Cannabis-Gesetz und Kontrollen zeigen WirkungWeniger Gewaltverbrechen, mehr straffällige Kinder – Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) stellt Kriminalstatistik vor

Kurz nach Amtsantritt hatte Dobrindt im Mai die Kontrollen an den deutschen Außengrenzen verstärkt. (Archivbild)
Dobrindt stellte am Montag (20.04.) die Kriminalstatistik für 2025 vor (Archivbild)
Sebastian Christoph Gollnow/dpa
von Anne Tafferner

Die Zahl der Gewaltverbrechen in Deutschland ist gesunken. Gleichzeitig rückt eine andere Entwicklung in den Fokus. Die Polizei sieht mehr straffällige Kinder.

Weniger Gewaltverbrechen registriert

2025 hat die Polizei bundesweit rund 212.300 Gewaltverbrechen erfasst. Das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt wurden rund 5,5 Millionen Straftaten registriert, ein Rückgang um 5,6 Prozent. Nicht-deutsche Tatverdächtige machen fast 43 Prozent aus.

Sondereffekte beeinflussen Statistik

Ein Grund für den Rückgang ist das Cannabisgesetz. Seit April 2024 werden deutlich weniger Drogendelikte erfasst. Auch strengere Grenzkontrollen führen zu weniger Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht. Zusätzlich verzerrt ein Fall aus Berlin die Statistik: 79 Mordfälle werden einem mutmaßlichen Täter zugeordnet.

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Mehr Kinder werden auffällig

Sorge bereitet die Entwicklung bei Kindern. Rund 14.200 Tatverdächtige unter 14 Jahren wurden erfasst, ein Anstieg um 3,3 Prozent. Das Bundeskriminalamt nennt unter anderem „Zukunftsängste angesichts multipler Krisen“ als möglichen Grund.