Wer auf den Boden rotzt, wird zur Kasse gebeten In Hannover sind jetzt die Spuck-Sheriffs los!

Spucken kann jetzt richtig teuer werden!
Packt Taschentücher ein, sonst kann’s teuer werden.
RTL Nord

Hannover macht Jagd auf Spucker!
Ein kurzer Schleimtreffer auf dem Gehweg kann ab sofort richtig ins Geld gehen. Die niedersächsische Landeshauptstadt verordnet ein üppiges Bußgeld.

Schluss mit Ekel-Verhalten in der Innenstadt

Hannover macht jetzt Ernst mit einer besonders ungeliebten Unsitte: dem Spucken auf öffentliche Wege und Plätze. Die Stadt kassiert für einen Rotzer auf dem Asphalt künftig 50 Euro. Doch ganz so einfach wird das Geschäft für die Spuck-Sheriffs nicht. Denn sie kassieren nur, wenn sie den Übeltäter auf frischer Tat ertappen.

„Wir sagen als Stadt: Das hat im öffentlichen Raum nichts verloren. Das ist nicht die Art von Umgang miteinander, die wir uns wünschen”, sagt Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (SPD) im Gespräch mit RTL.

Lese-Tipp: Wenn die Polizei zur Kontrolle bittet – was dürfen die Beamten und was nicht?

Die Pläne liegen in Hannover schon seit Monaten auf dem Tisch und sind Teil eines umfassenden Sicherheits- und Ordnungskonzepts für den öffentlichen Raum. Hintergrund seien zahlreiche Rückmeldungen von Menschen, die ein mangelndes Sicherheitsgefühl wahrnehmen, erklärt Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne): „Situationen, die sich immer wieder verändern, erfordern auch, dass eine Stadt sich immer wieder verändert.”

Video-Tipp: Beleidigungen, Gewalt und gefährliche Einsätze – auf Streife mit der Bundespolizei

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Andere Städte kennen das Problem längst

Der Stadtrat hat die neue Sicherheitsverordnung bereits Ende Mai beschlossen, aber jetzt sorgt vor allem das Spuck-Detail für Diskussionen. „Wenn wir die neue Verordnung vergleichen mit der Vorgängerverordnung, dann sieht man schon, dass die einzelnen Tatbestände wesentlich konkreter beschrieben sind”, so von der Ohe weiter. Das soll dem Ordnungsdienst das Einschreiten erleichtern.

Mit ihrem Vorgehen ist die niedersächsische Landeshauptstadt nicht allein. In Köln sind ähnliche Ordnungskräfte schon seit Jahren unterwegs. Dort drohen laut Stadt Verwarnungsgelder zwischen 30 und 60 Euro. Heilbronn (Baden-Württemberg) gehört mit zu den strengsten Städten. Hier kostet das Spucken auf den Boden 70 Euro.

Playlist 50 Videos

Noch teurer wird es in der Schweiz. In mehreren Gemeinden rund um Zürich können für das Spucken auf öffentliche Flächen bis zu 200 Franken fällig werden.

In Hannover sollen auch Bettler, die sich Passanten in den Weg stellen oder grölende Gruppen ab sofort stärker geahndet werden. Wer Tauben und Wasservögel füttert, zahlt weiterhin 100 Euro Bußgeld.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche