Alternativen zum MittelmeerSeen statt Süden – diese deutschen Gewässer sind besonders schön

Sonnenuntergang in Steinhude
Am Steinhuder Meer kommt vor allem in den Abendstunden Meeres-Feeling auf (Archivbild)
dpa

Wasserspaß vor der eigenen Haustür.
Volle Mittelmeerstrände, lange Staus, teure Flüge: Wer den Sommer entspannter starten will, muss nicht weit fahren, denn Deutschland ist ein Land der Seen. Diese sechs sind besonders schön.

An diese sechs Seen lohnt sich ein Ausflug

Der Sommer kommt mit großen Schritten und mit ihm die erste große Reiselust des Jahres. Wer im Juni reflexartig an überfüllte Mittelmeerstrände, zähen Verkehr Richtung Süden oder ausgebuchte Flieger denkt, übersieht leicht, was vor der Haustür liegt. Deutschland ist ein Land der Seen: vom Alpenrand bis an die mecklenburgische Weite reihen sich Wasserflächen, an denen sich Erholung, Natur und Familienprogramm mühelos verbinden lassen.

Der frühe Sommer ist dafür oft der ideale Zeitpunkt: Die Tage sind lang, das Wasser wärmt sich auf, und der ganz große Ferienansturm lässt vielerorts noch auf sich warten. Sechs Ziele, die sich jetzt besonders anbieten.

Lese-Tipp: Fünf Tipps für heiße Tage – so schützt ihr euch am Badesee

Bodensee: der Klassiker mit fast mediterranem Flair

Kein deutscher See vereint so viel auf einmal wie der Bodensee. Das milde Klima im Dreiländereck lässt sogar Palmen gedeihen, das Programm reicht von Blumeninsel Mainau über das Pfahlbautenmuseum in Unteruhldingen bis zum Affenberg Salem. Familien pendeln per Schiff zwischen den Ufern, baden in den zahlreichen Strandbädern oder bummeln durch Städtchen wie Meersburg und Lindau. Wer mehr Ruhe sucht, weicht auf das hügelige Hinterland aus. Tipp: Die Fähren und Ausflugsschiffe sind ein Erlebnis für sich - und eine entspannte Alternative zur Parkplatzsuche an den Hotspots.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Chiemsee: das „Bayerische Meer” vor Alpenkulisse

Bayerische Postkartenidylle am Chiemsee
Bayerische Postkartenidylle am Chiemsee (Archivbild)
Angelika Warmuth/dpa

Der Chiemsee bringt Postkartenkulisse pur: weite Wasserfläche, dahinter die Berge. Auf der Herreninsel thront mit Schloss Herrenchiemsee das prunkvolle, unvollendete Versailles-Projekt von König Ludwig II., das seit 2025 gemeinsam mit Neuschwanstein, Linderhof und dem Königshaus am Schachen zum UNESCO-Welterbe zählt. Die kleinere Fraueninsel lockt mit Klosteridylle und autofreier Ruhe. Zwischen den Inseln verkehren Ausflugsschiffe, an den Ufern laden Strandbäder etwa bei Prien und Übersee zum Baden ein. Für Familien ist die Mischung aus Sightseeing, Schwimmen und Bergblick schwer zu schlagen.

Müritz und die Mecklenburgische Seenplatte: Wasser, soweit das Auge reicht

Die Müritz ist der größte vollständig in Deutschland liegende See und das Herzstück der Mecklenburgischen Seenplatte - einer der größten zusammenhängenden Wasserlandschaften Mitteleuropas. Hier dreht sich alles um sanften Naturtourismus: Kanu- und Hausboottouren, Radwege am Ufer, der Müritz-Nationalpark mit seiner Vogelwelt. Das Müritzeum in Waren bietet bei Regen einen guten Schlechtwetterplan für Kinder. Wer es ruhig und naturnah mag, ist hier richtig. Die Weite, die sich hier findet, sorgt selbst in der Hauptsaison für Entzerrung.

Video-Tipp: Lebensgefahr am Badesee – wie rettet man richtig?

Steinhuder Meer: flach, sicher, ideal für kleine Kinder

Das Steinhuder Meer liegt rund 33 Kilometer westlich von Hannover
Das Steinhuder Meer liegt rund 33 Kilometer westlich von Hannover (Archivbild)
Moritz Frankenberg/dpa

Der größte See Nordwestdeutschlands punktet mit einem entscheidenden Familienvorteil: Er ist über weite Strecken sehr flach, das Wasser erwärmt sich entsprechend früh. Das macht ihn zum entspannten Ziel für Familien mit kleinen Kindern. Segeln und Surfen haben Tradition, vom Ufer aus erreicht man per Boot die künstliche Insel Wilhelmstein mit ihrer kleinen Festung. In den Orten Steinhude und Mardorf gehört geräucherter Aal zur regionalen Küche. Praktisch: Die Nähe zu Hannover macht den See auch als Tagesausflug oder Wochenendziel attraktiv.

Edersee: Wald, Wasser und ein Pfad in den Baumwipfeln

Im Norden Hessens verbindet der Edersee Badevergnügen mit Naturerlebnis. Direkt angrenzend schützt der Nationalpark Kellerwald-Edersee alte Buchenwälder, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Ausflugsschiffe schippern über den Stausee, ein Baumkronenpfad eröffnet neue Perspektiven, der Wildtierpark begeistert Kinder. Bei niedrigem Wasserstand treten zeitweise Reste versunkener Dörfer hervor: ein kurioses Schauspiel, das allerdings vom Pegel abhängt. Für Familien aus der Mitte und dem Westen Deutschlands ein gut erreichbares Ziel.

Königssee: das spektakuläre Naturschauspiel

Der Königssee ist bei Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. (Archivbild)
Der Königssee ist bei Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. (Archivbild)
Lino Mirgeler/dpa

Wer weniger ans Baden und mehr an große Bilder denkt, kommt am Königssee im Berchtesgadener Land kaum vorbei. Eingerahmt vom Watzmann-Massiv liegt der tiefgrüne, fjordartige See, über den traditionsreiche, leise Elektroboote gleiten. An der berühmten Echowand demonstrieren die Bootsleute mit einem Trompetensignal das mehrfache Echo, am Ufer leuchten die roten Zwiebeltürme der Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Gebadet wird hier wegen des kalten, geschützten Wassers eher selten, dafür ist die Kulisse umso eindrucksvoller. Ein Ausflug, der Kindern wie Erwachsenen im Gedächtnis bleibt.

Lese-Tipp: Warum ihr wirklich nicht in Seen pinkeln solltet

Worauf man im Juni achten sollte

Der frühe Sommer hat seinen Reiz, verlangt aber etwas Planung. Zum Start der ersten Sommerferien kann es an beliebten Seen voll werden. Beliebte Unterkünfte, Hausboote und Ferienwohnungen sind in der Saison schnell vergeben, frühes Buchen lohnt sich. Und auch wenn die Tage lang und oft warm sind: Im Juni kann das Wetter wechselhaft bleiben, eine Regenjacke und ein Schlechtwetterplan gehören ins Gepäck. Dann steht dem entspannten Sommerstart am Wasser statt im Süden nichts im Weg. (spot on news/lha)

Verwendete Quellen: spot on news