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Malu Dreyer fordert neuen Corona-Richtwert: „Müssen uns auf neue Warngrenze verständigen“

Malu Dreyer will bis Herbst neuen Maßstab für Corona-Maßnahmen
Malu Dreyer will bis Herbst neuen Maßstab für Corona-Maßnahmen
© dpa, Sebastian Gollnow, scg tba exa

14. Juli 2021 - 10:16 Uhr

"Die Zahl 35 ist nicht mehr die gleiche 35 wie vor einem halben Jahr"

In Deutschland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder leicht an und damit steigt auch die Angst vor einer vierten Welle. Mit Blick auf den Herbst fordert die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), neue Richtwerte für Corona-Maßnahmen: "Wir müssen uns gemeinsam mit dem Bund einigen, ab welcher Stelle einschränkende Maßnahmen erforderlich sind."

Inzidenzen würden dabei zwar weiter eine große Rolle spielen, so die SPD-Politikerin, doch die Zahlen müssten stärker mit der Situation in den Krankenhäusern verglichen werden.

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Dreyer hofft auf Einigung bis Ende August

Vor allem aufgrund der erreichten Impfquote seien die bisherigen Maßstäbe veraltet. Bezogen auf die Inzidenzwerte sagt Dreyer: "Die Zahl 35 ist nicht mehr die gleiche 35 wie vor einem halben Jahr."

Dreyer appelliert dafür, sich schnell auf einen neuen Richtwert zu einigen: "Wir müssen uns auf eine neue Warngrenze verständigen. Ich hoffe, dass das bis Ende August – zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz – gelingen wird."

„Das einzige Mittel um neue Corona-Maßnahmen zu verhindern ist, dass wir uns impfen lassen“

Auf die Frage ob es zu einem neuen Lockdown kommen könne, sagt die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz: "Ausschließen kann man nichts. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir es gemeinsam schaffen werden, dies zu verhindern." Grund für ihren Optimismus sei die bisherige Impfquote. "Es ist nicht mehr die Situation wie im letzten Jahr. Wir haben zwar steigende Zahlen, aber wir haben auch viele Menschen die geimpft sind.", so Dreyer und sagt weiter: "Das einzige Mittel um neue Corona-Maßnahmen zu verhindern ist, dass wir uns impfen lassen."

Um die Impfmüdigkeit zu bekämpfen will Dreyer in ihrem Bundesland das Impfangebot flexibler gestalten: "Wir machen in Rheinland-Pfalz Impfen To-go. Das heißt die Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, sich im Impfzentrum ohne Anmeldung und Termin impfen zu lassen." Darüber hinaus kündigt die Ministerpräsidentin an, mit Impfbussen Wohnviertel und Regionen mit geringer Impfquote anzusteuern zu wollen, um Ungeimpfte so besser erreichen zu können. "Wir haben uns allesmögliche ausgedacht, beispielsweise auch mal mit dem Impfbus am Jobcenter zu parken und die Menschen dort abzufangen.", so Dreyer.