RTL-Reporterin Kavita Sharma trifft ihn in Charkiw

Deutscher Soldat Micka kämpft in der Ukraine: "Hier kann ich für die richtige Sache kämpfen"

"Hab 'ne Handgranate und nehme den Russen mit ins Jenseits" Deutscher Soldat Micka kämpft in der Ukraine
01:16 min
Deutscher Soldat Micka kämpft in der Ukraine
"Hab 'ne Handgranate und nehme den Russen mit ins Jenseits"

30 weitere Videos

von Jan Dafeld und Kavita Sharma

Seit mittlerweile vier Monaten herrscht Krieg in der Ukraine. An der Seite der ukrainischen Soldaten kämpfen auch zahlreiche ausländische Militärs. Sie bilden die so genannte International Legion, einen Teil der ukrainischen Armee. Unter den Kämpfern sind auch Deutsche. Einer von ihnen ist Micka, der kurz nach der russischen Invasion in die Ukraine gereist ist, um vor Ort zu helfen. Wir treffen ihn am Rande einer Pressekonferenz in Charkiw.

Welche Forderungen er an Kanzler Scholz hat und wieso er eine Handgranate dabei hat, sehen Sie oben im Video.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

Micka über Krieg in der Ukraine: "Hier kann ich für die richtige Sache kämpfen"

Gemeinsam mit einem Freund machte sich Micka auf die rund 2.000 Kilometer lange Reise in die Ukraine. Nach mehreren Trainings mit dem ukrainischen Militär ging es für ihn an die Front. „Den Menschen hier zu helfen, das ist für mich das größte Gut, das man geben kann“, sagt der 32-Jährige. „Helfen, helfen, helfen, wo es nur geht.“

Mickas Urgroßvater kämpfte einst als Wehrmachtssoldat in der Ukraine. An ihn muss er im Krieg nun oft denken. „Hier kann ich für die richtige Sache kämpfen, nicht für die falsche, wie mein Urgroßvater vor 80 Jahren“, sagt Micka. „Ich will auch gut machen, was er damals schlecht gemacht hat.“

Ukraine: Soldat Micka fordert deutlich mehr Unterstützung von Deutschland

RTL-Reporterin Kavita Sharma im Gespräch mit Micka.
RTL-Reporterin Kavita Sharma im Gespräch mit Micka.
RTL

Micka diente vier Jahre bei der Bundeswehr, war Panzergrenadier, unter anderem auch in Afghanistan stationiert. Heute kämpft er gemeinsam mit Soldaten aus den USA, aus Belgien und vielen anderen Ländern der Welt. Sie vereint der gemeinsame Feind.

„Jetzt haben wir einen Tyrannen, der uns gegenübersteht und dem wir entgegenwirken können“, sagt Micka mit Blick auf Wladimir Putin. „Wir stehen hier für die Freiheit und um den Menschen zu zeigen: Ihr seid nicht allein. Ihr seid nicht vergessen.“

Von Deutschland wünscht sich der Soldat deutlich mehr Unterstützung: „Die sollen aufhören zu schnacken und endlich was tun“, ärgert er sich. „Olaf Scholz soll seinen Arsch von seinem Sessel hochbewegen und den Menschen hier helfen.“ Die Lage vor Ort sei „bescheiden“, verrät er. „Ja, uns geht hier die Munition aus. Ja, wir brauchen mehr schwere Waffen. Deutschland hat die Möglichkeiten das zu senden.“

Lese-Tipp: Regierung veröffentlicht Liste: Diese Waffen liefert Deutschland!

Micka: "Werde den Russen umarmen und der geht mit mir ins Jenseits“

Micka zeigt uns seine Handgranate.
Micka zeigt uns seine Handgranate.
RTL

Im Krieg in der Ukraine sind auch ausländische Soldaten in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Mehreren britischen und marokkanischen Kämpfern droht in den Separatistengebieten die Todesstrafe. Micka sagt dazu: „Ich werde mich nicht gefangen nehmen lassen. Nachdem was ich hier gesehen und gehört habe ist das hier keine Option.“ Er zeigt uns seine Handgranate: „Ich werde den Russen umarmen und der geht mit mir ins Jenseits.“

Im Kampf an der Front denkt der 32-Jährige auch oft an seine Heimat. „Ich vermisse Lübecker Marzipan“, erzählt er lachend. „Man lernt die Kleinigkeiten zu schätzen. Wir haben hier letztens mal eine Pizza bekommen. Das war der Himmel.“

Unsere Reporter vor Ort, Interviews und Analysen - in unserer Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

So können Sie den Menschen in der Ukraine helfen

Helfen Sie Familien in der Ukraine! Der RTL-Spendenmarathon garantiert: Jeder Cent kommt an Alle Infos und Spendenmöglichkeiten hier!