Schwestern (7 & 9) starten Petition gegen Wegwerf-Spielzeug

Happy Meal bald ohne Plastik? Das machen McDonald's Deutschland und Burger King für mehr Nachhaltigkeit

18. Juli 2019 - 18:36 Uhr

Wieder nehmen Kinder den Umweltschutz in ihre Hände

Da hat sich wohl jemand ein Beispiel an Greta Thunberg genommen! Die sieben- und neunjährigen Schwestern Caitlin und Ella McEwan aus Großbritannien nehmen den Schutz der Umwelt selbst in die Hand und fordern von den großen Fast-Food-Ketten McDonald's und Burger King: Kein Plastik-Spielzeug mehr im Happy Meal! Wie die beiden Unternehmen auf diese Forderung reagieren und vor allem, was Kinder dazu sagen, wenn bald Schluss sein sollte mit den Plastik-Toys, zeigen wir im Video.

Der Spielspaß ist meist nur von kurzer Dauer

Knapp 400.000 Menschen haben die Petition der engagierten Schwestern auf Change.org bereits unterschrieben – Tendenz steigend. Die Mädchen hatten in der Schule über die Folgen von Plastikmüll auf die Meere und die Tierwelt gelernt und wollten nicht untätig bleiben. Sie beschlossen, eine ganz spezifische Quelle an meist eher kurzlebigem Plastik in Angriff zu nehmen: die Spielzeuge in den Kindergerichten der Fast-Food-Riesen.

"Wir gehen gerne bei Burger King und McDonald's essen, aber Kinder spielen mit den Plastik-Spielzeugen, die sie uns geben, nur für ein paar Minuten, bevor sie weggeworfen werden und Tieren schaden und die Meere verschmutzen", heißt es in dem Petitionsaufruf. "Wir wollen, dass alles, was sie uns geben, nachhaltig ist, sodass wir den Planeten für uns und für zukünftige Generationen beschützen können."

Ella und Caitlin: Petition gegen Plastik-Spielzeug bei Fast-Food-Riesen
Ella und Caitlin sind stolz auf den Erfolg ihrer Petition.
© Change.org

Ein nobles Ziel – doch wie reagieren McDonald's und Burger King auf die Forderung?

Die Kindermenüs der Fast-Food-Ketten sind sicherlich einer der Gründe, weshalb schon die Kleinen gerne dort essen gehen. Verzichten wollen daher weder McDonald's Deutschland noch Burger King auf eine kleine Überraschung zu Burger, Pommes, Nuggets und Co. Stattdessen sind bei McDonald's Deutschland im Happy Meal statt der Plastikfiguren Bücher und ab und zu Gesellschaftsspiele erhältlich. Dieses Angebot könnte beispielsweise noch ausgebaut werden. Doch das ist nicht das einzige, was McDonald's in Sachen Nachhaltigkeit plant.

Auch bei Burger King arbeite man "aktiv an der Entwicklung nachhaltiger Verpackungen und alternativer Spielzeuglösungen", wie es in einer Pressemitteilung in Reaktion auf die Petition heißt.

McDonald's Deutschland will 1.000 Tonnen Plastik sparen.

In einem Pilotexperiment in Berlin, dem Better M Store, wurden 10 Tage lang nachhaltige Plastikalternativen als Verpackung getestet. Ein paar dieser Alternativen will McDonald's Deutschland nun regulär ins Programm nehmen.

"Wir werden beispielsweise im nächsten Jahr unsere Dessertverpackungen umstellen und nach der Umstellung 1.000 Tonnen Plastik pro Jahr einsparen", erklärt Philipp Wachholz von McDonald's Deutschland. Das sei McDonald's Deutschland zufolge gut ein Drittel weniger Plastik an "eigenen Gästeverpackungen". Zum Vergleich: In Deutschland produzieren wir laut Statista pro Kopf und Jahr 37,6 Kilogramm Plastikmüll. 1.000 Tonnen wäre somit der Jahreswert an Plastikmüll von 26.595 Menschen, die eingespart werden könnten.