RTL News>Familie>

Frühgeburt-Horror bei Nadine A.: Frühchen kommt auf der Toilette zur Welt!

Frühgeburt-Horror bei Nadine A.

Klo statt Kreißsaal! Frühchen kommt plötzlich auf Toilette zur Welt

Nadine A.s Tochter Aliya kurz nach ihrer Geburt.
Aliya ist nur 790 Gramm schwer als sie 2013 das Licht der Welt erblickt.
Nadine A. / Privat

von Vera Dünnwald

Nadine A. erlebt 2013 etwas, wovor werdende Mütter womöglich mit am meisten Angst haben: Ihre Tochter Aliya erblickt viel zu früh, in der 27. Schwangerschaftswoche, das Licht der Welt. Die Familie bangt anschließend um die Gesundheit der Kleinen. Doch als wäre der Schreck nicht schon groß genug: Zum Zeitpunkt der Geburt befindet sich Mutter Nadine gerade auf dem stillen Örtchen... Und prompt fällt das kleine Frühchen, das es so eilig hat, in die Toilette! Nadine hat eine sogenannte Sturzgeburt. Wie es Aliya heute geht, erzählt uns Nadine A. im RTL-Interview.

250 Gramm-Frühchen überlebt in Plastiktüte Kleines Wunderbaby aus England
00:41 min
Kleines Wunderbaby aus England
250 Gramm-Frühchen überlebt in Plastiktüte

30 weitere Videos

"Der andere Teil der Nabelschnur hing ja auch noch aus mir raus und es war alles voller Blut“

Vor acht Jahren ist Nadine A. aus Neckargemünd bei Heidelberg zum zweiten Mal schwanger, sie erwartet erneut eine Tochter. Doch bis diese auf die Welt kommt, dauert es noch ein wenig, schließlich ist Nadine A. erst im siebten Monat. Doch Aliya macht ihren Eltern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: „Mein Mann und ich waren normal zu Hause. Ich verspürte plötzlich einen Druck, also ob ich auf Toilette gehen müsste. Da bin ich dann auch hingegangen und was soll ich sagen – auf einmal ist mir mein Baby in die Toilette gefallen.“

An der Nabelschnur „fischt“ die damals 23-Jährige ihre Tochter heraus, lässt sie kurz darauf sogar vor Schreck auf den Boden fallen: „Ich schrie nur noch ‘Das Kind ist auf der Welt!’. Ich war total in Panik und wusste gar nicht was ich machen sollte. Der andere Teil der Nabelschnur hing ja auch noch aus mir raus und es war alles voller Blut“, erzählt Nadine gegenüber RTL.

Nadines Ehemann ruft den Rettungsdienst, der ihnen sagt, sie sollen Aliya in eine Decke einwickeln, damit sie nicht unterkühlt. 45 Minuten später werden sowohl Frühchen Aliya als auch Mutter Nadine ins Krankenhaus gebracht. „Bis dahin hatte Aliya es sogar geschafft, alleine zu atmen, was schon beachtlich war für ein so kleines Baby.“ Drei Monate lang muss das Mädchen anschließend im Krankenhaus bleiben und beatmet werden. „Nach drei Tagen hatte sie ihre erste OP, weil sie ein Loch im Darm hatte. Sie bekam dann für einige Monate einen künstlichen Darmausgang. Zudem brauchte sie eine Bluttransfusion.“

Lese-Tipp: Frühgeburt: Welche Probleme können bei Frühchen auftreten?

Sturzgeburt auf der Toilette: Wie kann das passieren?

Familie A. macht eine schwere Zeit durch. Mutter Nadine erzählt: „Am Anfang durften wir ja kaum bei ihr bleiben, ich durfte dann nur ein bisschen mit Aliya kuscheln. Deswegen hatte ich auch zu Beginn kaum Muttergefühle wenn ich ehrlich sein soll, das war schon schwer eine Bindung aufzubauen. Und ich musste mich auch um meine andere Tochter kümmern, die zu dem Zeitpunkt anderthalb Jahre alt war.“

Immer wieder stellt sich Nadine die Frage, wie es überhaupt zu der spontanen und viel zu frühen Geburt kommen konnte. Zurückzuführen sei das Ganze auf Blutungen, die schon in der 20. Schwangerschaftswoche – also sieben Wochen vor Aliyas Geburt – angefangen haben. „Von dem Zeitpunkt an, bis meine Tochter auf die Welt kam, hatte ich Blutungen. Und niemand wusste woher sie kamen. Die Ärzte sagten mir, dass es zwei Möglichkeiten gibt: Entweder das Kind geht ab – oder es hält sich. Wir können von Glück reden, dass bei uns Zweiteres der Fall war.“ Im Nachhinein stellt sich heraus, „dass meine Nabelschnur regelrecht ‘zerfetzt’ war. Genauso haben die Ärzte mit das mitgeteilt. Es sei einem Wunder geglichen, dass Aliya überhaupt noch im Bauch versorgt werden konnte.“

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Aliya ist stark und eine echte Kämpferin!

Aliya ist heute acht Jahre alt.
Sie bewies es in ihren ersten Lebensmonaten und auch noch acht Jahre später: Aliya ist stark und eine echte Kämpferin!
Nadine A. / Privat

Doch Aliya beweist: Sie ist eine echte Kämpferin. „Bei der Geburt wog sie nur 790 Gramm und war 27 Zentimeter groß. Aber sie hatte schon sehr früh einen starken Lebenswillen, das ist Wahnsinn“, sagt die stolze Mutter. Nadine teilt ihre Erfahrung vor allem deswegen, weil sie anderen Eltern von Frühchen Mut machen will.

Heute ist Nadine A. 31 Jahre alt, ihre Tochter Aliya geht in die Grundschule. „Sie ist gesund, trägt nur eine starke Brille. Denn ihre Sicht ist eingeschränkt, als Folge der Sturzgeburt.“ Des Weiteren habe sie einige weitere Beeinträchtigungen: „Sie hat einen Wachstumshormonmangel, weswegen wir ihr, seitdem sie sechs Jahre als ist, Wachstumshormone in den Oberschenkel spritzen. Das müssen wir so lange machen, bis sie ausgewachsen ist.“ Dass sie anders ist als die anderen bemerke ihre Tochter schon: „Sie geht jetzt in die zweite Klasse. Mittlerweile hat sie die Grundschule gewechselt und macht diese jetzt in fünf Jahren anstatt in vier. Vom Tempo her ist Aliya einfach nicht mehr mitgekommen und hat gemerkt, dass sie immer die Langsamste ist. Jetzt hat sie ein Jahr mehr Zeit.“

Auch mit ihrer Größe hadere das Mädchen: Mit fünf Jahren war sie beispielsweise nur so groß wie eine Zweijährige. Doch bis auf ein paar motorische Schwierigkeiten, „ist kognitiv alles in Ordnung. Sie ist soweit fit und hat kaum größere Einschränkungen.“

Schreiben Sie uns per RTL-Zuschauerpost

Sie benötigen Hilfe oder haben ein Thema für uns? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte an post@rtl.de.