Videoüberwachung auf dem Müll-HotspotSchämt euch, Müllsünder! Wer falsch entsorgt, wird ermahnt – per Lautsprecher

2023-05-14 Müllplatz am Hechtkamp vom 07. Mai und 14. Mail - 20230507_100157901_iOS.jpg
Wer falsch entsorgt, wird ermahnt!
Quelle: Privat

Videoüberwachung und Lautsprecherdurchsagen bei Fehlverhalten.
Die Stadt Garbsen (Niedersachsen) geht bei ihrer Wertstoffinsel einen ungewöhnlichen Weg. Die Menschen, die hier ihren Müll entsorgen, werden per Video überwacht. So hat die Stadt ein Vorzeigemodell geschaffen.

Zehn Jahre Kampf gegen Giftstoffe und Müllberge

Mehr als zehn Jahre hat Ariane Rother die illegale Müllentsorgung dokumentiert. Denn das Vereinshaus und der Sportplatz vom Turnklub Berenbostel, in dem sie Vorstand ist, grenzen direkt an die Müllinsel. „Ich kann mich erinnern, dass wir hier Jubiläum gefeiert haben auf einem Sonntagvormittag. Und die Stadt gebeten hatten, diesen Platz zu reinigen und wir hier Sonntagmorgen angekommen sind und selber erst mal Hand anlegen mussten.”

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Die Wertstoffinsel wird zur vollgemüllten Fläche. Auch Anwohner kennen den Ruf der Wertstoffinsel Am Hechtkamp in Garbsen: „Hier wurde alles abgeladen. Haushaltsgeräte, Klamotten. Und da kamen ja auch Ratten und Viehzeug“, erzählt eine Anwohnerin Heike Grobecker.

Letztes Mittel: Dauerhafte Überwachungskameras

Über Jahre versucht die Stadt Garbsen die Situation in den Griff zu kriegen, mit einem Zaun, regelmäßigen Kontrollen und Schildern. Doch am Ende bleibt nur noch ein Mittel: Ständige Überwachung. „Da lagen Giftstoffe, also Öle und das ist dann an der Stelle wirklich gefährlich. (...) Die Gefahr war dort aus unserer Sicht, aus Sicht der Stadt, einfach viel zu groß geworden bei dem, was dort abgelagert wurde”, erzählt Bürgermeister Claudio Provenzano (SPD).

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Video-Tipp: Müll reduzieren durch Extrakosten?

Nach Angaben der Stadt sei das Projekt sehr erfolgreich, sodass andere Kommunen aus Niedersachsen und sogar anderen Bundesländern Interesse an der Umsetzung haben. Für die Kontrollen wurde niemand extra eingestellt. Einige Mitarbeiter der Stadt beobachten den Müllplatz neben ihrer normalen Arbeit. Und wenn Sie jemanden erwischen, mache sie eine Durchsage, bei der sie die Personen auffordern, den Müll zu einer Deponie zu bringen.

Bis jetzt keine Bußgelder verhängt

Anwohner Daniel Albert erzählt uns: „Grundsätzlich dient es ja der Sache.(...) Wenn ich nichts habe, wo ich denke, ich mache irgendwas falsch, dann denke ich, ist es auch richtig. Also dann besser so, als wenn es nachher alles vollgemüllt ist.”

Das Gute: Bis jetzt waren keine Bußgelder nötig. Durch die Verwarnungen haben die Leute ihren verbotenen Müll wieder mitgenommen. Das Müll-Problem hat sich laut Stadt auch nicht an einen anderen Ort verlagert. Garbsen konnte also mit einer kleinen Kamera sein ganz großes Müllproblem beseitigen.