Wüst oder Kutschaty

Wer macht das Rennen bei der Landtagswahl in NRW?

Am Sonntag wird in NRW gewählt. Es dürfte spannend werden.
Am Sonntag wird in NRW gewählt. Es dürfte spannend werden.
© IMAGO/Rene Traut, www.imago-images.de

11. Mai 2022 - 14:51 Uhr

Kaum ist die Landtagswahl in Schleswig-Holstein vorbei, steht schon die nächste ins Haus. Am 15. Mai wählt Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag.

Amtsinhaber Hendrick Wüst will seine erste Wahl gewinnen. Herausforderer Thomas Kutschaty will das um jeden Preis verhindern und selbst Chef der Staatskanzlei in Düsseldorf werden.

Aber wer sind eigentlich die beiden Kandidaten und wofür stehen sie?

Lese-Tipp: Alle Infos zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gibt es auch im Live-Ticker.

Der Ministerpräsident Hendrik Wüst

Mit erst 46 Jahren gehört Hendrik Wüst definitiv zu den jüngeren Ministerpräsidenten in Deutschland und auch seine Amtszeit ist bisher eher kurz. Erst im Herbst 2021 wurde er als Nachfolger von Armin Laschet, der nach der Bundestagswahl nach Berlin gewechselt war. Vorher war er NRW-Verkehrsminister.

Trotz der kurzen Zeit konnte sich Hendrik Wüst aber schon einen Namen in der deutschen Politik machen, was aber vor allem auch daran lag, dass er der Chef der Ministerpräsidentenkonferenz war. Dieser Posten bescherte ihm reichlich TV-Auftritte – vor allem dann, wenn es nach den Treffen mit der Kanzlerin oder dem Kanzler neue Corona-Maßnahmen zu verkünden gab.

Einen Rückschlag erlebte er allerdings als sich seine damalige Umweltministerin Ursula Heinen-Esser in die Mallorca-Affäre verstrickte. Zwar pochte Wüst auf ihren Rücktritt, aber die SPD versuchte, gegen Wüst Stimmung zu machen.

Laschets Erbe

Politisch will Wüst das Erbe von Armin Laschet fortführen. Er gilt als sehr konservativ – vor allem in Bezug auf die Energiewende. Im Interview mit RTL sagte Wüst, er halte nichts davon, die Abstandsregeln für Windkraftwerke zu verringern. "Immerhin sind wir noch die schnellsten unter den Langsamen" und bezog sich dabei darauf, dass alle Bundesländer beim Ausbau erneuerbarer Energien Nachholbedarf hätten, NRW aber noch am besten dastehe.

Auch in der Bildungspolitik will er weiter auf Laschets Kurs setzen und vor allem den Lehrermangel bremsen. 10.000 zusätzliche Lehrer sollen in den kommenden Jahren eingestellt werden – vor allem durch bessere Ausbildungsbedingungen für Lehramtsstudenten.

Privat lebt Hendrik Wüst mit Frau Katharina und seiner kleinen Tochter Philippa im westfälischen Rhede. In seiner Freizeit fährt er gerne Rad und ist passionierter Jäger.

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Der Herausforderer Thomas Kutschaty

Thomas Kutschaty ist 53 Jahre alt und zumindest auf dem Papier das genaue Gegenstück zu Hendrik Wüst. Er kommt aus einer Eisenbahner-Familie, lebt im Ruhrgebiet in Essen und ist der erste in seiner Familie, der studiert hat.

Genau wie Wüst ist er seit 2005 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags und war auch schon Minister bis 2017 – allerdings unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Sollte seine SPD am 15. Mai als Wahlsieger aus der Landtagswahl hervorgehen und er die Möglichkeit einer Koalition mit den Grünen, der FDP oder beiden haben, will Kutschaty NRW politisch umkrempeln. Vor allem in der Bildung will er einiges ändern. "Kinder aus benachteiligten Quartieren brauchen eben bessere schulische Bedingungen", so Kutschaty im RTL-Interview. Die SPD hatte vor allem während der Corona-Pandemie immer wieder mehr Unterstützung für Schülerinnen und Schüler gefordert.

Und auch bei der Energiewende will Kutschaty einen gänzlich anderen Weg einschlagen. "Einstieg in Windkraft, Einstieg in Solarenergie – da sind wir viel zu langsam in NRW." Er will als Ministerpräsident deshalb die Abstandregel für Windkraftanlagen zu Wohnhäusern kippen.

Wer wird Ministerpräsident?

Laut aktueller Umfragen bahnt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD an. Aktuell konnte die CDU wieder leicht zulegen und liegt nun mit 31 Prozent zwei Prozentpunkte vor der SPD mit 29 Prozent. Die Grünen kommen auf 16, die FDP auf 8 Prozent. Die AfD würde 6 Prozent der Stimmen bekommen, die Linke wäre aktuell mit 3 Prozent nicht im Landtag vertreten.

Besonders spannend ist aber: Weder für die aktuelle Landesregierung aus CDU und FDP, noch für die Rot-Grün würde es aktuell zu einer Mehrheit reichen. CDU und Grüne hätten hingegen eine knappe Mehrheit, genauso wie eine Ampel.

Alle Hochrechnungen und Prognosen finden Sie am Wahlabend hier

(dpa,sst)

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