Schüler als TäterLehrer mit Scheren und selbstgebauten Waffen attackiert! Unfassbare Zustände an deutschen Grundschulen
Prügeleien auf dem Schulhof, Angriffe auf Lehrkräfte und sogar Todesdrohungen mit selbstgebauten Waffen!
Die Gewalt an deutschen Schulen nimmt nach Einschätzung von Lehrern und Experten spürbar zu – und zwar unter Schülern und gegenüber Lehrern. RTL hat mit einer Lehrkraft aus Hessen gesprochen, die regelmäßig Opfer von Gewalt wird. Wie drastisch die Zustände an deutschen Schulen derzeit sind, seht ihr oben im Video.
„Ziel von Tritten und Schlägen” – Lehrerin wird regelmäßig Opfer von Gewalt
Mareike R. ist Lehrerin an einer Grundschule in Hessen. Obwohl sie diesen Job gern ausübt, wird ihr Schulalltag regelmäßig von Gewalt und Bedrohungen überschattet.
„Ich wurde schon im Klassenraum bedroht von einem wütenden Vater, der sich Zugang in den Klassenraum verschafft hatte”, schildert Mareike. Doch solche Erlebnisse seien längst keine Ausnahme mehr. Prügeleien auf dem Schulgelände gehören inzwischen beinahe zum Alltag – und das, obwohl die Schüler an ihrer Schule alle erst zwischen sechs und elf Jahre alt sind: „Ich erlebe eigentlich täglich, gerade heute wieder, Prügeleien auf dem Schulhof, die wir natürlich als Lehrkräfte versuchen zu entschärfen, wo wir auch Ziel von Tritten und Schlägen werden.“
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Mareike R. macht für die zunehmende Gewalt unter anderem Armut und den daraus entstehenden Frust verantwortlich. Viele Kinder hätten zudem nie gelernt, Konflikte friedlich auszutragen und stattdessen mit Worten zu lösen.
„Schläger mit Nägeln beschlagen” – Kind wollte Lehrerin mit selbstgebauter Waffe töten
An der Grundschule in Hessen bleibt es jedoch nicht bei Schlägen und Tritten, wie Mareike R. enthüllt: „Es ist in unserem Kollegium unserer Schule häufiger vorgekommen, dass Kinder mit Scheren auf Lehrkräfte losgehen.”
Was Mareike anschließend erzählt, macht sprachlos: Es sei bereits einmal vorgekommen, „dass ein Kind gezielt eine Waffe gebaut hat, einen Schläger mit Nägeln beschlagen hat, und dann in die Schule kam und beim Hereinkommen anderen Mitarbeiterinnen mitgeteilt hat, dass es damit seine Lehrerin töten möchte”, so die Lehrerin.
Mit ihren Schilderungen steht Mareike nicht allein da: Zwar liegen die Daten für 2025 noch nicht vor, 2024 registrierten Behörden bundesweit jedoch insgesamt 1.283 Fälle, in denen Lehrerinnen und Lehrer Opfer einer Körperverletzung wurden. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren.
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„Dann steche ich dich ab” – Gewalt gehört für viele Schüler zum Alltag
Doch nicht nur die Gewalt an Lehrkräften nimmt zu, auch die Gewalt unter Schülern hat ein drastisches Ausmaß angenommen. Das zeigt eine aktuelle Befragung in der stern TV Reportage „Wenn Kinder zu Tätern werden: Was wirklich hinter Jugendgewalt steckt” an einer Gesamtschule in Gelsenkirchen.
Dort hat man 27 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen gefragt, ob sie an ihrer Schule schon einmal Gewalt erlebt oder beobachtet haben. Das Ergebnis fällt eindeutig aus. Alle Jugendlichen stellen sich auf das Feld mit der Antwort „Ja“. Ein Junge berichtet in der stern TV Reportage: „Bei mir kamen schon öfter welche aus höheren Jahrgangsstufen, die dann mich schlagen wollten.”
Ein etwas positiveres Ergebnis erzielt stern TV bei der Frage, wer schon einmal zu einer „Straftat oder Gewaltaktion überredet oder mitgerissen worden” ist: Lediglich zwei Schüler bejahen dies. Einer berichtet offen, dass er sich aus Loyalität gegenüber Freunden an einer Prügelei – wo sogar die Polizei kam – beteiligt habe. Heute bereue er diese Tat.
Besonders alarmierend ist jedoch das Ergebnis bei der Frage, wer Gleichaltrige kennt, die ein Messer mitgeführt haben. Sechs der 27 Jugendlichen geben an, entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben. Eine Schülerin schildert, wie sie von einem Jugendlichen mit einem Messer bedroht worden sei: „Wenn du jetzt noch einen Schritt weitergehst, dann steche ich dich ab”, zitiert sie ihren Angreifer in der stern TV Reportage.
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Damit jedoch nicht genug: „Dann war der hier auch noch mal ein paar Mal an der Schule und meinte, er wartet auf mich, bis ich von der Schule nach Hause gehe, damit er mich abstechen kann”, erinnert sie sich im Interview. Danach hätten ihre Eltern sie nur noch zur Schule gebracht und wieder abgeholt.
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Gewerkschaft fordert mehr Personal und bessere Vorbereitung
Auch Thilo Hartmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen sieht die steigende Gewaltbereitschaft an Schulen. Er fordert zusätzliche Lehrkräfte, mehr Schulsozialarbeiter und vor allem eines: „Es wäre sehr, sehr gut, wir hätten Fortbildungen für Lehrkräfte, um zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen.”
Dabei gehe es nicht nur darum, gefährliche Situationen richtig zu entschärfen. Lehrkräfte müssten auch lernen, belastende Erlebnisse von körperlicher oder verbaler Gewalt anschließend zu verarbeiten und mit den psychischen Folgen umzugehen.
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Lehrerin Mareike R. sieht es ähnlich: Viele Kollegen von ihr würden die Gewalt an Schulen belasten. Dennoch betont sie: „Es wird über die Jahre hinweg leider auch ein Stück von Schulalltag, sodass nicht jeder neue Vorfall erneut zu Schock führt, sondern eher zu Frust darüber, wie das Schulsystem immer weniger dem gewachsen ist.“
Aus ihrer Sicht brauche das Schulsystem dringend mehr finanzielle Mittel und auch die Aufmerksamkeit durch die Politiker – nur so könne die Angst aus den Klassenzimmern vertrieben werden!
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, stern TV Reportage

































