Viele Anwohner fühlen sich hintergangen Neues Design-Hotel wird plötzlich zur Unterkunft für Geflüchtete

von Claire Luna Auselt und Julius Buhl

Sie fühlen sich vor den Kopf gestoßen.
Das neue Niu Quay Hotel sollte den Harburger Binnenhafen beleben, ein Lichtblick für das Quartier. Doch jetzt schließt das Haus von einem auf den anderen Tag für Gäste. Stattdessen sollen 340 geflüchtete Ukrainer hier untergebracht werden. Was die Anwohner daran ärgert und wie die Sozialbehörde die kurzfristige Entscheidung erklärt, seht ihr im Video.

Viertel hat von Hotel profitiert

Direkt gegenüber vom neuen Hotel betreibt Werner Pfeifer die „Fischhalle”, ein Kulturzentrum mit Restaurant. Wie viele Gastronomen hier wird er den normalen Hotelbetrieb vermissen. „Das war ein richtiger Lichtblick im Viertel,” sagt er im Gespräch mit RTL. „So viele internationale Gäste, die immer mal zu uns hereingeschaut haben.”

Pfeifer engagiert sich seit Jahren in der Flüchtlingshilfe, in seinem Betrieb arbeiten zwei Geflüchtete aus Syrien. Für ihn ist klar, dass die Flüchtlinge nicht das Problem sind. Doch dass das Hotel so kurzfristig umfunktioniert werden soll, findet er nicht in Ordnung. „Die Art, wie der Prozess hier abgekürzt wurde, schafft Politikverdrossenheit.”

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Kurzfristige Verteilung sorgt für Ärger

Ähnlich sieht es Michael Sanders, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Harburg. Auch er hat mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Harburg kein Problem, verweist auf die großen bereits bestehenden Unterkünfte am Schwarzenberg und an der Schlachthofstraße. Doch vom Hotel hat er erst am vergangenen Samstag erfahren. „Wir haben in Harburg große Leistungen erbracht, trotz allen Schwierigkeiten mit der Unterbringung”, erzählt Sanders. „Da haben wir es verdient, wenn das von der Stadt jemand wusste, vorab informiert zu werden.”

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Unterkunft auf Zeit

Das Niu Hotel soll spätestens im Juni 2027 wieder für Gäste freigegeben werden. Im Binnenhafen müssen sie sich jetzt mit der neuen Situation arrangieren. Für die Zukunft hat Gastronom Werner Pfeifer aber eine Bitte an die Behörde: „Redet mit dem Bezirk, redet mit den Anwohnern, macht eine Informationsveranstaltung”, sagt er. „Macht das nicht so unter der Hand.”

Verwendete Quellen: Eigene RTL‑Recherche