Raus aus dem Dispo!

6,6 Millionen Deutsche sind Januar 2022 im Minus

14. Januar 2022 - 15:56 Uhr

Teure Weihnachtsgeschenke, Versicherungsbeiträge und steigende Energiekosten: Rund 6,6 Millionen Deutsche befinden sich im neuen Jahr im Dispo. Und fast jeder zweite Disponutzer ist dabei mit mehr als 1.500 Euro im Minus. Und das kostet extra! Im Video geben bekannte Verbraucherexperten Tipps, wie man erst gar nicht in den Dispo kommt.

Fast jeder zweite Disponutzer überzieht das Konto um mehr als 1.500 Euro

Laut einer repräsentativen Umfragen im Auftrag des Kreditportals smava befinden sich im Januar 2022 rund 17 Prozent mehr Volljährige im Dispo als im Vorjahr. Rund jeder Sechste (16,8 %) ist mit bis zu 250 Euro im Minus. Ebenso viele (16,8 %) sind bis zu 500 Euro im Dispo. Fast jeder zweite Disponutzer (49,5 %) überzieht das Konto um mehr als 1.500 Euro. Und das ist teuer. Denn laut einer Erhebung von Stiftung Warentest liegen die durchschnittlichen Dispozinsen bei Banken und Sparkassen bei 9,51 Prozent.

"Mit knapp 10 Prozent Zinsen ist der Dispo eine sehr teure Art, sich Geld zu leihen. Er sollte deshalb nur für kurze Zeit genutzt werden. Denn je länger man ihn nutzt, desto mehr Zinsen zahlt man", sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer des Kreditportals smava.

Neben hohen Zinsen hat die langfristige Disponutzung noch einen weiteren Nachteil: Jede weitere Rechnung, zum Beispiel für die Kfz-Versicherung oder eine Autoreparatur, lässt einen im Zweifel wieder oder weiter in den Dispo rutschen. Dadurch kann sich die Rückzahlung weiter verzögern und es fallen weitere Dispozinsen an.

Geld-Tipps von Finanzprofi Hermann-Josef Tenhagen

Für Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Finanzportals Finanztip, ist entscheidend, dass man Rücklagen bildet und erst gar nicht in den Dispo fallen kann. Seine Tipps:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Rücklagen bilde! 50 Euro im Monat zur Seite legen, am besten auf ein Tagesgeldkonto. Mit dem Geld können Extra-Kosten bezahlt werden: die Klassenfahrt des Kindes oder die kaputte Waschmaschine.
  • Wenn man ungefähr zwei Netto-Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto hat, dann hat man einen ausreichenden Puffer.
  • Man sollte auf keinen Fall über das Dispo Geschenke kaufen oder seinen Urlaub bezahlen.
  • Ist man erstmal in der Dispo-Falle, muss man jeden Monat Kosten einsparen. Fitnessstudio, Streamingdienst, Handyvertrag – alles muss geprüft werden: Ist das notwendig, geht das auch günstiger. Alleine mit der Kündigung von Abos oder dem Umstieg auf günstigere Verträge kann monatlich schon einiges eingespart werden.
  • Teure Anschaffungen wie Küche oder Auto sollten auf jeden Fall über einen Ratenkredit finanziert werden und nicht über ein Dispo.

Mit etwas Finanz-Disziplin sollte es für jeden möglich sein, nicht in die Dispo-Falle zu geraten. (aze)