Glas, Kunststoff oder Edelstahl?Nur eine Lunchbox im Test verfärbt nicht
Ist euch auch schon mal der Inhalt einer Frischhaltbox in der Tasche ausgelaufen?
Wer’s kennt, der weiß: Das ist eine Riesensauerei! Damit das nicht passiert, sollte man sein Essen-to-go am besten in gut schließenden Vorratsdosen aufbewahren. Wir haben Modelle aus Glas, Silikon, Kunststoff und Edelstahl getestet - nur eines überzeugt wirklich.
Lunchboxen im Frische-, Geruchs-, Schüttel- und Farbtest
Essen rein, Deckel zu, und los! Was praktisch klingt, klappt in der Realität oft nicht ganz so einwandfrei. Hält die Brotdose dicht bis in die Schule, die Uni oder ins Büro? Hinzu kommt, dass viele Modelle nicht selten Verfärbungen und Gerüche des zuvor transportieren Essens beibehalten, die sich trotz Spülmaschine festsetzen. Wir wollten wissen, ob das auch anders geht und testen vier Modelle aus Glas, Silikon, Kunststoff und Edelstahl darauf, wie schwer sie sind, ob sie das Essen frisch und auch bei Erschütterung dicht halten und ob sie Farbe und Gerüche annehmen.
Wir überprüfen die Frische mit Feldsalat, Geruch und Verfärbung mit Zwiebeln und Tomatenmark. Überzeugen kann uns im Test vor allem ein Produkt. Wichtig zu beachten: Online kann man die Frischhalteboxen oft nur im Set kaufen - um die Modelle preislich vergleichen zu können, berechnen wir für den Test, was eine einzelne Box kostet.
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Die Frischhaltedosen im Test
Emsa Frischhaltedose aus Kunststoff für rund 4 Euro pro Box*
Easylock faltbare Frischhaltedose aus Silikon für rund 9 Euro pro Box*
Unser Testsieger: Vitcoco Lunchbox aus Edelstahl
Sie sieht hochwertig aus, hält dicht und hat uns im Test am meisten überzeugt: die Lunchbox von Vitcoco*. Allerdings hat das auch seinen Preis: Mit rund 14 Euro pro Box ist sie das teuerste Modell im Test, immerhin aber nicht das schwerste - mit 330 Gramm liegt die Lunchbox aus Edelstahl im oberen Mittelfeld. Zum Vergleich: Die Dose aus Glas ist mit 660 Gramm doppelt so schwer.
Im Test überprüfen wir zunächst, wie frisch Feldsalat nach fünf Tagen in den Boxen im Kühlschrank bleibt. Dabei schlägt sich die Lunchdose aus Edelstahl sehr gut, der Feldsalat hat noch viel Sprungkraft. Auch beim Farbtest kann die Edelstahldose überzeugen: Sie ist die einzige Box im Test, die nicht verfärbt. Den Schütteltest besteht die Edelstahl-Box ebenfalls - in Rucksack und Co. kann die Vitcoco gefahrlos transportiert werden. Einziges Manko: Nach Zwiebeln riecht die Lunchbox auch noch nach der Reinigung in der Spülmaschine.
Mcirco Vorratsdose aus Glas
Ebenfalls gut schneidet im Test die Mcirco Vorratsdose* ab. Da sie bis auf den Deckel aus Glas besteht, ist sie entsprechend schwer: Stolze 660 Gramm bringt die Box auf die Waage und ist damit die schwerste im Test. Das Material hat jedoch auch seine Stärken: Die Dose nimmt keinerlei Geruch an, der Deckel aus Plastik hingegen schon. Auch vor Verfärbungen ist dieser nicht geschützt. Den Feldsalat hält die gut abgedichtete Vorratsdose von Mcirco jedoch auch nach fünf Tagen noch frisch, auch den Schütteltest besteht sie ohne Probleme.
