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Themen und Personen

Justizministerium

Das Justizministerium ist eine Behörde, die sich dem Aufgabenfeld Justiz widmet. Die Behördenleitung kommt der Justizministerin bzw. dem Justizminister zu.

Justizministerium picture alliance / Fotostand | Fotostand / Grosshanten

Das Justizministerium ist eine Behörde, die sich dem Thema der Justiz widmet. Ein Großteil der modernen Demokratien verfügt über ein Justizministerium: dazu zählt das United States Department of Justice sowie das Ministero della Giustizia in Italien. Das deutsche Justizministerium heißt Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, die Geschichte der Behörde reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Zu den Aufgabenbereichen des deutschen Justizministeriums gehört die Gesetzgebung - so berät das Justizministerium andere Bundesministerien bei Gesetzgebungsvorhaben. Dabei ist das Ministerium zuständig für verschiedene Rechtsbereiche: vom Bürgerlichen Recht über das klassische Strafrecht bis zum Wirtschaftsrecht.

Geschichte des Bundesministeriums für Justiz und für Verbraucherschutz

Bereits 1848 gab es mit Robert von Mohl einen ersten Reichsjustizminister, doch 1849 wurde die Behörde vorübergehend wieder abgeschafft. 1877 schließlich wurde das Reichsjustizamt neu gegründet. 1919, in der Weimarer Republik, folgte aus dem Reichsjustizamt ein vollwertiges Reichsjustizministerium, das nun nicht mehr bloß von Staatssekretären, sondern von Ministern geführt wurde. Zu den bekanntesten Justizministern jener Zeit gilt der Rechtsphilosoph Gustav Radbruch, der das Amt in den 20er-Jahren unter anderem im Kabinett Stresemann I und Stresemann II innehatte. Er beeinflusste das deutsche Justizverständnis durch seine Distanzierung von der Todesstrafe und durch sein an der Idee der Gerechtigkeit orientiertes Rechtsverständnis. Nach der Machtergreifung Hitlers war das Reichsjustizministerium wesentlich an den Justizverbrechen der nationalsozialistischen Zeit beteiligt - und sorgte für eine Gleichschaltung der Justiz. Mit der Einführung des Grundgesetzes 1949 wurde diese Gleichschaltung wieder aufgehoben, das moderne und heute bekannte Justizministerium wurde als Bundesbehörde etabliert.

Bedeutung und ehemalige Minister

Zusammen mit dem Finanz, Innen-, Außen- und Verteidigungsministerium gehört das Justizministerium zu den sogenannten klassischen Ressorts in Deutschland, der Justizminister übernimmt die Aufgabe des Verfassungsministers. Erster Justizminister ab 1949 war der FDP-Politiker Thomas Dehler (1949 bis 1953). Einige der seitherigen Justizminister wurden von den Parteien FDP und SPD gestellt - dazu gehören Hans-Jochen Vogel (1974 - 1981, SPD), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (1992-1996, 2009-2013, FDP) sowie Brigitte Zypries (2002-2009, SPD).