Seitenschläfer-, Nackenkissen und Topper im Test: Statt neuer Matratze! So bekämpft ihr Rückenschmerzen nach dem Schlafen günstiger
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Ihr wacht morgens mit Rückenschmerzen oder Nackenverspannungen auf? Dann habt ihr sicherlich bereits über eine neue Matratze nachgedacht. Doch muss es gleich eine teure Investition sein? Gemeinsam mit Physiotherapeutin Susanne Kranich haben wir drei Produkte getestet. Ob ein Matratzen-Topper, ein Seitenschläferkissen und Nackenkissen bereits zu einem schmerzfreien Schlaf führen können, zeigt der Praxis-Text im Video.
Paul und Saskia wachen schon länger morgens mit Schmerzen auf.
„Okay, also grundsätzlich schlafe ich immer auf dem Bauch. Ich kann mir vorstellen, dass ich aus diesem Grund hier auch so diese Schmerzen habe: Halswirbelsäule und ausstrahlend in die Schultern.“
„Wenn ich aufwache, merke ich schon, dass mein unterer Rücken weh tut.“
Physiotherapeutin Susanne Kranich will den beiden zu einem gesünderen und tieferen Schlaf verhelfen. Und dafür muss es nicht gleich eine teure Matratze sein!
„Fällt auf jeden Fall auf, dass seine Wirbelsäule halbrund daliegt und dass er auch mit der Halswirbelsäule ein bisschen verdreht ist und hinten etwas absackt.“
Die Diagnose der Expertin Pauls Matratze ist zu weich. Auf einer passenden Matratze sollte unser Körper so liegen, dass die Wirbelsäule gerade ist und Schultern sowie Hüfte einsinken können. Als Seitenschläfer hat Paul übrigens noch ein Problem.
„Ja, das sieht auch nicht so entspannt aus, dass die Beine die Knie zusammen sind. Könnte mir vorstellen, Dass er irgendwann auch mal mit den Hüften Probleme bekommt. Weil im Prinzip immer die Knie aneinander liegen und die Hüfte die obere liegende immer unter Spannung ist.“
Gegen dieses Problem testet Paul ein Seitenschläferkissen für 135 € und seine Matratze wird mit einem Topper gepimpt. Kostenpunkt 217 € für eine Liegefläche von 1,4 Meter mal 2 Meter. Der Topper wird auf die Matratze gelegt, macht diese härter und unterstützt ergonomisch.
„Was sagst du denn dazu?“
„Also die grundsätzliche Bequemlichkeit ist jetzt deutlich besser. Ja, also ich fühle mich auf jeden Fall jetzt schon müde. Müde, als ob ich gleich einschlafen könnte. Also, ja, es ist deutlich bequemer.“
Ob die Produkte Paul auch im Langzeittest überzeugen werden? Erstmal geht es weiter zu Saskia. Sie ist Bauchschläferin und hat Schmerzen im Nacken und Schulterbereich.
„Wenn wir eine Schmerzskala zwischen null und zehn haben, wo würdest du dich da wiederfinden? In welchem Bereich?“
„Wenn ich dann doch mal etwas länger schlafe und dann auch länger in dieser Position bin, dann erreicht es schon eine Sechs bis Sieben.“
Saskias aktuelle Matratze hat den Härtegrad drei von insgesamt fünf. Auf einem zu weichen Untergrund mag sie es nicht.
„Das heißt beim Härtegrad drei kann ja dein Körpergewicht nicht in die Matratze reinsinken und deshalb muss man dabei bedenken, dass das Kissen auch entsprechend höher ist.“
In Saskias aktuelles Kissen sinkt der Kopf zu tief ein, deshalb knüllt sie es zusammen, um so ihren Kopf zu stabilisieren. Die Folge: Schulter und Nackenschmerzen. Abhilfe schaffen soll dieses formbare Nackenkissen aus Schaumstoff für 90 €. Das härtere Material hält ihren Kopf stabil und sorgt für eine gerade Halswirbelsäule.
„Es hat sich viel, viel besser angefühlt als das Kissen, was ich sonst immer nutze. Hier ist das ja wirklich so ein Schaumkissen, was wirklich da bleibt, wo es ist. Und wenn ich meinen Kopf drauflege, dann gibt es zwar ein bisschen nach, aber es verschwindet nicht gleich zu jeder Ecke.“
Auch die Physiotherapeutin ist schon mal zufrieden hier. „Dieser Bereich ist auf jeden Fall lockerer und hier ist im Prinzip auch der Nackenbereich auch entspannter, weil der Kopf etwas höher liegt.“
Für die nächsten 14 Tage probieren Paul und Saskia Kissen und Topper jetzt aus.
„Guten Morgen. Die erste Nacht ist vorbei und ich bin echt begeistert. Ich habe weder Nackenschmerzen noch Rückenschmerzen noch sonst irgendwas. Und ich habe auch komplett durchgeschlafen.“
„So, morgen Nummer eins für den Test. Und ich musste in der Nacht den Topper austauschen, weil der so dermaßen gestunken hat. Man konnte sich nicht konzentrieren auf das Schlafen. Man hat die Augen nicht richtig zugekriegt. Das war so ein brennender Geruch in der Nase.“
Deshalb sollte man einen neuen Topper immer erst 72 Stunden idealerweise draußen auslüften lassen. Saskia ist dagegen zufrieden mit ihrem Kissen. Physiotherapeutin Susanne Kranich hat noch einen Tipp für Bauchschläfer.
„Für diejenigen, die unter einem Hohlkreuz leiden, ist es natürlich gut, wenn noch ein Kissen zwischen Bauch und Becken gelegt wird, um dieses Hohlkreuz auszugleichen, damit dann im Prinzip eine aufgerichtete Lendenwirbelsäule hier in dem Bereich vorliegt und wir nicht weiter mit der Erdanziehungskraft ins Hohlkreuz fallen.“
Tag sieben bei Saskia und Paul: Und wie schläft sich's?
„Das Seitenschläferkissen ist super, erfüllt seinen Zweck, trägt dazu bei, dass ich besser schlafe und ein bisschen entspannter bin. Ich bin immer noch begeistert.“
„Warum aus dem Auto? Weil der Schulterblick echt unter meinen Nackenschmerzen gelitten hat. Und der sitzt wieder.“
Nach zwei Wochen treffen wir unsere Tester wieder.
„Von Anfang an hat mir das Seitenschläferkissen sehr gut gefallen und hat auch wirklich dazu beigetragen, dass ich besser einschlafen konnte, dass ich bequemer lag.“
Und wie sieht es mit dem Topper aus?
„Ich glaube, nach dem achten Tag fing es dann an, dass der Geruch nicht mehr da war. Und dann habe ich auch gemerkt okay, jetzt hat sich mein Rücken dran gewöhnt und ich schlafe jetzt auch auf jeden Fall ein bisschen besser als vorher. Und jetzt merke ich auch, dass die Rückenschmerzen nicht mehr so stark sind wie vorher und auch nicht mehr so oft kommen.“
Paul konnte sich mit dem Topper also doch noch anfreunden. Ob Saskia immer noch so zufrieden mit ihrem neuen Kissen ist?
„Ich habe supergut geschlafen. Ich habe Luft bekommen. Davor hatte ich ja ein bisschen Angst, dass die wegbleibt, wenn ich auf dem Bauch auf dem Kissen liege. Ich war super, super happy. Die letzten 14 Tage.“
Ja, unser Test hat gezeigt Es muss nicht immer gleich eine neue Matratze sein. Manchmal kann schon eine kleine Maßnahme zu einer großen Veränderung führen.
