„Meine Hände fangen an zu zittern, zu kribbeln”12.000 Euro Schulden – so entkam Zişan ihrer Shopping-Sucht

von Marley Lackermann und Anke Jonschker

Entspannter Einkaufsbummel? Das ging bei ihr nicht!
Kaufsucht wird leider oft unterschätzt. Doch Abhängige geraten schnell in die Schuldenfalle. So ging es auch der heute 35-jährigen Zişan. Lange Zeit ignorierte sie ihr überzogenes Konto, gab auch mal 2.000 Euro monatlich fürs Shoppen aus. Als sie mit 12.000 Euro im Minus ist, wird Zişan klar: Sie muss die Notbremse ziehen.

Zişan dachte, sie sei einfach modebegeistert

„Wenn ich in der Innenstadt war, bin ich immer mit Tüten nach Hause gekommen“, erzählt uns die 35-jährige Zişan. Selbst wenn es nur Kleinigkeiten waren, sie habe jeden Tag etwas gekauft. Anfangs dachte sie, sie sei einfach modebegeistert und habe Spaß am Shopping. Doch irgendwann stapelten sich auch zu Hause immer mehr Pakete.

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Es habe Phasen gegeben, in denen sie 2.000 Euro monatlich für Kleidung, Taschen oder Schmuck hinblätterte. „Klar gab es auch Monate, wo es dann eng wurde. Dann gibt es halt 6,7,8 Tage mal Nudeln oder so, aber ich muss diese Schuhe haben.” Kaufen ist für sie ein innerer Drang. Viele Kleidungsstücke bleiben auch ungetragen. „Es ging noch nicht mal immer nur darum, dass die Sachen mich glücklich gemacht haben, sondern einfach das Gefühl, dass man als Mensch selber etwas entscheiden darf.“

Wege aus der Kaufsucht

Kaufsucht ist vergleichbar mit Spiel- oder Drogensucht. Beim Kaufvorgang läuft das gleiche Belohnungsprinzip ab und Glückshormone werden freigesetzt. Gehen Betroffene nicht shoppen, drohen sogar Entzugserscheinungen!

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Zişan hat ihr Konto lange ignoriert, aber plötzlich weist es einen Minusbetrag von mehr als 12.000 Euro auf. Der 35-Jährigen dämmert, dass es so nicht weitergehen kann und sie Hilfe braucht. Sie versucht es zunächst mit einer „Nicht-Shoppen-Challenge“. Mit Folgen. „Da ist diese komische Leere in mir und meine Hände fangen an zu zittern, zu kribbeln. Mir wird schlecht“, merkt sie schnell.

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Video-Tipp: Nathalies Weg aus der Sucht

Schließlich entscheidet sie sich für eine professionelle Verhaltenstherapie. Dort findet sie auch die Gründe heraus, aus denen sie in die Kaufsucht rutschen konnte. Mittlerweile hat sie Techniken entwickelt, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Wie es bei Zişan dazu kam, dass sie süchtig nach Shopping wurde, und wie es ihr heute geht – das seht ihr oben im Video!

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Bei Suchtproblemen gibt es professionelle Unterstützung, z. B. durch Suchtberatungsstellen, medizinische Fachkräfte oder Selbsthilfegruppen. In Deutschland findet ihr örtliche Beratungsangebote und Anlaufstellen über offizielle Verzeichnisse oder gemeinnützige Organisationen. Wir haben euch hier auch eine Liste mit Anlaufstellen zusammengestellt, falls ihr Hilfe bei einem Suchtproblem benötigt.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche