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Stern TV am Sonntag: Heftiger Zoff ums Klima - Aktivist verteidigt "friedliche Sabotage"

„Die Klimakrise ist Gewalt, deswegen ist friedliche Sabotage legitime Notwehr"

Stern TV: Heftiger Streit auf dem heißen Stuhl - Klimaaktivist verteidigt "friedliche Sabotage"

Klimaschützer Tadzio Müller und Nikolaus Blome zoffen sich Der heiße Stuhl

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von Kathrin Hetzel

Kontroverse Fragen am Sonntagabend bei RTL: Wie gehen wir mit der steigenden Gewalt gegen die Polizei um? Dürfen die Zwerge im neuen Schneewittchen-Film von Disney von Kleinwüchsigen gespielt werden und rechtfertigt der Klimaschutz zur Not auch Gewalt?

Die Moderatoren Frauke Ludowig und Nikolaus Blome sprechen mit ihren Gästen in der Sendung über spannende Themen. Dabei kommt es zu hitzigen Diskussionen und interessanten Erkenntnissen: Wussten Sie etwa, dass Sternekoch Nelson Müller der Queen schon einmal Frikadellen serviert hat?

Gewalt gegenüber der Polizei: „Dass ihr euch für uns dahin stellt, das ist ja eigentlich ein Wahnsinn!“ 

Schon beim ersten Thema das Abends wird es emotional: Der Mord an zwei jungen Polizisten in Kusel in Rheinland-Pfalz hat Deutschland erschüttert . Der ehemalige Polizist Jürgen Röhr bezeichnet das, was passiert ist, als „Katastrophe“: „Die eigene Geschichte kommt ein Stück weit hoch“. Denn Röhr wurde vor knapp zwanzig Jahren im Einsatz schwer verletzt, lag 85 Tage lang im Koma und musste wieder bei Null anfangen. Und trotzdem hatte er ein klares Ziel: Möglichst schnell wieder in den Dienst kommen: „Man will in sein altes Leben, in die Normalität zurück.“ Heute kümmert sich Röhr um Polizistinnen und Polizisten, die im Dienst Opfer von Gewalt geworden sind, so wie er selbst.

Die Gewalt an der Polizei hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. „Let’s-Dance“-Juror Joachim Llambi findet es erschreckend, was sich im Moment auf den Straßen abspielt: „Ich finde der Respekt ist so weit runter gefahren“. Viele würden ihre Emotionen einfach an der Polizei ausleben. Trotz allem setzt die Polizei weiter auf friedliche deeskalierende Maßnahmen: „Wir sind ja auch nur Menschen. Wir wollen als Polizisten unser Gegenüber auch nicht verletzen,“ erklärt die Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Sachsen Cathleen Martin. Schauspielerin Elena Uhlig hat größten Respekt vor der Arbeit der Polizei: „Dass ihr euch für uns dahin stellt, das ist ja eigentlich ein Wahnsinn!“

Situationen wie in Kusel könne man nicht trainieren, erklärt die Polizeigewerkschafterin: Was muss sich also bei der Polizei ändern und zwar jetzt? Mehr Personal und eine bessere Ausrüstung: „Nicht die billigste, sondern die beste“, erklärt die Polizistin. Aktuell muss die Polizei als öffentlicher Träger Wünsche für neue Ausrüstung öffentlich ausschreiben und ist dazu gezwungen, immer das günstigste Angebot wahrzunehmen. Ein Unding – da sind sich die Studiogäste einig. Schauspielerin Elena Uhlig ist entsetzt: „Die arbeiten doch für uns!“

Ex-Polizist Jürgen Röhr im Interview bei Stern TV
Ex-Polizist Jürgen Röhr wurde im Dienst bei einem Schusswechsel schwer verletzt.
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Sollten die Zwerge bei Schneewittchen von Kleinwüchsigen gespielt werden?

Die Neuverfilmung des Märchens „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ hat für einigen Wirbel gesorgt, nachdem angekündigt wurde, dass die Zwerge im Film von Kleinwüchsigen gespielt werden sollten. Ist das in Ordnung oder schon diskriminierend? Der kleinwüchsige Schauspieler Peter Brownbill, der selbst schon einmal in einer Schneewittchen-Verfilmung mitgespielt hat, hat kein Problem damit: „Gegen Zwerge aus Märchen ist nichts einzuwenden“, solange damit nicht die Person an sich gemeint ist.

Diskriminierung ist auch in der Sprache ein großes Thema. Mutter und Schauspielerin Elena Uhlig versucht, darauf auch schon bei ihren Kindern zu achten: Das sei zwar nicht immer einfach aber „wenn du von Anfang an die Begriffe lernst, die falsch sind, die Menschen diskriminieren, da müssen wir doch ran.“ Deshalb sind für sie der Begriff „Indianer“ und auch ein „Indianerkostüm“ absolutes Tabu.

