Erstes Geschäft in Deutschland offenbar kurz vor Schließung

Jetzt hat es auch Zara erwischt: Mutterkonzern Inditex muss bis zu 1.200 Filialen schließen

In Deutschland muss jetzt offenbar die este Filiale schließen.
© dpa, Uwe Anspach, ua vco

02. Juli 2020 - 11:04 Uhr

Modekonzern Inditex muss auf Corona-Krise reagieren

Kaum ist die Entscheidung gefallen, welche 62 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof schließen müssen, kommt die nächste schlechte Nachricht aus dem Einzelhandel: Auch der Mutterkonzern von Zara, Inditex aus Spanien, muss Filialen dicht machen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sind bis zu 1.200 Filialen betroffen, die bis 2022 schließen sollen.

Zara-Filiale in Deutschland steht kurz vor der Schließung

Betroffen ist offenbar bereits jetzt eine Zara-Filiale in der Bremer Innenstadt. "Wir haben gesicherte Informationen, dass die Filiale schließt", zitiert der 'Weser-Kurier' Sandra Schmidt vom Verdi-Regionalverband Bremen-Nordniedersachsen. Von Zara oder Inditex gab es noch keine Stellungnahmen zu einzelnen Filialschließungen.

Für die Innenstädte werden die zahlreichen Filialschließungen immer problematischer. Denn neben Galeria Karstadt Kaufhof haben auch Händler wie C&A, Tally Weijl oder Runners Point Filialschließungen angekündigt oder bereits durchgeführt. Experten warnen bereits vor einer Verödung der Städte.

409 Millionen Euro Verlust im ersten Quartal 2020

Der spanische Textilhändler Inditex, zu dem neben Zara auch die Marken von Bershka, Pull & Bear sowie Massimo Dutti gehören, musste wegen der Coronavirus-Pandemie rund 6.000 Läden zeitweise schließen und ist erstmals seit vielen Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich betrug der Verlust im bis Ende April gelaufenen ersten Geschäftsquartal 409 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Gewinn von 734 Millionen Euro erwirtschaftet worden war, wie der Eigner von Modeketten wie Zara mitteilte. Zu dem hohen Minus trug auch eine Rückstellung für den weiteren Konzernumbau bei. Ohne diese hätte der Verlust bei 175 Millionen Euro gelegen. Für die Spanier ist es der erste Quartalsverlust seit ihrem Börsengang 2001.

Für das vergangene Jahr will der Konzern nun eine reguläre Dividende in Höhe von 35 Cent je Aktie zahlen. Trotz der Krise will Konzernchef Pablo Isla bis 2022 nun weitere rund 900 Millionen Euro jährlich für den Unternehmensumbau und den Ausbau des Online-Handels in die Hand nehmen, wobei allein rund eine Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren in die Digitalisierung fließen sollen.

Der Konzern geht davon aus, bis Ende Juni in den meisten seiner Schlüsselmärkte die Geschäfte wieder in Betrieb nehmen zu können. Während der Lockdown-Periode hatten die Spanier im Gegenzug einen deutlichen Anstieg der Verkäufe im Online-Geschäft registriert. Im besonders von der Pandemie betroffenen Monat April konnte Inditex die Umsätze im Internet nahezu verdoppeln. Auf Quartalssicht brachen die Gesamterlöse im stationären Handel und online jedoch um 44 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro ein.

Auch H&M in der Krise

H&M, der zweitgrößte Modekonzern hinter der Zara-Mutter Inditex, hat infolge der Coronakrise ebenfalls einen Umsatzeinbruch verbucht. Die Erlöse sanken beid en Schweden im Zeitraum März bis Mai um 50 Prozent auf 28,7 Milliarden Kronen (2,8 Milliarden Euro). Analysten hatten mit einem noch höheren Rückgang auf 27,5 Milliarden Kronen gerechnet. Inzwischen wurden die Filialen schrittweise wieder eröffnet. Gleichwohl ist die Nachfrage noch rückläufig. H&M teilte mit, die Verkäufe in lokaler Währung seien in den ersten 13 Tagen im Juni um 30 Prozent geschrumpft.