Am frühen Nachmittag richtet sich der Blick der Einsatzkräfte gen Himmel: Es regnet. Das hilft, doch die Schauer reichen nicht aus, um den Waldbrand zu löschen.
Die ganze Nacht hindurch haben sie gegen die Flammen gekämpft und verhindert, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Aktuell haben die Helfer die Lage im Griff.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wüst unterbricht seinen Urlaub, um sich selbst einen Eindruck zu machen. Und AN DIE Bevölkerung zu appellieren.
OT Hendrik Wüst, Ministerpräsident NRW: "Bisher ist kein Haus verloren gegangen, noch schlimmer wäre, wenn Menschen zu Schaden kämen, auch das ist verhindert worden. /
In diesem Waldstück scheint auf den ersten Blick alles schon wieder in Ordnung. Doch versteckt im Boden lodern noch Glutnester, die die Einsatzkräfte öffnen und löschen müssen. Sonst brennt es hier sehr bald wieder lichterloh. Keine ungefährliche Arbeit:
OT Peter Berndgen, Pressesprecher Feuerwehr: "Die Bäume, wenn man sich die mal anguckt, die sind unten nur ein Stück weit angebrannt, sind im oberen Bereich intakt, trotzdem verlieren die durch Feuereinwirkung, die intensiv ist während der Brandphase, an Stabilität. Vor allem die kleinen Bäume, die kippen von einer Sekunde auf die andere um."
Trotzdem arbeiten die 1400 Einsatzkräfte von Bund und Ländern weiter bis zur völligen Erschöpfung. Getragen von der Hilfsbereitschaft unzähliger Freiwilliger. Im Großen wie im Kleinen.
Der geräumte Ortsteil Gey bleibt vorerst evakuiert. Sehr zum Leidwesen von Evelyn Krieger, Ralf Becker und Hund Poldi, die ihr Haus Hals über Kopf verlassen mussten.
OT Ralf Bäcker, Evakuierter Anwohner von Hürtgenwald-Gey: Wir haben noch zwei Katzen, das sind Freigänger. Die sind jetzt seit 24 ne 36 Stunden nicht versorgt worden."
Wann sie wieder nach Hause dürfen, ist offen. Denn für morgen ist Westwind angekündigt. Der könnte zusätzlich einen in Belgien wütenden Waldbrand über die nahe Grenze in die Eifel drücken - und den Einsatzkräften hier ganz neue Probleme bereiten.