Nach Fund von Frauenleiche in Hamm

Das ist die ungewöhnliche Aussage des Verdächtigen

22. September 2021 - 8:57 Uhr

Menschen in Hamm stehen unter Schock

Immer noch sind die Menschen in Hamm geschockt. Sie zeigen Anteilnahme an einem schrecklichen Verbrechen, mit Kerzen und Blumen im Park des Oberlandesgerichts (OLG-Park). Denn dort gab es am Wochenende einen grausamen Fund: eine junge Frau liegt tot unter einem Baum – halbnackt. Die Ermittler gehen von einer Gewalttat aus. Und: Sie haben einen Tatverdächtigen. RTL-Reporter Ulrich Klose fasst den Stand der Ermittlungen im Video zusammen.

Hamm: 27-jähriger Tatverdächtiger nach Festnahme wieder frei

Nach dem Fund der Leiche einer jungen Frau in Hamm ist ein 27-Jähriger als Tatverdächtiger festgenommen worden. "Dieser Mann hat eingeräumt, dass er auch in derselben Lokalität gewesen war. Und er hat auch eingeräumt, dass er auch mit einer Frau, die denselben Vornamen trägt wie die Geschädigte, sexuelle Kontakte gehabt haben soll. Und weil er sich etwas auffällig verhalten hat, ist er festgenommen worden", erklärt Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund im RTL-Interview.

Ulrich Klose weiß, weshalb die Ermittler stutzig geworden sind: "Die Polizei sagt, so eine Aussage ist völlig unüblich. Das könnte auch eine Ausrede sein für den Fall, dass man später Spuren von ihm an der Frauenleiche entdeckt." Erste Ergebnisse des LKA werden noch am Montagabend erwartet. Trotz der Ungereimtheiten kam der Verdächtige am Montagabend wieder frei. Der Tatverdacht habe bisher nicht erhärtet werden können, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Laut eines Berichts der "Bild" soll die Frau vor ihrem Tod missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht. Die Obduktion weise jedoch auf ein "gewaltsames Todesgeschehen" hin, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Weitere Angaben zur Todesursache machte er nicht. Eine Mordkommission habe ihre Arbeit zudem aufgenommen.

Ahseteich: Such-Aktion mit Tauchern bleibt erfolglos.

Nach dem Fund einer Frauenleiche einer 25-Jährigen in Hamm (NRW) trauern die Menschen.
Kerzen leuchten heute für die verstorbene junge Frau. Die Menschen in Hamm zeigen Anteilnahme an einem schrecklichen Verbrechen.
© RTL

Unterdessen suchten am Montag Taucher stundenlang einen kleinen See (Ahseteich) am Tatort ab. Am Nachmittag hieß es, die Taucher seien abgezogen. Gefunden hätten sie nichts. Die Ermittler hatten gehofft, mit der Aktion auf weitere Beweismittel, wie etwa weiteren Kleidungsstücken oder der Tatwaffe, zu stoßen. Ulrich Klose hat sich ein Bild von dem Tatort gemacht. Dieser liege nur einen Steinwurf vom Oberlandesgericht entfernt. Die Ermittler erhoffen sich nach der Auswertung sämtlicher Überwachungskameras weitere Erkenntnisse.

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Hamm: 25-Jährige wurde Opfer einer Gewalttat

Anwohnerin: Ich gehe hier morgens nicht mehr mit einem guten Gefühl durch den Park

Nach dem Fund einer Frauenleiche in Hamm sorgt sich eine Anwohnerin um die Sicherheit im Park.
Julia Echternkamp wohnt wenige Meter vom Fundort entfernt.
© RTL

Dass in der Nähe eines öffentlichen Gebäudes und eines gut besuchten Parks solch eine schreckliche Gewalttat passieren könnte – das hätten sich die Hammer Anwohner nicht ausmalen können. Julia E. wohnt wenige Meter vom Fundort entfernt. Als sie Sonntagmorgen mit ihrem Hund dort spazieren geht, sieht sie die abgedeckte Leiche der jungen Frau. Eindrücke, die sie nur schwer verkraften kann: "Dieses Gefühl, dass sowas hier passiert ist, ist echt erdrückend. Also ich musste das auch gestern erst verarbeiten, weil ich das so so schlimm finde. Es ist direkt um die Ecke passiert. Ich geh auch hier morgens nicht mehr mit einem guten Gefühl durch den Park. Bin ich ganz ehrlich."

25-Jährige meldete sich noch in der Nacht bei ihrer besten Freundin

Was die Ermittler wissen: Das Opfer war am Samstag mit Freunden auf einer Ausgehmeile unterwegs. "Ihre besten Freunde haben sich gegen vier Uhr bei ihr verabschiedet und sie ist dann noch einige Zeit geblieben. Sie hat dann hinterher noch telefonisch Kontakt aufgenommen zu ihrer besten Freundin, dass sie auf dem Nachhauseweg sei und wollte sich eigentlich nochmal melden, wenn sie denn angekommen ist, sie ist leider nicht mehr angekommen", so Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund zu RTL. (kra)