Von kritisch bis super entspannt

Delta-Variante breitet sich aus! In welche Urlaubsländer kann ich überhaupt noch reisen?

Mit der berühmten Lissabonner Straßenbahn die Stadt erkunden - im Moment eher keine gute Idee!
Mit der berühmten Lissabonner Straßenbahn die Stadt erkunden - im Moment eher keine gute Idee!
© dpa, Pedro Fiuza, zeus flm

26. Juni 2021 - 17:54 Uhr

Delta-Variante trifft auf unzureichend geimpfte Bevölkerung

Noch nie war Urlaub so nötig wie in diesem Jahr. Gleichzeitig ist die Versuchung groß, hinter dem Wort Corona-Pandemie jetzt schon einen dicken schwarzen Haken zu machen. Zwei Dinge sprechen dagegen: Neue Varianten wie die Delta-Variante und die noch nicht ausreichend hohe Anzahl an vollständig Geimpften. Die große Sorge: Aus Urlaubsländern schleppen wir die Delta-Variante nach Deutschland ein - und dort trifft sie auf die noch nicht ausreichend geimpfte Bevölkerung. Aber wie ist die Lage aktuell in den beliebten Reiseländern?

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Bundesärztekammer rät von Reisen in Delta-Gebiete ab

Die Bundesärztekammer rät aktuell von Reisen in Urlaubsgebiete ab, wo die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus grassiert. "Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden", sagte Präsident Klaus Reinhardt der Funke-Mediengruppe am Dienstag. Er räumte ein, dass für viele Menschen der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht sei. "Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort."

Aus den Virusvariantengebieten ist eine Einreise nach Deutschland nur mit zweiwöchiger Quarantäne möglich. Als solches ist derzeit vom Robert Koch-Institut Großbritannien als einziges europäisches Land aufgeführt. Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante verbreitet sich aber inzwischen in vielen Ländern schnell. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Varianten. Wie verbreitet ist sie jetzt schon in den beliebten Reiseländern?

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Portugal ist der Delta-Hotspot in der EU

Aufhalten lässt sich Verbreitung der Delta-Virusvariante in Portugal wahrscheinlich nicht mehr. Das beliebte Urlaubsland ist neben Großbritannien der Delta-Hotspot in der EU. In Lissabon macht die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller Fälle aus.

Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante in Portugal gilt das Land ab Dienstag als Virusvariantengebiet, was ein weitreichendes Beförderungsverbot und strikte Quarantäneregeln für Einreisende zur Folge hat. Urlauber, die ab Dienstag aus Portugal zurück nach Deutschland kommen, müssen für 14 Tage in Quarantäne. Diese kann nicht durch einen Test verkürzt werden und gilt auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt.

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Frankreich: Regionen an der südlichen Atlantikküste melden Delta-Anteil von 70 Prozent

Die Inzidenz in Frankreich ist zuletzt stark gesunken und liegt nun bei knapp 22. Der Anteil der Delta-Variante ist im großen Teil des Landes gering. Sie stehe inzwischen für "neun bis zehn Prozent" der Neuansteckungen, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal. In dem Département Landes an der Atlantikküste aber macht die Variante dem Sprecher zufolge bereits 70 Prozent der Neuansteckungen aus. Das Gebiet zwischen Bordeaux und der spanischen Grenze sei das einzige in Frankreich, in dem die Zahl der Neuansteckungen wieder über den europäischen Alarmwert von 50 pro 100.000 Einwohnern gestiegen sei. Die Gegend ist wegen ihrer Strände und Campingplätze auch bei deutschen Urlaubern beliebt.

Laut Robert Koch-Institut gilt Frankreich als einfaches Risikogebiet. Ausgenommen sind jedoch beispielsweise Korsika oder Kontinentalfrankreich. Wer nach Frankreich reisen möchte, muss einen Corona-Test vorlegen, der maximal 72 Stunden alt ist, eine Impfung oder Genesung nachweisen.

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In Spanien ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch

Laut Angaben der Wissenschaftsinitiative GISAID (Global Initiative on Sharing All Influenza Data) wurde die Delta-Variante in den letzten Wochen im Norden bei Vitoria-Gasteiz, in Madrid, um Valencia, Barcelona und auf Mallorca registriert. Noch schlägt sich das nicht in der 7-Tage-Inzidenz nieder. Aktuell liegt sie für Gesamtspanien knapp über 50.