Emsa Frischhaltedose aus Kunststoff
Vermutlich die erste Wahl für viele Lunchbox-Nutzer: das Modell aus Plastik. Kein Wunder, mit nur 200 Gramm Gewicht ist die Emsa Frischhaltedose* aus Kunststoff am leichtesten und eignet sich darum optimal zum Mitnehmen. Wie sich im Schütteltest zeigt, ist das auch ohne Weiteres möglich, die Dose hält dicht. Wer aber auf Curry oder Tomatensoßen steht, muss langfristig mit einer Verfärbung der Box rechnen, auch der Essensgeruch bleibt. Den Frischetest besteht die Emsa-Dose aber genauso gut wie die Modelle aus Edelstahl und Glas.
Übrigens: Bei Kunststoffboxen kommt es schnell zu Verfärbungen, da hier eine sogenannte Stoffmigration stattfinden kann. „Das heißt, dass chemische Stoffe in das Material übergehen können”, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Eva Hage von der Verbraucherzentrale Berlin. Das ist zwar nicht schön anzusehen, gesundheitsgefährdend ist es aber nicht. Vorbeugen kann man der Verfärbung bei farbigen Lebensmitteln leider nicht - da hilft nur, auf eine andere Dose zurückgreifen.
Easylock faltbare Frischhaltedose aus Silikon
Sie ist durch ihre Faltbarkeit zwar praktisch in der Handhabung, kann jedoch in unserem Test nicht ganz mithalten: die faltbare Frischhaltedose von Easylock* aus Silikon. Mit 250 Gramm ist sie ebenfalls leicht und auch optisch schick anzusehen - der Feldsalat ist hier aber nach fünf Tagen nicht mehr so frisch wie bei den Vergleichsmodellen. Die Feuchtigkeit im Salat ist zum größten Teil entwichen, der Salat hat keinerlei Sprungkraft mehr.
Laut Ernährungswissenschaftlerin Eva Hage liegt das vor allem am Dichtungsring, im Frischetest schneidet die Silikonbox damit am schlechtesten ab. Auch gegen Verfärbungen und Geruch kommt das Silikon in unserem Test nicht an. Dicht ist die Dose wie die anderen getesteten Modelle aber durchaus - es besteht keine Auslaufgefahr beim Transport.
Das ist bei Kauf und Nutzung von Vorratsdosen wichtig
Bei Kauf und Nutzung von Frischhaltedosen sollte man laut Hage auf folgende Dinge achten:
Der Deckel sollte gut schließen, damit keine Feuchtigkeit entweicht und nichts ausläuft.
Auf die Symbole achten: Beim Glas-Gabel-Symbol steht häufig eine Temperatur dabei, die aufzeigt, bei welcher Höchsttemperatur und welcher niedrigsten Temperatur wir die Box verwenden können.
Nicht weiterverwenden sollte man Frischhalteboxen, wenn sie Risse oder Kratzer bekommen - vor allem wenn sie aus Kunststoff sind, warnt Hage. „Das ist die Stelle, wo die Mikroorganismen und Keime sich am liebsten ansiedeln. Das heißt, wenn eine Dose viele Kratzer hat, dann sollte man sie auch ersetzen.” Weniger anfällig für Risse sind Boxen aus Edelstahl und Glas. Diese sind zwar meist auch teuer, dafür aber auch langlebiger.
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Fazit zum Vorratsdosen-Test
Wer eine langlebige Frischhaltebox sucht, die nicht nach ein paar Nutzungen verfärbt, sollte zu einem Modell aus Edelstahl greifen - in unserem Test macht entsprechend die Lunchbox von Vitcoco* das Rennen. Eine günstige, aber ebenfalls gute Alternative ist die Variante aus Kunststoff. Sie hält genauso dicht und Lebensmittel frisch. Für zuhause eignen sich Vorratsdosen aus Glas am besten, da sie keinerlei Geruch annehmen. Am wenigsten überzeugt hat uns im Test die Frischhaltedose aus Silikon - sie lässt sich zwar platzsparend verstauen, der Inhalt sollte aber schnell verbraucht werden.
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