Massen-DNA-Test in Le VernetWarum stehen die Ermittler plötzlich beim Ex-Nachbarn von Émiles (†2) Großeltern vor der Tür?

Gibt es bald endlich eine heiße Spur?
Die Bewohner aus dem kleinen Bergdorf Le Vernet müssen jetzt nach und nach alle zur Gendarmerie in Seyne-les-Alpes, um DNA-Proben abzugeben. Nur bei einem Mann steht am Donnerstag plötzlich die Polizei vor der Tür. Wie der Sender BFMTV berichtet, soll es sich um einen ehemaligen Nachbarn handeln, der am Tag von Émiles Verschwinden noch direkt neben dessen Großeltern wohnte.
Polizei fährt zum DNA-Test bei einem Mann vor
Die Familie des getöteten Jungen ist inzwischen aus dem Dorf weggezogen. Und auch der Nachbar, der laut BFMTV anonym bleiben möchte, wohnt jetzt woanders. Dem Sender erklärt er, dass die Polizei bei ihm gewesen sei, um seine DNA-Probe zu nehmen und mit ihm zu sprechen.
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Er habe kein Auto, darum könne er nicht zur Polizeiwache, erklärt der Mann im BFMTV-Interview. Deswegen sei die Polizei zu ihm gekommen. Zwei Beamte hätten vor seiner Tür gestanden. „Sie nahmen mir mit einem großen Wattestäbchen im Mund eine DNA-Probe und fertigten zehn Fingerabdrücke an“, so der Ex-Nachbar der Großeltern. Nach ein Paar Minuten seien die Beamten dann wieder gegangen.

Nachbar von Émiles Großeltern war am 8. Juli 2023 zu Hause
Obwohl er damals direkt neben dem Grundstück wohnte, wo Émile zuletzt gesehen wurde, will er nichts gesehen haben. „Ich habe den ganzen Tag an diesem Tag in meinem Haus in Haut-Vernet verbracht“, erinnert er sich in dem Interview.
Laut der Zeitung Le Provence wurden die ersten DNA-Proben am 3. März genommen. Auch am 5. März seien zahlreiche Dorfbewohner bei der Polizei vorgeladen gewesen. In den nächsten Tagen und Wochen sollen weitere Menschen getestet werden. Alle Bewohner, Touristen und Tagesausflügler, die sich am 8. Juli 2023 in Le Vernet aufgehalten haben, werden gebeten, zur Polizei zu kommen und Proben abzugeben.
Anzeige:Émiles Leiche wurde erst Monate nach seinem Verschwinden gefunden
An dem Tag verschwand der zwei Jahre alte Émile aus dem Garten seiner Großeltern in Le Vernet. Ostern 2024 entdeckte eine Wanderin den Schädel des Jungen auf einem Waldweg in der Nähe des Dorfes. Auch sie soll schon beim DNA-Test gewesen sein. Bis heute ist unklar, was damals mit dem Kind passiert es. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass Émile Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.
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Für die Dorfbewohner und die Angehörigen des toten Jungen heißt es jetzt erst mal warten. Wann mit ersten Ergebnissen des Massentests zu rechnen ist, ist bisher unklar. Auch der Nachbar sagt, dass er nicht wisse, wann er über seine Proben benachrichtigt werde.
Bewohner von Le Vernet hoffen auf Gewissheit
Isabelle Colombani, die Anwältin von Émiles Opa, der selbst schon unter Verdacht geriet, begrüßte, dass die Ermittler jetzt alle Menschen aus dem Dorf systematisch testen. Sie sei „überrascht“, dass das nicht schon früher passiert ist. Auch der getestete Nachbar befürchtet, dass die DNA-Untersuchung „vielleicht etwas spät“ sein könnte.

In Le Vernet herrscht offenbar inzwischen Resignation. „Wir alle hoffen auf eine Lösung, damit wir endlich nach vorne blicken können. Leider gibt es immer wieder unerwartete Wendungen, die zu nichts führen“, erzählen die Bewohner der Zeitung Le Parisien. Bringt der DNA-Abgleich jetzt endlich den erhofften Durchbruch? Die Ermittler geben an, an der Kleidung des Jungen fremdes genetisches Material gefunden zu haben, das niemandem aus der Familie zugeordnet werden konnte.
Verwendete Quellen: BFMTV, Le Provence, Le Parisien
































