„Wie lange hält unser Unternehmen noch durch?”100.000 Euro mehr für Spritkosten - jeden Monat!

von Merle Upmann-Schiller und Philipp Baumhöfner

Horrende Preise, wo man hinblickt.
Steigende Kosten durch den Irankrieg spüren die meisten nicht zuletzt immer häufiger an der Tankstelle. Das macht auch vielen Unternehmen wie etwa Speditionen zu schaffen, die schnell mal über 100.000 Euro mehr im Monat fürs Tanken bezahlen müssen. Wie sich die Lage für die Mitarbeiter anfühlt und welche Kosten noch dazu kommen, seht ihr im Video.

Große Herausforderungen und schwierige Geschäftslage

Mit Sorge veröffentlicht die IHK Niedersachsen heute ihre neueste Konjunkturumfrage. Denn hier braucht es nicht mal einen Blick zwischen die Zeilen, um zu erkennen, dass die niedersächsiche Wirtschaft mit massiven Problemen zu kämpfen hat. Demnach geben jeweils rund zwei Drittel der befragten Unternehmen gestiegene Fracht- und Transportkosten sowie hohe Energiepreise als größte Herausforderungen an. Besonders alarmierend: Gerade einmal 17 Prozent bewerten die derzeitige Geschäftslage als gut.

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Das spürt auch Ronny Hückstädt, der bereits seit vielen Jahren als LKW-Fahrer bei einer Spedition tätig ist. An eine Gehaltserhöhung denkt er durch die gestiegenen Spritpreise schon lange nicht mehr. Er macht sich Sorgen, dass das Unternehmen, für das er arbeitet, die Krise überhaupt durchhält. Denn spätestens an der Zapfsäule macht sich das Ausmaß bemerkbar. „Wenn ich jetzt die beiden Tanks volltanken würde mit 700, 800 Litern, sind das 1300€, die die Firma dafür bezahlen muss. (...) Das ist quasi fast ein Kasten Netto Monatsgehalt eines LKW-Fahrers”, erzählt er im RTL-Interview.

IHK fordert politische Lösungen

Wie es in den nächsten Wochen und Monaten für ihn und sein Unternehmen weitergehen soll, ist bisher unklar. „Das ist schon manchmal ein komisches Gefühl und man guckt jeden Tag auf die Spritpreise. Sind sie über Nacht ruhiger geworden? Was passiert da jetzt gerade auch politisch in der Straße von Hormus?”, sagt Ronny. Fragen, auf die auch die Unternehmen eine Antwort erwarten. Denn für 82 Prozent wirkt sich der Nahost-Konflikt schädlich auf das Geschäft aus.

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Die Geschäftsführerin der IHK, Maike Bielfeldt, fordert daher dringend politische Lösungen und Erleichterungen für die niedersächsischen Unternehmen. „Natürlich ist der Irankrieg ein weiterer Katalysator, der das beschleunigt hat. Aber wir brauchen dringend Erleichterungen für die Wirtschaft, von Steuererleichterungen bis hin zu weniger Bürokratie”, schildert sie im Gespräch mit RTL. Sicher scheint in jedem Fall zu sein: Es braucht Lösungen für die Unternehmen, aber auch für Mitarbeiter wie Ronny, damit sie endlich wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken können. „Man kann sich nur wünschen für die Zukunft, dass unser Unternehmen durchhält, dass wir durchhalten und dass das alles irgendwann relativ schnell ein bisschen in wieder akzeptablere Bahnen läuft.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, IHK