Erste Lieferung jetzt in Deutschland erwartet

Was Sie zum Totimpfstoff Novavax wissen müssen

21. Februar 2022 - 7:49 Uhr

In der neuen Woche werden in Deutschland die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Novavax erwartet. "Wir rechnen ab Montag mit der ersten Lieferung", sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Sonntag. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte bereits, dass am Montag (21.2.) 1,4 Millionen Dosen erwartet würden. Wann das Vakzin zum Einsatz kommt, ist Sache der Länder. Einige Länder haben Impfungen ab der ersten Märzwoche angekündigt. Der Novavax-Impfstoff ist bereits das fünfte Vakzin, das in der EU gegen das Coronavirus zugelassen ist.

Im Video erklärt Allgemeinarzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht, was Novavax von den bisherigen Corona-Impfstoffen unterscheidet und was Sie sonst noch über die Impfstoff-Alternative wissen müssen.

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So lief die Zulassung: Positive Ergebnisse aus Phase-3-Studie

In der Phase-3-Studie des US-amerikanischen Unternehmens wurde Probanden der neue Impfstoff gemeinsam mit einer Grippeschutzimpfung verabreicht. Der eigentliche Erfolg dabei: Beide Impfstoffe blieben im Körper wirksam und es kam nur selten zu lokalen oder systemischen Reaktionen. Veröffentlicht wurden die neuesten Erkenntnisse im Fachmagazin "The Lancet". Hier wird berichtet, dass es im Rahmen der Impfung bei den rund 15.000 Studienteilnehmern keine anaphylaktischen Schocks als Folge einer schweren allergischen Reaktion gegeben habe. Auch zu Todesfällen sei es nicht gekommen.

Lese-Tipp: Der Fahrplan für Novavax: Wer kriegt den neuen Impfstoff zuerst?

Vorläufige Prüfung von möglichen Risiken bereits abgeschlossen

Die Experten hatten bereits zuvor in einem Prüfverfahren Studien zur Wirkung bewertet. Auch sei eine vorläufige Prüfung von möglichen Risiken bereits abgeschlossen worden. Sollte die EMA eine bedingte Marktzulassung empfehlen, muss die EU-Kommission noch endgültig zustimmen. Das aber gilt als Formsache. Der Impfstoff NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, hat laut Studien eine Wirksamkeit von 90,4 Prozent, wie Novavax im Juni mitteilte. Das heißt, dass bei geimpften Probanden rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei nicht geimpften Studienteilnehmern.

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Novavax-Impfstoff enthält im Labor hergestellte Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2

Das Novavax-Produkt namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff noch ein Vektor-Impfstoff. Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen und zählt zu den sogenannten Totimpfstoffen.

Was ist ein Totimpfstoff?

"Bei einem Totimpfstoff nimmt man einen kompletten Krankheitserreger und tötet ihn ab, also er wird vorher erstmal im Labor angereichert und dann wird der abgetötete Erreger als Ganzes, als Impfstoff verabreicht", erklärt Prof. Dr. Timo Ulrichs im RTL-Interview. Das Positive: Die Strukturen des Erregers sind noch vorhanden, "aber es ist im Prinzip nur noch eine Hülle, der Erreger kann also keinen Schaden mehr anrichten." Außerdem können sich die Krankheitserreger – oder Bestandteile dieser Erreger – nicht mehr vermehren.

Lese-Tipp: Tot- vs. Lebendimpfstoff - was ist eigentlich der Unterschied?

Joshua Kimmich und Sahra Wagenknecht warten auf Totimpfstoff

Impfung ja oder nein? Bei dieser Frage gehen Meinungen stark auseinander – etwa so stark wie das Unverständnis vieler Menschen gegenüber Ungeimpften. So erregte Profi-Fußballer Joshua Kimmich kürzlich Aufsehen damit, dass er sich bisher gegen eine Impfung entschieden hat. Er soll auf den Totimpfstoff warten, genau wie Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Sie geriet in einer Talkshow mit Gesundheitsexperte Karl Lauterbach aneinander, als sie ihre Zweifel gegenüber der bisher zugelassenen Impfungen äußerte. (dpa/jos/vho)

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