Er vergewaltigte seinen Sohn (5) in der Gartenlaube

Missbrauch von Münster: 12 Jahre Haft für Staufenberger

Der Hauptangeklagte Adrian V. wurde vom Landgericht Münster zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Der Hauptangeklagte Adrian V. wurde vom Landgericht Münster zu 14 Jahren Haft verurteilt.
© deutsche presse agentur

06. Juli 2021 - 11:18 Uhr

Nach acht Monaten Prozess: Urteil im Missbrauch von Münster gefallen

Im Missbrauchskomplex Münster soll ein 31-Jähriger aus Staufenberg (Landkreis Gießen) für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das hat das Gericht nach rund acht Monaten Prozess entschieden. Der Mann aus Mittelhessen brachte seinen damals fünfjährigen Sohn mit zum Treffen in der Gartenlaube, in der mehrere Männer ihn und einen weiteren Jungen (10) tagelang vergewaltigten. Zwei weitere Männer und der Hauptangeklagte, ein 28-Jähriger IT-Techniker, wurden ebenfalls verurteilt.

Missbrauchskomplex Münster: 14 Jahre Haft für Adrian V.

Missbrauch in Gartenlaube in Münster: Lange Haftstrafen für Angeklagte

Der 28-jährige Hauptangeklagte muss wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 29 Fällen für 14 Jahre ins Gefängnis. Für die Zeit danach ordnete das Landgericht Münster für den Hauptangeklagten wegen Wiederholungsgefahr Sicherungsverwahrung an. IT-Techniker Adrian V. gilt als Schlüsselfigur in dem am Dienstag beendeten Prozess mit vier weiteren Angeklagten. Die Urteile für die anderen Männer lauten:

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  • 10 Jahre Haft für einen Mann aus Hannover (36) für 4 Fälle,
  • 11 Jahre und 6 Monate für einen 43-Jährigen aus Schorfheide in Brandenburg für 5 Fälle.

Auch für diese Männer ordnete das Gericht Sicherungsverwahrung an. Damit folgte es weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Wegen Beihilfe soll die Mutter (46) des IT-Technikers für 5 Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 6 Jahre plädiert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Kriminalpsychologe zum Missbrauch in Münster "Es entsteht eine Gruppendynamik"

Fälle von Kindesmissbrauch in Münster, Lügde und Bergisch Gladbach

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben. In dem Komplex wurden bereits fünf Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Insgesamt wurden durch die Ermittler mehr als 50 Tatverdächtige identifiziert, von denen derzeit etwa 30 in U-Haft sitzen. (dpa)