Statt Autos werden hier bald Rüstungsgüter produziertVolkswagen gibt Werk in Osnabrück auf

Das VW-Werk in Osnabrück wird es in Zukunft nicht mehr geben.
Das VW-Werk in Osnabrück wird es in Zukunft nicht mehr geben. 
Dittrich/dpa

Nächster VW-Knall zu Beginn der Woche!
Erst am Freitag (4. September) stimmte der Aufsichtsrat von VW einem drastischen Sparplan zu. 50.000 zusätzliche Stellen sollen gestrichen werden. Jetzt die nächste Hammer-Nachricht: Volkswagen gibt sein Werk in Osnabrück auf. In Zukunft sollen hier Kriegsgüter produziert werden.

75 Prozent der Belegschaft soll bleiben

Rund 1.800 Beschäftigte in Osnabrück sind von der Nachricht betroffen. Für 75 Prozent von ihnen gibt es immerhin etwas Sicherheit, denn das Land Niedersachsen und der Finanzinvestor Aurelius übernehmen den Standort gemeinsam und wollen den Großteil der Beschäftigten zumindest bis Ende 2029 sicher weiter beschäftigen.

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Ihr Arbeitgeber ist dann allerdings kein deutscher Autobauer mehr, sondern ein israelischer Konzern aus dem Bereich der Verteidigungsindustrie. Das erste Projekt unter dem neuen Arbeitgeber ist schon in Planung: In Osnabrück sollen in Zukunft Systeme und Komponenten für Luftverteidigungssysteme für Deutschland und Europa produziert werden.

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Entscheidung ein Erfolg für Mitarbeiter?

Für den Betriebsrat ist der Verkauf des Werkes und die Übernahme vom Großteil aller Mitarbeiter ein eindeutiger Erfolg. „Darauf hat die Belegschaft vor Ort in den vergangenen zwei Jahren mit Hochdruck hingearbeitet. Sie hat ihr umfassendes Know-how unter Beweis gestellt und damit überzeugt. Das Ergebnis ist ihr Erfolg“, erklärt Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo.

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Auch die Gewerkschaft IG Metall ist zufrieden mit der Zukunft des Werkes. „Die Belegschaft in Osnabrück hat immer wieder bewiesen, dass sie Wandel kann und Verantwortung für die Zukunft des Standorts übernimmt. Jetzt kommt es darauf an, diesen Übergang gemeinsam mit den Beschäftigten und ihrer Interessenvertretung zu gestalten”, sagt Christian Benner, erster Vorsitzender der IG Metall, in einer offiziellen Stellungnahme. Auch in der Niedersächsischen Landesregierung, dem im Prinzip neuen Arbeitgeber, löst der Verkauf des Werkes und die Zukunft in der Rüstungsindustrie positive Reaktionen aus. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sieht darin eine große industrielle Chance für Osnabrück.

VW schon lange in der Krise

Seit Monaten ist die Zukunft von einigen VW-Werken in Deutschland ungewiss. Vor zwei Monaten waren die Spar- und Zukunftspläne des Vorstands erstmals im Aufsichtsrat behandelt worden und dort am Widerstand der Arbeitnehmer und des Landes gescheitert. Einem Insider zufolge gingen dem Durchbruch intensive Verhandlungen voraus. Für das Werk in Osnabrück war schon davor klar, dass hier langfristig keine Autos mehr gebaut werden.

Das Land Niedersachsen habe in den Gesprächen vermittelt und schließlich dafür gesorgt, dass am Donnerstag (3. September) ein Sparplan von allen Mitgliedern des Aufsichtsrates unterzeichnet worden ist. 50.000 zusätzliche Beschäftigte sollen das Unternehmen in den nächsten Jahren verlassen.

Verwendete Quellen: VW‑Konzernbetriebsrat, eigene RTL‑Recherche