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Friedensdemo für Ukraine statt Rosenmontagszug: "Kölner Karneval kann mehr als feiern"

Protest gegen Angriffskrieg auf Ukraine

Friedensdemo statt Rosenmontagszug: "Kölner Karneval kann mehr als feiern und schunkeln"

Friedensdemo statt Rosenmontagszug Ukraine-Krieg: Köln zeigt sich solidarisch
02:49 min
Ukraine-Krieg: Köln zeigt sich solidarisch
Friedensdemo statt Rosenmontagszug

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Eigentlich wollten die Kölner Karnevalisten einen Rosenmontagszug im Stadion machen. Doch unter dem Eindruck des Kriegs in Ukraine haben sie ihn abgesagt. Stattdessen ist seit zehn Uhr eine Friedensdemo unterwegs, zu der die Veranstalter mehrere Zehntausend Menschen erwarten.

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Zahlreiche Persiflagewagen zum Thema Ukraine

28.02.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Eine Teilnehmerin der Friedensdemonstration am Rosenmontag trägt eine gelbe FFP2-Maske mit der Aufschrift "Stop Putin". Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde das Rosenmontagsfest abgesagt, stattdesse
Eine Teilnehmerin der Friedensdemonstration am Rosenmontag in Köln trägt eine gelbe FFP2-Maske mit der Aufschrift "Stop Putin".
obe sab, dpa, Oliver Berg

Bunt und laut gegen den Krieg Russlands gegen Ukraine: In der Narrenhochburg Köln hat sich am heutigen Rosenmontag um 10 Uhr eine Friedensdemo in Gang gesetzt. Mehrere Zehntausend Menschen beteiligen sich nach Angaben der Polizei, es strömten immer noch mehr Teilnehmer dazu. Aufgerufen dazu hat das Festkomitee Kölner Karneval - Kostüme sind ausdrücklich erwünscht. Angeführt wird der Zug von einem Persiflage-Wagen zum Thema Ukraine.

„Es ist ein drastisches Motiv“, sagte der Zugleiter des Kölner Rosenmontagszugs, Holger Kirsch. „Wir sehen die russische Fahne, die die Friedenstaube aufspießt. Sehr viel Blut auf diesem Wagen.“ Russlands Präsident Wladimir Putin „schert sich einen Dreck um den Frieden, schert sich einen Dreck um Europa, verfolgt eigene Ziele, und das bringt dieser Wagen vortrefflich zum Ausdruck“.

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Friedensdemo in Köln: Verkleiden ja, Kamelle nein

28.02.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Karnevalisten haben sich mit Schildern mit der Aufschrift "Make Fastelovend ! Not war !" bei der Friedensdemonstration am Rosenmontag am Severinstor versammelt. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde
Karnevalisten haben sich am Kölner Clodwigplatz mit Schildern mit der Aufschrift "Make Fastelovend ! Not war !" bei der Friedensdemonstration am Rosenmontag versammelt.
obe sab, dpa, Oliver Berg

Zahlreiche Organisationen unterstützen die Demonstration, unter anderem Parteien, Gewerkschaften, der Bundesligist 1. FC Köln und die Band „Brings“. Die Polizei hat sich auf einen Großeinsatz eingestellt. Der Protestmarsch soll nach Angaben des Festkomitees über eine Strecke von 4,5 Kilometern durch die Innenstadt führen - vorbei an vielen der Motivwagen, die eigentlich für den Rosenmontagszug gebaut worden waren. Bei einer Kundgebung an der Severinstorburg, wo normalerweise auch der Rosenmontagszug startet, sprach unter anderem die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).

In einer Rede sagte sie: „Ich empfinde grenzenlose Bewunderung für all die mutigen Russinnen und Russen, die bereits seit Freitag auf die Straßen ihres Landes gehen.“ Minutenlanger donnernder Applaus der Zuhörer war die Reaktion darauf.

„Der Kölner Karneval kann mehr als feiern und schunkeln. Er lebt vor allem von der Solidarität und der Gemeinschaft, Werte wie Freiheit und Gleichheit sind unser oberstes Gut“, sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. „Typische Elemente“ eines Rosenmontagszuges wie Festwagen, Kutschen oder Kamelle werde es nicht geben, betonte eine Sprecherin.

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Es gelten Maskenpflicht und 3G-Regel

Der klassische Rosenmontagszug war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Als kleinen Ersatz hatte das Festkomitee eigentlich ein Rosenmontagsfest mit Umzug im Kölner Stadion geplant. Doch unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine sagten die Karnevalisten am Donnerstag auch dieses Fest ab und beschlossen stattdessen, eine Friedensdemo zu organisieren.

Für Teilnehmer gelten Maskenpflicht und die 3G-Regel - sie müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Die Stadt verhängte für den gesamten Rosenmontag bis 24.00 Uhr ein Fahrverbot für schwere Lastwagen in der Innenstadt.

Am Nachmittag ist in Köln nach Angaben der Polizei zudem eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen vom rechtsrheinischen Deutz in die Innenstadt geplant. Es sei nicht auszuschließen, dass die beiden Demonstrationszüge zusammentreffen, sagte ein Sprecher. Die Polizei erwarte dadurch keine größeren Probleme, sei aber vorbereitet. (cwa, mit dpa)