Mörder und Vergewaltiger

Magazin: Russland rekrutiert Söldner aus afrikanischen Gefängnissen

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Putins Krieg gegen die Ukraine läuft nicht wie geplant.
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Putins Feldzug gegen die Ukraine läuft nicht, wie geplant. Es fehlt an allem, vor allem ausgebildetem Personal. Eines der Standbeine des Kreml-Despoten ist daher die Söldner-Gruppe „Wagner“. Die soll ihre Mitglieder nicht nur in Russland rekrutieren – sondern sogar in Afrika, wie Insider berichten. Darunter sollen auch Mörder und Vergewaltiger sein.

Früher erschossen, heute eingegliedert

Die Wagner-Gruppe ist nicht nur in der Ukraine aktiv, sondern auch in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR). Nachdem Russland dem Land Hilfe im Kampf gegen Rebellen zugesagt hatte, haben die Söldner dort großen Einfluss. Dutzende Schwerverbrecher seien bereits rekrutiert worden, berichtet das Newsportal „The Daily Beast“. Die Wagner-Söldner würden die Menschen einfach aus den Zellen holen, berichtet ein Militärangehörige. „Keiner kann sie aufhalten, weil die Regierung ihnen die Macht gegeben hat, zu tun und zu lassen was sie wollen“, sagt der Informant der Zeitung.

Die Rekrutierungen sind nicht nur für Einsätze vor Ort gedacht: „Sie sagen, dass sie dringend Kräfte für den Einsatz in Mali und in der Ukraine suchen“, sagt ein weiterer Offizier. „Ich denke, dass mehr als 20 Menschen, die wir verhaftet haben, freigelassen wurde.“

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Besonders perfide: Bevor der Krieg in der Ukraine stattfand, seien Rebellen, die von den russischen Söldnern oder den Einsatzkräften des Landes verhaftet worden seien, oft von Wagner-Truppen hingerichtet worden. Nun holen sie diese aus dem Knast.

Rekruten aus Afrika an der ukrainischen Front

Das Newsportal hat mit zwei ehemaligen Kämpfern gesprochen. Der sagt: „Den Männern wird sogar Geld geboten, damit sie sich der Truppe anschließe und für viele Menschen ist das deutlich besser als ein Rebell zu sein.“

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Verbrecher und ehemalige Strafgefangene kämpfen demnach seit längerem in den Reihen der Wagner-Gruppe – vor allem in der Ukraine. Erst im Juni wurde bekannt, dass Wagner-Gründer Jewgeni Prigoschin in russischen Gefängnissen nach Soldaten suchte. Er habe Druck auf Gefangene ausgeübt, die im Gefängnis Opfer von Vergewaltigungen und Missbrauch geworden waren. Sie sollten die Wagner-Truppen an der Front unterstützen. Sie waren schlecht ausgerüstet und kaum trainiert, viele sind mittlerweile schon gestorben. Früh seien auch Rekruten aus der ZAR an die Front in der Ukraine geschickt worden. Doch die Gruppe kümmerte sich nicht um die Männer. Viele seien schließlich im Donbass von den Russen hungernd und frierend zurückgelassen worden.

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Rainer Munz in Moskau
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Dutzende Kämpfer verschwunden

Dass die Wagner-Gruppe nicht zuverlässig sei, berichten auch die beiden Rekruten: Man habe ihnen 1.000 US-Dollar pro Monat versprochen. Doch bezahlt worden seien die beiden Männer nur unregelmäßig. Irgendwann hätten sie keine Zahlungen mehr erhalten – daraufhin verließen sie die Wagner-Truppen. Doch Dutzende ihrer ehemaligen Kampfgefährten seien in den vergangenen Monaten verschwunden. Die beiden Männer glauben, dass sie in der Ukraine kämpfen – und dort ebenfalls zurückgelassen worden. „Sie nehmen die Menschen ihren Familien ohne Informationen weg. Wenn etwas falsch läuft, weiß niemand, was ihnen passiert ist.“

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