Ein Arzt erklärt die möglichen Ursachen

Erneuter Schwächeanfall bei Angela Merkel - was steckt dahinter?

27. Juni 2019 - 13:46 Uhr

Zitteranfall bei Vereidigung von neuer Justizministerin

Ist es doch mehr als ein Schwächeanfall aufgrund der Hitze? Bei der heutigen Vereidigung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht im Schloss Bellevue hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut einen Zitteranfall gehabt: Bei der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zittert Angelas Merkels Beine stark, ihre ganze Haltung wirkt krampfartig, genau wie bei ihrem ersten Schwächeanfall vor neun Tagen. Im Video sehen Sie, wie Angela Merkel versucht, die Haltung während des fast zweiminütigen Zitteranfalls zu bewahren.

Dr. Christoph Specht erklärt, was hinter ihrem erneuten Schwächeanfall stecken könnte. Kreislaufprobleme aufgrund der Hitze oder doch mehr?

Dr. Spechts Differenzialdiagnose: Es könnte ein Infekt sein

"Grundsätzlich ist es schwierig, eine Ferndiagnose zu stellen. Ich sehe aber, dass die Bundeskanzlerin keinen Schwächeanfall aufgrund der Hitze hat. Angela Merkel befindet sich während der Vereidigung im Schloss Bellevue und die Räume sind auf jeden Fall klimatisiert", erklärt uns Dr. Specht.

Er vermutet, dass es sich um einen Infekt handelt: "Angela Merkel hat Schüttelfrost. Das deutet auf einen Infekt hin, der immer wieder aufflammt. Der Schüttelfrost geht schnell wieder weg, doch der Infekt ist oft die Ursache einer anderen Krankheit. Es könnte sich, vorsichtig ausgedrückt, zum Beispiel um eine Nierenbeckenentzündung handeln oder um eine Sepsis, was ich aber ausschließe, da Angela Merkel die Kraft hat, zu stehen. Vielleicht ist sie auch stark unterzuckert, was auf Diabetes hinweisen könnte. Eine neurologische Krankheit, wie altersbedingter Tremor, wo auch ein Zittern auftritt, oder Parkinson, schließe ich aber definitiv aus. Doch um wirklich die Ursache herauszufinden und somit eine sichere Diagnose zu stellen, müsste Angela Merkel für ein, zwei Tage stationär untersucht werden. Es ist gut möglich, dass dies bereits gemacht worden ist. Wahrscheinlich standen der Bundeskanzlerin auch während der Vereidigung Ärzte bei."