachphasen leiden.

White Matter Hyperintensities durch Schlafphänomene?

23.377 Menschen haben an der Studie teilgenommen, sie alle galten zu Beginn der Datenerhebung zwischen 2006 und 2010 als gesund. Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Demenz, psychiatrischen Diagnosen, Krebs oder Schlaganfällen wurden ausgeschlossen. Ihr Schlafverhalten gaben die Teilnehmenden per Fragebogen an. Jahre später folgte dann ein Blick ins Gehirn, wie eine Beobachtungsstudie aus dem Fachjournal Alzheimer’s & Dementia beschreibt. Ihr Ergebnis klingt nach einem Weckruf für alle, die Schlafmangel mit Sport oder gesunder Ernährung wieder wettmachen wollen.

Die Studienteilnehmer haben im Schnitt neun Jahre später einen MRT-Abgleich gemacht. Dabei vermaßen die Forschenden unter anderem die weiße Substanz im Gehirn und suchten nach Auffälligkeiten. Bei bestimmten Schlafmustern fanden die Forschenden mehr Hinweise auf kleine Gefäßschäden in der weißen Substanz des Gehirns. Gemeint sind sogenannte White Matter Hyperintensities, kurz WMH. Sie gelten als Marker für Veränderungen an Blutgefäßen und stehen mit einem höheren Risiko für vaskuläre Demenz und kognitive Probleme in Verbindung.

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Diese Schlafgewohnheiten fallen besonders auf

Drei Muster stachen in der Untersuchung hervor. Menschen, die weniger als sechs Stunden schliefen, häufig tagsüber ein Nickerchen machten oder stark unter Schlaflosigkeit litten, zeigten später ein höheres WMH-Volumen. Genau diese Schlaftypen könnten also ein erhöhtes Risiko haben, an Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen zu erkranken. Besonders auffällig war der Zusammenhang bei häufigem Tagschlaf.

Dass schlechter Schlaf mit Demenzrisiko und geistigem Abbau zusammenhängen kann, beschäftigt die Forschung schon länger. Neu an dieser Auswertung ist, dass die einzelnen Schlafgewohnheiten getrennt betrachtet wurden. So konnten die Forschenden genauer sehen, welche Muster besonders stark mit den Veränderungen im Gehirn verbunden waren.

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Warum Schlaf und Gehirn jetzt noch stärker in den Fokus rücken

Spannend ist auch, dass die Zusammenhänge bestehen blieben, nachdem Faktoren wie Blutdruck, BMI, Rauchen und körperliche Aktivität herausgerechnet wurden. Die Studie beschreibt also, dass wichtige Aspekte der Schlafqualität quasi Merkmale der Gehirngesundheit widerspiegeln – unabhängig von bekannten Risikofaktoren.

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So alarmierend die Daten klingen, sie beweisen keine direkte Ursache. Denn es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Forschenden können also nicht sicher sagen, dass schlechter Schlaf die Veränderungen im Gehirn tatsächlich verursacht. Dazu kommt, dass die Schlafangaben auf Selbsteinschätzungen beruhen. Erinnerungslücken oder eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Schlafs können die Ergebnisse beeinflussen. Für gesicherte Aussagen über den Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Veränderungen im menschlichen Gehirn sind weitere klinische Studien nötig. (lha)

Verwendete Quellen: Fitbook, Alzheimer’s & Dementia