AfD legt auch im Norden zuNach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt! Große Sorgen bei den norddeutschen Länderchefs

43,8 Prozent für die AfD in Sachsen-Anhalt!
Am Sonntag (6. September) steht fest: Die AfD ist der deutliche Gewinner des Wahlabends, die noch regierende CDU hingegen hat ihr Wahlergebnis mehr als halbiert. Sie landet bei nur noch 17,2 Prozent. Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit am Ende. Es ist ein Erdrutschsieg der Alternative für Deutschland und einer, der auch im Norden für Sorgenfalten sorgt.
Daniel Günther: Die AfD im Nacken
Für Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) ist der Wahlerfolg der AfD Sachsen-Anhalt erschütternd: „Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges liegt mit der AfD eine Partei, deren Landesverband als gesichert rechtsextrem gilt, nahe an der absoluten Mehrheit.” Der 53-Jährige appelliert an alle demokratischen Parteien der Frage nachzugehen, warum ihnen so viel Misstrauen entgegengebracht werde „und was sich ändern muss, um das Vertrauen wieder zurückzugewinnen”. Kleine Korrekturen würden da nicht ausreichen.
In Schleswig-Holstein reagiert Günther mit den Grünen zusammen, kommt in aktuellen Umfragen allerdings auch nur noch auf 27 Prozent. Zum Vergleich: Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2022 bekam Günthers CDU noch 43 Prozent der Wählerstimmen, der AfD gelang mit 4,4 Prozent der Einzug in den Landtag nicht. Heute steht sie in Umfragen bei 18 Prozent. Nächstes Jahr im April wird in Schleswig-Holstein wieder gewählt.
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Olaf Lies in Niedersachsen unter Druck
Zum Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt erklärt Ministerpräsident Olaf Lies (SPD): „Lange schien es undenkbar, dass eine rechtsextreme Partei in Deutschland jemals wieder so stark werden könnte.” Die Demokratie überlebe nur, wenn alle sich gemeinsam für sie einsetzten. „Spätestens jetzt müssen alle verstanden haben, dass Deutschland sich in einer Zäsur befindet, Extremisten rücken vor.”
Auch in Niedersachsen wird nächstes Jahr gewählt, allerdings erst im September. Hier deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SPD von Ministerpräsident Olaf Lies und der CDU an: Beide kommen laut den aktuellsten Umfragen auf 25 Prozent. Die AfD steht mit 20 Prozent auf Schlagdistanz. Bei der letzten Landtagwahl 2022 kam die AfD noch auf 11 Prozent.
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Tschentscher sieht Bewährungsprobe für Föderalismus
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) meldet sich noch am Wahlabend auf Instagram zu Wort. In einem Post heißt es unter anderem: „Eine Beteiligung der AfD an der künftigen Regierung in Magdeburg wäre auch eine Bewährungsprobe für den Rechtsstaat und den Föderalismus in Deutschland insgesamt.”
Bei der letzten Bürgerschaftswahl 2025 kam die AfD in der Hansestadt auf 7,5 Prozent, in den aktuellsten Umfragen steht sie bei 12 Prozent. Tschentschers SPD landete bei der letzten Wahl bei 33,5 Prozent der Wählerstimmen und steht aktuell bei 31 Prozent.

Bremer SPD: „Tiefste Sorge um unsere Demokratie”
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat sich bislang noch nicht öffentlich zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt geäußert. Sein Landesvorsitzender Falk Wagner kommentierte: „Dieses Wahlergebnis stürzt uns in tiefste Sorge um unsere Demokratie, unsere Freiheit und um die Menschen, die von dem Hass der AfD unmittelbar getroffen werden. Ihnen gilt jetzt unsere Solidarität.”
Seit 2023 regiert die SPD in einem Dreierbündnis zusammen mit den Linken und den Grünen, erhielt 29,8 Prozent der Stimmen. Die AfD wurde wegen innerparteilicher Streitigkeiten nicht zur Wahl zugelassen. Aktuelle Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU (21 Prozent), SPD (20 Prozent). Auch in Bremen ist die AfD mit 17 Prozent in Lauerstellung. (ypr)
Verwendete Quellen: AFP, eigene RTL Recherche




