Er kann es nicht lassen

Nach Gefängnisstrafe zurück im Drogengeschäft: Kinderzimmer-Dealer "Shiny Flakes" schon wieder vor Gericht

Drogen-Prozess gegen Netflix-Star "Shiny Flakes" "Kinderzimmer-Dealer"
02:30 min
"Kinderzimmer-Dealer"
Drogen-Prozess gegen Netflix-Star "Shiny Flakes"

30 weitere Videos

Offenbar hat Maximilian Schmidt nichts aus seiner Gefängnisstrafe gelernt. Der 28-Jährige muss erneut vor Gericht – wieder wegen Drogenhandels. Heute (23. Januar) beginnt bereits der zweite Prozess gegen den als Kinderzimmer-Dealer oder „Shiny Flakes“ bekannt gewordenen Drogendealer. In Leipzig muss er sich zusammen mit vier Mitangeklagten vor Gericht verantworten.

Vom Kinderzimmer in die Bunkerwohnung

Trotz seiner Gefängnisstrafe konnte es der 28-Jährige offenbar nicht lassen, wieder ins Drogengeschäft einzusteigen. Haschisch, Amphetamine und Kokain: Schmidt wird vorgeworfen, von April 2019 bis Januar 2021 rund 20 Kilogramm diverser Drogen in Deutschland und im Ausland verkauft zu haben.

Den ersten Prozess-Ergebnissen zufolge habe sich Schmidt im November mit seinen Mitangeklagten zusammengetan und bis Januar 2021 online Drogen verkauft. Er selbst sei der „Kopf der Gruppierung“ gewesen. Das Kinderzimmer wurde nun durch eine Bunkerwohnung ersetzt: Aus der Prager Straße in Leipzig versendete die Bande insgesamt 471 Postsendungen mit Rauschmitteln – und machte damit ganze 94.900 Euro Gewinn. Für den Prozess hat die Kammer insgesamt 18 Verhandlungstermine angesetzt – mit einem Urteil wird nicht vor Ende Juni gerechnet.

Junge machte Millionen mit Drogenhandel im Internet Prozess: Kinderzimmer-Dealer
02:02 min
Prozess: Kinderzimmer-Dealer
Junge machte Millionen mit Drogenhandel im Internet

30 weitere Videos

Nicht aus seinen Fehlern gelernt: Strafe dürfte diesmal höher ausfallen

Bereits 2015 stand Maximilian Schmidt vor Gericht und legte ein Geständnis ab. Der Leipziger hatte jahrelang aus seinem Kinderzimmer heraus Drogen im Gesamtwert von mehr als vier Millionen Euro verkauft. Nach viereinhalb Jahren Gefängnis kam der Leipziger auf Bewährung frei – und widmete sich offenbar sofort wieder dem Drogengeschäft.

„Ich hätte mir gewünscht, dass er aus der Strafe, die er bekommen hat, gelernt hätte“ erzählt der damalige Kripo-Chef Petric Kleine im RTL-Interview. Allerdings hat Schmidt genau dies nicht getan. Mit noch diffizileren Mitteln habe er einen neuen Drogen-Shop aufgezogen. Doch welche Strafe erwartet den Leipziger nun? Kleine vermutet: „Es wird eine strengere Strafe geben von mindestens einem Jahr plus der noch ausstehenden Bewährungsstrafe.“ Denn: Schmidt falle nun nicht mehr unter Jugendstrafrecht. Auch das Gericht geht bei einer Verurteilung nicht von einer Strafe unter fünf Jahren aus – plus Reststrafe.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Psychotherapeut schätzt ein: Schmidt denkt, er sei schlauer als die Polizei

Maximilian Schmidt
Psychotherapeut Joachim Guzy ist der Meinung, dass sich Maximilian Schmidt überschätzt und die Aufmerksamkeit - auch im Gericht - genießt.
RTL

Es stellt sich die große Frage: Wieso begeht man die gleiche Straftat noch einmal? Vor allem wenn man dafür sogar bereits im Gefängnis saß? Psychotherapeut Joachim Guzy schätzt den Fall ein. Im RTL-Interview erklärt er: „Weil er natürlich glaubt, er ist schlauer als die Polizei und deswegen will er natürlich seine Grenzen austesten.“ Aufmerksamkeit und der sogenannte Kick sind aus Guzys Sicht die Gründe, weshalb Schmidt weiter gemacht hat.

„Es ist manchmal so wie so ein Selbstläufer, der dahinter steckt. Es ist wie so ein Zwang, der immer wiederholt werden muss“, so Guzy weiter. „Und manchmal haben diese Menschen das Gefühl, nur gestoppt zu werden, wenn sie erwischt werden“ – und genau dieser Fall ist nun eingetroffen. Ob sich der 28-Jährige diesmal ändern wird, bleibt abzuwarten. Bisher fehle dem Leipziger die Eigenschaft, die Wirkung seines Verhaltens richtig einzuschätzen, meint der Psychotherapeut. (xas)