Eine Einreise nach Spanien ist zurzeit aus Deutschland möglich, lediglich ein Formular muss ausgefüllt und vorgelegt werden. Flugreisende müssen zudem einen negativen Corona-Test vorlegen. Auch über Land Einreisende aus den von Spanien als Risikogebiet eingestuften Bundesländern Saarland und Baden-Württemberg müssen den 3G-Nachweis befolgen: Entweder getestet, geimpft oder genesen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in einige autonomen Gemeinschaften wird weiter gewarnt.

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Super entspannte (Delta-)Lage in Italien

In Italien ist die Corona-Lage derzeit sehr entspannt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt knapp unter 10. Italien hat zuletzt bei besonders vielen Abstrichen auch das Erbmaterial auf die Delta-Variante untersucht, berichtet die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RAI in ihrer Südtiroler Ausgabe. Dabei ist man auf nur auf 1,3 Prozent positiver Abstriche gekommen. Den höchsten Anteil der Abstriche untersucht die Region Abruzzen mit 6,67 Prozent. Südtirol folgt mit 5,75 und auch Sardinien liegt mit 4,92 Prozent noch im Spitzenfeld.

Aus Deutschland ist die Einreise nach Italien grundsätzlich ohne Quarantänepflicht gestattet, jedoch können Reisen innerhalb Italiens je nach Einstufung der Region eingeschränkt werden. Die Einreise muss über ein Online-Formular angemeldet werden. Wer sich vorher in anderen Ländern der EU aufgehalten hat, muss den 3G-Nachweis befolgen.

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Ungenaue, aber dennoch geringe Zahlen in Österreich

Die aktuelle Verbreitung der Delta-Variante lässt sich im Moment nur grob schätzen. Das liegt demnach an der Wartezeit bei Sequenzierungen und an zurückgefahrenen PCR-Tests. Bis zum 13. Juni wurden bis zum Ende der Vorwoche 77 Verdachtsfälle entdeckt. Laut der am Montag aktualisierten Übersicht der Gesundheitsbehörden bestätigten sich bis jetzt aber nur 16 Fälle. Am Montag wurden außerdem fünf Verdachtsfälle im Burgenland vermeldet. Insgesamt liegt der Anteil damit bei unter 1 Prozent.

Bei einer Gesamt-Inzidenz von knapp unter 10 ist die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken also äußerst gering. Bei Einreise muss zudem ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, außerdem ist eine Online-Registrierung vonnöten.

Bisher zehn Delta-Fälle in Griechenland

In Griechenland kommen Infektionen mit der Delta-Variante bisher so gut wie gar nicht vor. Laut GISAID-Daten waren es bislang 10 registrierte Fälle. Bei einer Inzidenz von derzeit 25 lässt dies auch hier die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung als äußerst gering erscheinen.

Deswegen wurden die Einreisebedingungen auch vor Kurzen wieder erleichtert: Seit dem vergangenen Wochenende gilt Griechenland nicht mehr als Corona-Risikogebiet — Quarantänemaßnahmen entfallen dementsprechend nach der Rückkehr. Einreisende müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein. In Einzelfällen muss bei Einreise aktuell noch ein Abstrich gemacht werden.

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Türkei immer noch Risiko-Gebiet - Delta kaum vorhanden

Laut GISAID-Daten ist Delta in der Türkei quasi nicht vorhanden, es wurden zuletzt nur zwei Fälle nachgewiesen. Aber es ist unklar, wie aussagekräftig diese Zahl ist. Die EU verlangt für ihre Mitgliedsländer, dass bei fünf Prozent der positiven Abstriche auch das Erbmaterial des Virus untersucht wird - das ist in der Türkei nicht der Fall.

Trotz Inzidenz von unter der immer noch gültigen Einstufung als einfaches Risikogebiet Die Luft-, Land- und Seegrenzen der Türkei sind offen, es gibt Beschränkungen bei der Einreise auf dem Landweg aus dem Iran und bei der Ausreise nach Griechenland. Es muss ein Formular ausgefüllt werden und ein Nachweis über Impfung, Genesung oder ein negativer Corona-Test erbracht werden. (dpa/ija/sli)

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