Noch ein Pieks bei Biontech

Dritte Corona-Impfung und jährliche Auffrischung? Dr. Specht hält das für "realistisch"

19. April 2021 - 11:57 Uhr

Dr. Specht erklärt im Video: Das könnte künftig auf uns zukommen

Zweimal pieksen – und der Schutz mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer ist vollständig. Oder braucht es vielleicht noch eine dritte Dosis? Wahrscheinlich schon, meint Pfizer-Chef Albert Bourla. Sein Unternehmen kooperiert mit dem deutschen Impfstoff-Entwickler Biontech. Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie könnte nach seiner Einschätzung eine dritte Spritze als Auffrischung und anschließend eine jährliche Impfung notwendig werden. RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht hält das für realistisch. Was vermutlich künftig auf uns zukommen wird, erklärt er im Video.

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Muss die Immunisierung aufgefrischt werden?

"Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns dem US-Sender CNBC in einem am Donnerstag veröffentlichten, aber bereits Anfang April geführten Interview. Dabei spielten auch die Varianten von Sars-CoV-2 eine große Rolle.

Wann wäre die dritte Impfdosis nötig? Epidemiologe erklärt

Ob wir die dritte Impfdosis brauchen, ist noch unklar, bestätigt auch Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs auf Nachfrage von RTL: "Das muss man erstmal abwarten. Zur Zeit ist es ja so, dass die Impfabdeckung von allen zugelassenen Impfstoffen immer noch sehr gut ist. Von einigen Varianten mal abgesehen."

Durch diese Impfabdeckung werden wir eine Grundimmunität in die Bevölkerung bekommen. "Das drängt das Virus erstmal sehr stark zurück", erklärt Ulrichs weiter. "Und dann muss man abwarten, wie sich das ganze weiterentwickelt. Das hängt auch davon ab, wie wir es schaffen, auch in ärmeren Ländern zu impfen. Dass das Virus nicht noch die Gelegenheit bekommt, sich noch mehr zu verändern."

Schafft es das Virus doch, sich zu verändern, müsse man in der Tat überlegen, ob man Updates macht, so der Epidemiologe. "Das ist bei mRNA-basierten Impfstoffen ziemlich leicht möglich. Dann würde man nochmal nachlegen und impfen, sodass die Abdeckung auch mögliche Veränderungen des Virus berücksichtigt."

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Quelle: DPA/RTL.de