Spurensuche in der Heimat des Nationalkickers

Warum will sich Joshua Kimmich nicht impfen lassen?

01. Dezember 2021 - 9:27 Uhr

Joshua Kimmich musste immer wieder in Quarantäne

Seit Wochen beherrscht Joshua Kimmich mit seiner Impfskepsis die Schlagzeilen. Immer wieder musste der Fußball-Nationalspieler in Quarantäne, bekam vom FC Bayern sogar das Gehalt gestrichen – bis er sich schließlich mit dem Virus infizierte. RTL-Reporterin Alexandra Callenius begibt sich in Kimmichs Geburtsort Bösingen (Baden-Württemberg) auf Spurensuche, um herauszufinden, woher seine Abneigung gegen den Pieks kommt.

Rottweil ist Hotspot – doch Corona-Maßnahmen stoßen auf Ablehnung

Der Landkreis Rottweil ist nicht nur die Heimat des Bayern-Stars, sondern auch einer der deutschen Corona-Hotspots – 7-Tage-Inzidenz: 781,9. Die Impfquote liegt mit 62,4 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. In der 3.500-Einwohner-Gemeinde Bösingen bekommt die Reporterin den Eindruck, dass Corona-Maßnahmen hier nicht besonders beliebt sind.

Ironische Kommentare zu 2G-Regel in Bösingen

Bösingen Tafel vor Restaurant
Der 2G-Regel begegnen die Bösinger auch mit einer gewissen Ironie.
© RTL

Auf Hinweistafeln an Restaurants wird die 2G-Regel eher ironisch kommentiert. "Wer hat's erfunden? Wir nicht!", heißt es dort unter dem Hinweis auf die Einlassbeschränkung. Und bei einem anderen Betrieb: "Hoffentlich hört dieser Wahnsinn ganz bald auf und wir können euch wieder hier bei uns bedienen und verwöhnen."

Gasthausbesitzer Günter Müller setzt die Corona-Regeln konsequent um, erzählt er Alexandra Callenius. Allerdings "nicht immer zur Freude unserer Gäste", wie er ergänzt. Viele seien genervt und fänden, "dass wir es übertreiben".

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Zum Thema Joshua Kimmich herrscht in Bösingen Schweigen

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich will sich nicht gegen Corona impfen lassen. Inzwischen hat er sich mit dem Virus infiziert.
© dpa, Sven Hoppe, shp wst

Zum Thema Joshua Kimmich allerdings herrscht im Dorf nur eins: das große Schweigen. Niemand will sich zur Impfskepsis des Fußballers äußern; es sei seine Entscheidung, heißt es lediglich.

Auch Günter Müller, der selbst geimpft ist, zeigt Verständnis. "Er ist ehrlich", sagt er über den 26-Jährigen. Und: "Es ist seine Ansicht." Der Gastwirt, der Kimmich und seine Familie kennt, bezeichnet den Fußballer als "nett und freundlich, bodenständig. Wir sind stolz auf unseren Joshua."

Corona-Infektion nimmt Luft aus Impfdebatte

Kimmich betont, er sei kein Impfgegner oder Corona-Leugner. Und zu Beginn der Pandemie hatte er auf Instagram dafür geworben, gemeinsam gegen Corona vorzugehen. Doch als der Impfstoff freigegeben wurde, äußerte der Nationalspieler persönliche Bedenken, vor allem in Bezug auf fehlende Langzeitstudien.

Glück im Unglück für Joshua Kimmich: Die Corona-Infektion nimmt die Luft aus der Diskussion um seine Impfskepsis. Denn der 26-Jährige gilt nun als genesen, bekommt wieder sein Gehalt – und kann unter 2G-Bedingungen genauso kicken wie seine geimpften Mitspieler. (bst)