51-jähriger SUV-Fahrer festgenommen

Trier: Auto rast durch Innenstadt - Baby unter den fünf Toten

02. Dezember 2020 - 10:36 Uhr

Autofahrer rast durch Innenstadt von Trier

In Trier ist ein Auto durch die Innenstadt gerast. Der SUV soll zwischen der Porta Nigra und der Fleischstraße mit über 100 Stundenkilometern in Zickzack-Linien durch die Fußgängerzone gefahren sein. Dabei gab es fünf Tote und mehrere zum Teil schwerst Verletzte. Mittlerweile ist klar: Unter den Toten ist auch ein Baby, wie Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, bestätigte. Im Video sehen Sie Szenen aus der Fußgängerzone in Trier, gefilmt von Augenzeugen.

Amokfahrt in Trier: Zwei Frauen, ein Mann und ein Baby tot

"Nach unsere Erkenntnissen handelt es sich um eine 25-jährige Frau aus Trier, einen 45-jährigen Mann aus Trier, ein neun Wochen altes Baby und eine 73-jährige Frau aus Trier", erklärte ein Sprecher der Polizei am Dienstagabend in einer Pressekonferenz.

Die Mutter des getöteten Babys befindet sich demnach im Krankenhaus. Über den Tod der 52-Jährigen als fünftes Opfer der Amokfahrt informierte die Polizei am späten Dienstagabend.

Malu Dreyer geschockt über die tödliche Fahrt durch die Trierer Innenstadt

"Das allerschlimmste ist heute, Menschen ihr Leben verloren haben", erklärte die Ministerpräsidentin. Man könne sich kaum vorstellen, was die Eltern jetzt durchmachen müssten, die ihr Kind verloren haben, sagte Dreyer in ihrem Pressestatement.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz bestätigte, dass vier Menschen schwerst verletzt worden seien. Fünf weitere Menschen seien erheblich und sechs leicht verletzt. Hinzu kämen zahlreiche Augenzeugen, die von dem, was sie sehen mussten, traumatisiert sind.

Zunächst sprach die Polizei von mehreren Verletzten

SUV-Fahrer rast Menschen in Trier tot - Bernd W. festgenommen
Bernd W. heißt der mutmaßliche Amokfahrer von Trier
© Privat

Die Polizei bestätigte inzwischen, dass vier Minuten nach dem ersten Notruf ein 51-Jähriger aus dem Kreis Trier-Saarburg festgenommen wurde. Bernd W., der zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war, habe wahllos Menschen mit seinem SUV angefahren. Laut Polizei habe er die letzten Tage nicht in einer Wohnung, sondern in seinem Auto verbracht. Er sei zuvor polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Er wird zur Zeit vernommen und soll sich auch zur Tat äußern.

"Im Moment können wir zur Motivation nichts sagen", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, Karl-Peter Jochem. "Wir wissen nicht, warum er das gemacht hat." Es gebe keinerlei Anzeichen in irgendeine Richtung. Der 51-Jährige sei nicht als Gefährder eingestuft. Nach der Festnahme, bei der der Verdächtige erheblichen Widerstand leistete, bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Was Bernd W. jetzt droht, können Sie hier nachlesen.

Es wurde ein Hinweisportal für Zeugen der Tat ein. Wer Fotos oder Videos von der tödlichen Fahrt durch die Fußgängerzone gemacht hat, kann diese dort hochladen, um den Ermittlern bei ihrer Arbeit zu helfen. Außerdem wurde eine Hotline eingerichtet, an die sich Angehörige der Opfer wenden können.

Augenzeugen berichten von verheerenden Szenen in Trier

In den sozialen Medien tauchen immer mehr Bilder und Videos aus der Innenstadt von Trier auf. Sie zeigen einen großes Polizeiaufgebot. Die Polizei bittet darum, die Innenstadt zu meiden. Rettungskräfte laufen durch die Einkaufsstraße.

Die Polizei hat mittlerweile fünf Tote bestätigt. Oberbürgermeister Wolfram Leibe sagte: "Es bot sich ein Bild des Grauens. Es war einfach nur schrecklich." Er habe einen Kinderschuh auf der Straße liegen sehen.

Ein Augenzeuge beschreibt: "Ein Range Rover ist quer durch die Stadt gefahren und hat alles mitgenommen, was ihm in die Quere kam. Kinder, Babys, Erwachsene. Eine Frau hat ein totes Baby auf der Straße gesehen." Eine weitere Augenzeugin berichtet: "Wir haben hier mit Müh und Not versucht, einen Säugling zu beatmen. Der ist tot, konnte nichts mehr machen. Der Ehemann von der Frau und der Säugling, beide tot."

Angela Merkel: "Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig"

"Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Später teilte er dort auch ein Statement der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bilder des mutmaßlichen Tat-Fahrzeugs

Das mutmaßliche Tat-Fahrzeug aus der Innenstadt von Trier.
Hierbei könnte es sich um das Tat-Fahrzeug handeln.
© unbekannt

In einem Video ist zu sehen, wie mehrere Polizisten einen Mann in grauen Jeans neben dem SUV auf den Boden drücken. Ein Krankenwagen kommt mit Sirene angefahren, eine Polizisten läuft auf die anderen Beamten zu. Weitere Informationen zur Festnahme des mutmaßlichen Täters finden Sie hier. Die Polizei sichert Spuren und Einsatzkräfte betreuen traumatisierte Augenzeugen der Tat.