Stellungnahme ihrer letzten KlinikWarum wurde die mutmaßliche Messer-Täterin (39) von Hamburg einen Tag vor der Tat entlassen?

Blut, Schreie, Panik ‒ war das zu verhindern?
Für viele Menschen ist seit der Messer-Tat am Hamburger Hauptbahnhof nichts mehr wie vorher. Während sie zurück ins Leben finden müssen, soll die Verdächtige in eine Psychiatrie. Das Merkwürdige: Aus genau so einer Klinik kam sie gerade mal einen Tag vor der schrecklichen Tat. War die auffällige Frau wirklich gesund genug, um entlassen zu werden?
„Es gab keine medizinisch akute Befundlage”
Am Freitag (23. Mai) passierte es. An einem vollen Bahnsteig hat die mutmaßliche Täterin gegen 18 Uhr wild um sich gestochen und so den ganzen Hamburger Hauptbahnhof in Panik versetzt. Klar ist: Nach dieser Bluttat, bei der 18 Menschen teils lebensgefährlich verletzt wurden, muss die Tatverdächtige in die Psychiatrie. Das hat ein Richter am Abend nach der Tat angeordnet, nachdem sie die Tat eingestanden haben soll. Nach RTL-Informationen ist die Frau ohne festen Wohnsitz für die Polizei keine Unbekannte, sondern schon einige Male aufgefallen.
Sie saß außerdem bereits mehrfach in der Psychiatrie. Die in Niedersachsen geborene Frau soll erst einen Tag vor der Tat aus einer Klinik entlassen worden sein! Aber wie konnte es so weit kommen? Zu dem eventuellen Krankheitsbild der Frau werden keine Angaben gemacht, allerdings liegt RTL eine Stellungnahme der Sozialbehörde vor, die die Angaben der zuletzt zuständigen Klinik mit einschließt.
Video-Tipp: Mutmaßliche Hamburg-Täterin muss in Psychatrie
„Wir können bestätigen, dass die in Rede stehende Person in einer psychiatrischen Klinik im Landkreis Cuxhaven behandelt wurde”, so die Pressestelle. Demnach soll die Frau Anfang Mai völlig hilflos angetroffen worden und dann für drei Wochen in der Klinik behandelt worden sein. Grundlage war das Niedersächsische Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke, kurz „NPsychKG”. Als die vereinbarte Behandlungszeit vorbei war, soll die Klinik die Frau laut Sozialbehörde entlassen haben: „Nach Auskunft der Klinik gab es keine medizinisch akute Befundlage, die eine weitere Unterbringung nach NPsychKG gerechtfertigt hätte. Eine freiwillige Weiterbehandlung war nicht angestrebt.” Die Frau wollte also nicht freiwillig dort bleiben, schien gesund genug zu sein.
Laut Cuxhavener Klinik ging keine akute Gefahr von der Frau aus
Bei der Entlassung aus der Klinik in Cuxhaven gibt es laut eigenen Angaben ein Verfahren mit medizinischen, rechtlichen und sozialen Aspekten. Das Wichtigste bei der Beurteilung sei, „ob die jeweilige psychische Erkrankung weiterhin eine erhebliche Gefahr für den Patienten/die Patientin oder Dritte birgt.“ Offensichtlich ist die Klinik NICHT von einer Gefährdung ausgegangen - tragischerweise hat die Frau gerade mal einen Tag später gezeigt, dass das eventuell eine Fehleinschätzung war.
Lese-Tipp: Wie kommt man bei psychischen Erkrankungen schneller an einen Therapieplatz?
War der Eindruck der Experten wirklich, dass die 39-Jährige stabil genug sei? Offenbar schon. Auf Nachfrage möchte die Klinik keine weiteren Angaben machen: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus Gründen des Datenschutzes sowie unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht keine Auskunft zu Patientinnen und Patienten, zu Art und Umfang der Behandlung oder zu den involvierten Behandlungsteams erteilen können”.
Wie sich die Verdächtige den Tag vor der Bluttat wohl verhalten hat? Ob es wirklich keine Anzeichen gab? Mit diesen offenen Fragen müssen Opfer und Augenzeugen des Schock-Erlebnisses wohl erst mal weiterhin leben. (cau)
































