B.1.640.2 in Frankreich aufgetaucht

Nach Omikron schon wieder eine neue Mutation: Das wissen wir über die neue Variante

06. Januar 2022 - 9:22 Uhr

Neue Coronavirus-Mutation B.1.640.2 in Frankreich entdeckt

Während Omikron das Infektionsgeschehen in Europa weiterhin fest im Griff hat, scheint bereits die nächste Coronavirus-Mutation in den Startlöchern zu stehen: B.1.640.2 ist erstmals in Frankreich nachgewiesen worden, wie der britische "Express" berichtet. Es wird vermutet, dass eine Person aus Südfrankreich die neue Variante aus Kamerun mitgebracht hat. Inzwischen soll die Mutation bei insgesamt 12 Personen nachgewiesen worden sein. Was ist bisher bekannt? Das wissen der Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht und der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs, der im Video zu B.1.640.2 spricht.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Von Kamerun nach Südfrankreich?

Dass Sars-CoV-2, wie so viele andere Viren auch, mutiert, dürfte den meisten klar sein. Schließlich kann mittlerweile so ziemlich jeder etwas mit den griechischen Buchstaben Alpha, Beta, Delta und Omikron anfangen und weiß, dass sich vor allem im aktuellen Geschehen das mutierte Coronavirus dahinter verbirgt. Jetzt haben Experten eine neue, erstmals in Frankreich nachgewiesene Mutation entdeckt, die bisher unter dem Namen B.1.640.2 aufgeführt wird. Viel weiß man bisher allerdings noch nicht.

Verschiedenen Medienberichten zufolge fanden Experten des IHU Méditerannée Infection in Marseille die neue Variante. Sie erklärten, dass sich bisher 12 Menschen mit B.1.640.2 infiziert haben und ihre Tests "atypische Mutationen-Kombination" aufwiesen. Eine infizierte Person soll die Variante aus Kamerun mitgebracht haben. Dies könnte darauf schließen, dass der Erreger möglicherweise aus dem afrikanischen Land stammt.

Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht sieht vorerst keinen Grund zur Sorge

Wie gefährlich ist die neue Coronavirus-Mutation? Das ist bisher noch nicht ganz klar. Eine noch nicht vollständig begutachtete Preprint-Studie deutet jedoch darauf hin, dass Experten 46 Mutationen im Spike-Protein in der Variante identifizieren konnten – ähnlich wie bei der im November entdeckten Omikron-Variante.

Der Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht sagt, man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nichts zur neuen Mutation sagen. Man wisse noch gar nicht, wie man B.1.640.2 einschätzen soll. "Mutationen stehen an der Tagesordnung. Es ist mehr oder weniger jetzt dem Zufall geschuldet, dass von dieser Mutation berichtet wurde, denn es entstehen andauernd viele weitere Mutationen, von denen man gar nichts mitbekommt." Was – so Dr. Specht – bekannt ist, ist die Tatsache, dass bereits bekannte Mutationen nachgewiesen werden konnten, die unter anderem für das zumindest teilweise Abweichen der Immunantwort verantwortlich sind. Dies würde bedeuten, dass die Mutation es dem Virus ermöglicht, der bei Menschen gebildeten Immunantwort gegen vorherige Varianten zumindest teilweise auszuweichen. Aber: "Wie sich B.1.640.2 in Bezug auf das Infektionsgeschehen, die Verbreitung und die Impfungen verhält, das ist aber alles noch völlig unklar", erklärt er RTL.

Der Mediziner vermutet, dass die neue Virus-Variante so gut wie gar keine Bedeutung haben wird und "schnell wieder verschwinden" könnte. "Aber ausschließen kann man das natürlich auch nicht. Nur dazu gibt es noch keine Daten."

Lese-Tipp: Corona-Infektion mit Omikron: Dieses Symptom ist neu!

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Dr. Specht: Dass Viren mutieren, ist normal

Das Coronavirus.
In Frankreich ist eine neue Mutation des Coronavirus entdeckt worden.
© Bertrand Blay

Auch ob B.1.640.2 wirklich besorgniserregend sein wird, könne man noch nicht sagen: "Die neu in Frankreich entdeckte Variante ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch gar nicht eingestuft worden." Dies zeige, dass der Mutation bisher kaum Bedeutung zugeschrieben wurde. Fakt ist, so der Allgemeinmediziner, aber vor allem folgendes: "Nach Omikron werden weitere Mutationen entstehen. Omikron – und eventuell auch die neue Mutation – werden nicht die letzten Varianten sein, die entdeckt werden." Jetzt gilt es jedoch erst einmal abzuwarten. (vdü/cst)

VIDEO-PLAYLIST: Alles, was Sie über Corona wissen müssen

Spannende Dokus zu Corona gibt es auf RTL+

Das große Geschäft mit der Pandemie: Ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder um seine Gesundheit bangt, finden Betrüger immer wieder neue Wege, illegal Geld zu machen. Ob gefälschte Impfpässe, negative Tests oder Betrügereien in den Testzentren – die Abzocke lauert überall. Sogar hochrangige Politiker stehen in Verdacht, sich während der Corona-Zeit die eigenen Taschen vollgemacht zu haben. Unsere Reporter haben europaweit recherchiert – die ganze Doku auf RTL+.