Joachim Llambi sieht in der ganzen Thematik ein Generationenproblem: „Wir haben das ja so gelernt früher in der Schule.“ Aber man sei ja trotzdem nicht zu alt, um sich noch zu verändern. Sprache ist für ihn „ein Prozess“, wie in vielen Dingen des Lebens. „Wenn es wirklich Gruppen gibt, die sich damit schlecht fühlen, dann muss man das auch dementsprechend verändern.“ Trotzdem gesteht er auch ein: „Wenn wir diese Begriffe benutzen, haben wir nicht grundsätzlich die Absicht jemanden zu verletzen.“ Koch Nelson Müller sieht das anders, denn er kann aus eigener Erfahrung berichten: „Sprache wird oft Realität“. Deshalb müsse man einfach lernen, die Welt auch mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Mit dem Ziel am Ende eine „noch coolere buntere Welt“ zu bekommen.

Koch Nelson Müller spricht über diskriminierende Sprache.
Starkoch Nelson Müller bei Stern TV: „Sprache wird oft zur Realität“
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Diskussionen auf dem heißen Stuhl: Rechtfertigt Klimaschutz zur Not auch Gewalt?

Auch der zweite Auftritt des berühmten „heißen Stuhls“ machte seinem Namen alle Ehre: Denn die Diskussion zwischen Klimaschützer Tadzio Müller und Moderator Nikolaus Blome kann man wohl als mehr als hitzig beschreiben. Die ganze Diskussion auf dem heißen Stuhl sehen Sie im Video.

Müller hatte sich mit dem Satz: „Die Klimakrise ist Gewalt, deswegen ist friedliche Sabotage legitime Notwehr,“ vorgestellt. Einer richtigen Erklärung, was genau „friedliche Sabotage“ eigentlich bedeutet, weicht der Klimaschützer zuerst auch, erklärt aber dann: "Friedliche Sabotage sind Aktionen, bei denen Menschen zum Beispiel Kohlebagger oder Gerätschaften, die ein Gaskraftwerk bauen, fachgerecht außer Stand setzen und dabei zuallererst peinlich genau darauf achten, dass keine Menschen zu Schaden kommen."

Doch Blome ist diese Definition nicht genug, er kontert: Müller würde Autobesitzern sagen: "Dein Auto muss leider heute brennen - lieber Zuschauer, gehen Sie mal morgen raus, morgen brennt Ihr Auto, ist halt für den Klimaschutz.“ Eine Aussage, mit der aber auch Müller nun sichtlich unzufrieden ist, er wolle schließlich über den Klimaschutz sprechen.

Für den friedlichen Klimaschutz steht auch Greta Thunberg. Von der auch Schauspielerin Elena Uhlig ein Fan ist. Sie sagt über die schwedische Klimaaktivistin, die Fridays For Future angestoßen hatte: "Ich finde das toll, was sie im Frieden und mit Liebe ausgelöst hat, und mit Beharrlichkeit" - und ohne Sachbeschädigung oder Gewalt auszuüben. Es schrecke sie ab, wenn sie sehe, wie sich Aktivisten an Autobahnbrücken abseilen, so Uhlig. "Dann habe ich das Gefühl, dass sich viele Menschen eher davon zurückziehen, statt gemeinsam zu sagen: Wir machen weiter."

Eine Frikadelle für die Queen

Der Tag der Sendung war auch ein ganz besonderer für die englische Queen: Die feierte am Sonntag nämlich ihr 70. Thronjubiläum. Damit sitzt sie länger auf dem Thron als jeder britische Royal vor ihr. Ein Leben auf das sie selbst schon seit ihrer Kindheit vorbereitet wurde. "Sie ist ja dafür erzogen worden", findet "Let's Dance"-Juror Joachim Llambi. Trotzdem eine schwere Bürde in so jungen Jahren. „Damit war die Leichtigkeit ihrer Kindheit vorbei," ergänzt Schauspielerin Elena Uhlig.

Dass Jemand aus der Runde schon einmal fast persönlichen Kontakt zur Queen hatte, hätte vor der Sendung wahrscheinlich auch niemand erwartet. Doch Fernsehkoch Nelson Müller erzählt von dem besonderen Erlebnis: "Ich kann nur so viel sagen: Sie hat mal eine Frikadelle von mir gegessen." Vor einigen Jahren sei die Queen zu Besuch nach Düsseldorf gekommen. "Ich durfte tatsächlich mal mit meinem alten Arbeitgeber für die Queen kochen", erklärt Müller den überraschten Gästen. Von dem reichhaltigen Buffet habe die Queen aber nur bei einer einzigen Speise zugegriffen: Bei den Frikadellen: "Die habe natürlich ich gemacht," erklärt der Koch stolz.

Die Sendung in voller Länge auf Abruf finden Sie auch bei RTL+.

Nelson Müller kochte für die Queen Königlicher Einsatz

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