Lebenslang für Rex HeuermannJetzt soll der Gilgo Beach Killer dem FBI helfen, andere Serienkiller zu fangen

Gilgo Beach-Serial Killings
Der Gilgo Beach Killer Rex Heuermann wurde am 17. Juni zu lebenslanger Haft verurteilt.
Pool Newsday, James Carbone/Pool Newsday via A, James Carbone

Er führte jahrelang ein Doppelleben.
Für seine Familie, seine Freunde und die Nachbarn war Rex Heuermann der freundliche Zweifach-Papa, der als erfolgreicher Architekt in New York arbeitete. Doch wenn seine Frau mit den Kindern in den Urlaub fuhr, bestellte er sich immer wieder Prostituierte, um sie zu töten und zu zerstückeln. Ein Gericht in Long Island hat den berüchtigten Gilgo Beach Killer dafür zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch jetzt soll der 62-Jährige dem FBI helfen, andere Serienkiller schneller zu stoppen.

DNA an einem Pizzakarton überführt den Serienmörder

Jahrelang mordete Heuermann in Long Island ungestört Sexarbeiterinnen. Seine Opfer heißen Melissa Barthelem (24), Megan Waterman (22). Amber Costello (27). Maureen Brainard-Barnes (25), Jessica Taylor (20), Valerie Mack (24), Sandra Costilla (28) und Karen Vergata (34).

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Vor Gericht gestand er, acht Frauen erwürgt und ihre Leichen am Gilgo Beach auf Long Island abgelegt zu haben. Den ersten Mord beging er 1993 und den letzten wohl 2010. Jahrelang tappte die Polizei im Dunkeln, bis Spezialermittler ihm schließlich auch durch eine DNA-Spur an einem weggeworfenen Pizzakarton auf die Schliche kamen. 2023 wurde Heuermann festgenommen.

Profiler erhoffen sich wertvolle Informationen von Rex Heuermann

Zuerst schwieg der Architekt zu den Vorwürfen. Im April 2026 entschied er sich dann aber doch für einen Deal mit dem Gericht. Er gestand die acht Morde an den Sexarbeiterinnen. Teil der Vereinbarung ist, dass Heuermann sich bereit erklärte, mit Ermittlern der Verhaltensanalyseeinheiten des FBI zusammenzuarbeiten. Sie wollen den Serienmörder analysieren, um dadurch anderen Tätern das Handwerk legen zu können. „Sie werden hoffentlich Einblicke in die Dinge bekommen, die ihn zum Killer gemacht haben“ zitiert der Sender NBC den Bezirksstaatsanwalt Raymond Tierney.

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Auch eine ehemalige FBI-Profilerin glaubt, dass die Interviews mit dem Gilgo Beach Killer Gold wert sein können. „Wie konnte er so erfolgreich morden? Was waren seine Überlegungen, um nicht entdeckt zu werden? Hat er sehr viel dafür getan, nicht entdeckt zu werden oder war das einfach Glück?“, solche Fragen würden die FBI-Ermittler Im Gespräch mit dem Serienkiller klären, sagt Ex-Profilerin Molly Amman dem Sender. Die Ergebnisse der Interviews würden dann in die Richtlinien für Ermittlungsbehörden auf der ganzen Welt einfließen.

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Gilgo Beach Killer kommt nie wieder auf freien Fuß

Zeit genug für die Arbeit mit dem FBI hat Heuermann jetzt jedenfalls. Wie die BBC berichtet, wurde er am 17. Juni zu drei lebenslangen Haftstrafen wegen Mordes plus weiteren 25 Jahren Haft für seine Taten verurteilt. Eine Chance auf Bewährung bekommt er nicht.

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Die letzten drei Jahre hat der Architekt bereits in einer Einzelzelle im Suffolk County Gefängnis verbracht. Dort habe er gelegentlich Besuch von Angehörigen und Anwälten bekommen und sich die Zeit ansonsten mit Krimi-Romanen vertrieben, wie mehrere Medien berichten. Laut dem zuständigen Sheriff soll er sich zeitweise auch Briefe mit dem berüchtigten Happy Face Killer Keith Hunter Jesperson hin und her geschrieben haben, der in Oregon lebenslang in Haft sitzt.

Jubel im Gericht, als der Richter das Urteil spricht

„Es gibt nichts, was ich sagen kann“, erklärte Heuermann, als ihm im Gerichtssaal noch einmal das Wort erteilt wurde. „Ich bin verantwortlich für die Dinge, die in diesem Raum besprochen wurden. Die Worte, die ich noch sagen könnte, haben keine Bedeutung.“

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Richter Tim Mazzei bricht in Tränen aus, als Jasmine Robinson, die Cousine der ermordeten Jessica Taylor im Gerichtssaal spricht.
Pool Newsday, James Carbone/Pool Newsday via A, James Carbone

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Richter Timothy Mazzei, der während der Verhandlung selbst in Tränen ausbrach, sprach daraufhin das Urteil über den Gilgo Beach Killer. „Sie wurden als sehr großer Mann beschrieben, aber Sie sind ein ekelhafter und verabscheuenswürdig kleiner Mann, wenn Sie überhaupt ein Mann sind. Und Sie sind ein Feigling”, erklärte der Richter. „Und jetzt schafft ihn hier raus.“ Danach brach Jubel im Gerichtssaal aus.

Verwendete Quellen: dpa, BBC, NBC, ABC